Zahnpflege für gesunde Zähne

Zahnpflege für gesunde Zähne

© Jeanette Dietl - Fotolia.com

Zahnschmerzen, eine heraus gefallene Zahnfüllung, Zahnfleischbluten - das sind die bösen Überraschungen, die uns meistens am Wochenende, vor Freitagen oder am Tag vor der Abreise in den Urlaub treffen. Und dann ist meistens der Zahnarzt nicht greifbar. Mund-Hygiene und Zahnpflege sind deshalb wichtiger für die allgemeine Gesundheit als manche denken. Doch Vorsicht: Vertrauen Sie nur dem Rat des Zahnarztes. Glauben Sie nicht immer, was Ihnen Freunde, Verwandte oder Nachbarn erzählen. Es gibt nämlich viele Zahn-Märchen, die jeder Wahrheit entbehren. Vieles, was behauptet wird, stimmt nicht.

Zähneputzen sofort nach dem Essen schadet dem Zahnschmelz

Muss man gleich nach dem Essen die Zähne putzen? Wir haben es in Kindertagen immer wieder gehört: Zähneputzen ist wichtig für unsere Gesundheit. Und: Gleich nach dem Essen muss man die Zähne putzen. Dazu gibt es neue Erkenntnisse, die großes Aufsehen erregt haben. Denn der alte Spruch lautet: „Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen!“ Wissenschaftler wie der Zahnmediziner Prof. Dr. Thomas Attin von der Universität Göttingen warnen davor und betonen: „Diese Regel kann man so nicht akzeptieren!“

Messungen haben ergeben: Unmittelbar nach dem Essen schadet das Zähneputzen sogar der Gesundheit, in erster Linie dem Zahnschmelz, einer Schutzschicht, die immerhin viele Jahre - nach Möglichkeit ein ganzes Leben - halten soll. Nahrungsmittel, die Säuren enthalten, greifen diesen Zahnschmelz an. Er wird weich und angreifbar, weil die Säuren das Calcium und das Phosphat aus der harten Schutzschicht herauslösen. Wer die Zähne unmittelbar nach dem Essen putzt, reibt damit auch ein Stück des aufgeweichten Zahn schmelz ab.

Wein greift den Zahnschmelz an

Dieses Material ist dann für immer verloren, weil es sich nicht nachbilden kann. Das bedeutet nicht, dass man aufs Zähneputzen verzichten sollte. Wenn man den Zahnschmelz schützen möchte, muss man mindestens 30 Minuten, besser 60 Minuten, warten. In dieser Zeit wird der Zahn wieder härter, weil das Gebiss wieder neues Calcium und Phosphat aufgenommen hat.Man nennt das Remineralisieren. Das ist wichtig im Kampf gegen Karies.

Übrigens: Auch, wenn man ein Glas Wein getrunken hat, muss man 30 bis 60 Minuten mit dem Zähneputzen warten. Auch die Säuren im Wein weichen den Zahnschmelz auf.

Dazu gibt es einen einfachen Trick:Wir alle können mithelfen, dem Zahnschmelz nach dem Essen rasch wieder Kraft zu geben. Spülen Sie nach dem Essen den Mund intensiv mit Milch oder mit Joghurt aus. Das verkürzt die Erholungszeit der Zähne auf etwa 20 bis 30 Minuten. Das Calcium aus der Milch hilft auch bei der Einlagerung aller anderen Mineralstoffe im Zahnschmelz.

Was ist dran an der Behauptung, dass man als Abschluss einer Mahlzeit einen Apfel essen sollte,weil er die Zähne säubert? Der Rat unserer Großmütter: „Der Apfel nach dem Essen ersetzt die Zahnbürste!“ ist falsch und gefährlich. Der Fruchtzucker im Apfel greift den Zahnschmelz an und fördert Karies.

Eitrige Zähne machen das Herz krank

Was stimmt an der Behauptung: Zahnprobleme betreffen in erster Linie den Mund?

Das ist längst überholt. Es ist bekannt, dass eitrige Zähne an anderen Stellen im Körper Krankheiten auslösen können, wie etwa Rheuma oder Nieren-Probleme. Aber auch das Herz kann gefährdet werden: In den Essensresten zwischen den Zähnen kommt es zu einer regen Bakterien-Bildung. Wie gefährlich diese Bakterien sind, beweisen Untersuchungen. Prof. Dr. Michael Noack, Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Universität Köln, hat in den Gefäßverschlüssen von Infarkt-Patienten Mikroorganismen von Bakterien nachgewiesen, die sonst nur in Zahnfleischtaschen vorkommen. Die Bakterien in den Zahntaschen und zwischen den Zähnen gelangen ins Blut und werden über die Blutbahnen im ganzen Organismus verteilt. Hier richten sie großen Schaden an, können Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzmuskelentzündung und Lungenentzündung auslösen sowie Diabetes verstärken.

Das alles beweist: In einem Mund, der nicht vorbildlich zahnhygienisch betreut wird, tickt eine Zeitbombe, die eines Tages im Extremfall das Leben kosten kann.

Durch einen eitrigen Zahnherd, durch einen wurzelangreifenden eiternden Zahn oder durch eine chronische Kieferentzündung kann es zu Diabetes, zu Augenerkrankungen, Rheuma, Ekzemen oder zu Gelenks-Entzündungen kommen. In vielen Fällen ist der Zahnherd aber nicht die alleinige Ursache. Meist spielen da auch noch mehrere andere Komponenten mit.

Schadet Kaugummi den Zähnen?

Es gibt spezielle Mundhygiene-Kaugummis aus der Apotheke. Es handelt sich dabei um Kaugummis, die zwei natürliche Wirkstoffe enthalten: Teebaumöl und den Extrakt aus grünen Tee. Das Teebaumöl hat antiseptische und desinfizierende Eigenschaften. Der Grüntee hat durch seinen reichen Anteil an Gerbstoffen, Vitamin C und Bioflavonoiden eine stark entzündungshemmende Wirkung. Er liefert Fluor für die Zahngesundheit. Zusätzlich wirkt Grüntee gegen Mundgeruch.

Die Zusammensetzung solcher Kaugummis macht es möglich, dass man mit Kauen statt mit Gurgeln die Mundhöhle sauber hält und die Entstehung von gefährlichen Bakterien verhindert. Solche Kaugummis sind zuckerfrei und enthalten den zahnfreundlichen Zuckerersatzstoff Xylit, der Zahnstein bekämpft und Karies verhindern kann, weil er die zahnschmelz-zerstörenden Säuren neutralisiert.

An der Universität Göttingen ist man der Ansicht: Auch allgemeines Kaugummi-Kauen hilft, die Zähne nach dem Essen zu schützen, weil der Speichelfluss angeregt wird. Zuckerfreier Kaugummi härtet den Zahnschmelz.

Zahnstein auch an künstlichen Zähnen

Lagert sich Zahnstein nur an echten Zähnen ab und nicht an Zahnprothesen und Zahnkronen aus Porzellan? Zahnstein lagert sich überall- auch an Prothesen und an künstlichen Zähnen ab, wenn diese schlecht oder nicht geputzt sind. Zahnstein bildet sich aber auch bei Menschen, die peinlich ihre Zähne putzen. Jeder hat nämlich im Mund Schwachstellen - etwa Zahnhälse oder Backenzähne - , wo man schlecht mit der Zahnbürste hinkommt. Dort setzt sich die zähflüssige Plaque auch ab, wenn man vermeintlich gründlich putzt. An Kunststoff-Kronen bleibt die Plaque stärker und leichter haften. An den echten Zähnen und an Keramik-Zähnen weniger.

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