Zähneputzen verlängert Ihr Leben

Zähneputzen verlängert Ihr Leben

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Gehören Sie zu jenen Menschen, die sich zwar bewusst sind, wie wichtig die tägliche Zahnpflege ist, die aber denken: Es geht dabei einzig und allein um die Gesundheit im Mund? Genau das ist eine weit verbreitete Fehlmeinung. Zahn-Hygiene kann vor schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes schützen. Ausgangspunkt für all diese drei Erkrankungen ist die Parodontitis. Daher muss es unser Bestreben sein, diese gesundheitliche Störung am Zahnfleisch zu verhindern.

Kontroll-Untersuchung beim Zahnarzt

Das Problem ist, daß die Parodontitis oft lange Zeit unentdeckt bleibt, wenn der Betroffene lange nicht zum Zahnarzt geht. Darum sollte jeder von uns zweimal im Jahr - auch ohne Zahnschmerzen - für eine Kontroll-Untersuchung zum Zahnarzt gehen. Besonders wichtig wäre dabei die Zahnhygiene, bei der etwaiger Zahnstein und Verfärbungen an den Zähnen entfernt werden müssen.

Wer diese Routine-Besuche beim Zahnarzt nicht einhält, der kann sich im Laufe der Zeit eine gefährliche Parodontitis einhandeln. Und so kommt es dazu: Zuerst lagern sich Plaques am Zahnschmelz ab. Daraus wird ganz schnell Zahnstein von einer enormen Härte. Darum kann man Zahnstein nicht selbst entfernen. Man sollte es erst gar nicht versuchen. Aber bereits in den Plaques kommt es zu verhängnisvollen Vorgängen: Die Plaque-Bakterien greifen nicht nur den Zahnschmelz an und verursachen Karies. Auch sie greifen bereits das Zahnfleisch an. Der harte Zahnstein setzt die Arbeit fort.

Zahnstein entzündet das Zahnfleisch

Wer den Zahnstein wachsen läßt, gefährdet die Zähne. Der Zahnstein drängt das Zahnfleisch zurück. Die Zahnhälse werden frei. Um die Zähne bilden sich Taschen, in denen sich Essensreste ansiedeln, die wieder Tummelplätze für schädliche Bakterien sind. Das Zahnfleisch wird extrem rot und schwillt an. Und im Laufe der Zeit können die Zähne ausfallen. Wenn nun - zum Großteil auch durch den wuchernden Zahnstein - das Zahnfleisch ständig entzündet ist, dann entsteht hier ein Krankheitsherd, der unabsehbare Folgen haben kann. Das erste Symptom für so eine Entzündung sind Zahnfleisch-Blutungen. Man sieht das Blut an der Zahnpasta auf der Zahnbürste, aber auch an einem Apfel, wenn man herzhaft hineingebissen hat.

Man muß sich das so vorstellen: Zahnfleisch, das von einer Parodontitis befallen ist, stellt eine großflächige offene Wunde dar. Und auch eine tiefe Wunde. Die scheinbar kleine Entzündung an den Zahnhälsen geht oft bis zu einem halben Zentimeter tief. Das macht die Erkrankung so gefährlich. Es können nämlich durch diese offene Wunde aus der Mundhöhle Bakterien in den gesamten Blutkreislauf gelangen. Und von dort können sie dann überall im Körper verteilt werden. Diesen Prozeß darf man nicht unterschätzen.

Kranke Zähne - krankes Herz

Kranke Zähne sowie ein krankes Zahnfleisch haben daher einen beachtlichen negativen Einfluß auf den gesamten Körper. Das haben wissenschaftliche Studien der letzten Jahre ergeben. Die erste alarmierende Entdeckung, die von Ärzten gemacht wurde: Man hat bei Herzinfarkt-Patienten im Herzmuskel Bakterien gefunden, wie sie sonst ausschließlich in Parodontose- Arealen analysiert werden können. Damit war bewiesen: Krankheitserregende Bakterien, die Entzündungen auslösen wandern aus dem kranken Gewebe in der Mundhöhle bis zum Herzen und richten dort enormen Schaden an.

Es geht aber nicht nur um das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch andere Organe können massiv angegriffen werden. So kann Parodontitis auch Diabetes auslösen. Und Streptokokken-Bakterien, die vom Mund ins Blut gelangen können, wenn das Immunsystem ohnehin nicht besonders stark ist, Abzesse in der Leber, in der Lunge oder im Hals verursachen.

Paradontitis führt zu Zahnausfall

 

Wenn nun eine Parodontitis nicht behandelt wird, dann nimmt das Ganze einen dramatischen Verlauf. Die Giftstoffe der Bakterien schwächen den Halt der Zähne im Kiefer noch mehr. Die Zahntaschen werden noch weiter. Die Infektion nimmt zu. Von da an tritt das Immunsystem in Aktion und beginnt sich gegen die Vorgänge zu wehren. Damit es die Infektion loswird, baut es die Halterung der Zähne ab. Die Folge:Die Zähne fallen nach und nach aus.

Dieses verhängnisvolle Geschehen wird aber nicht allein durch mangelnde Zahnhygiene vorangetrieben, sondern auch durchs Rauchen. Wer raucht, hat ein bis zu sechs Mal höheres Risiko für Parodontiitis als ein Nichtraucher. Die Schadstoffe, die bei der Verbrennung des Tabaks entstehen, stören die Durchblutung des Zahnfleisches und die natürliche Immunabwehr des Körpers.

Wenn man mit einer Parodotitis rechtzeitig zum Zahnarzt kommt, kann er die Gefahr für Folge-Erkrankungen abwenden. Zuerst werden die Zahnbeläge entfernt. Die Zähne werden poliert. Die Zahnzwischenräume und etwaige Füllungen werden gereinigt. Die Zahnfleisch-Taschen werden vo Speiseresten befreit. Und damit wird den schädlichen Bakterien ihr Lebensraum genommen. Wenn die Zahnfleisch-Taschen bereits sehr tief sind, muß der Arzt oft die Reinigung unter lokaler Betäubung durchführen, weil bereits massive Entzündungsherde vorliegen.

Gesunde Nahrung für gesunde Zähne

Was also sollte jeder tun, um so lange wie möglich im Mund gesund zu bleiben?

  • Wichtig wäre, zwei mal täglich die Zähne zuu putzen: Morgens und abends.
  • Zweimal im Jahr sollte man zur Zahnreinigung - zur Zahn-Hygiene - beim Zahnarzt. Dabei werden die Zähne von ihren bakteriellen Belegen und vom Zahnstein befreit. Dann werden sie fluoriert.
  • Zähne brauchen gesunde Nahrung: frisches Obst, rohes Gemüse, Vollkornprodukte. Durch intensives Kauen der Naturprodukte wird der notwendige Speichelfluß angeregt und die Muskulatur des Kiefers wird gestärkt. Milch und Milchprodukte, aber auch Kohlgemüse sind für die Zähne und für die Kieferknochen wichtig, weil sie ihnen den Mineralstoff Calcium liefern.
  • Wenn man morgens im Badezimmer beim Zähneputzen entdeckt, daß das Zahnfleisch blutet, sollte an unverzüglich den Zahnarzt aufsuchen.
  • Wichtig ist auch, daß man alle zwei Monate eine neue Zahnbürste verwendet und daß man die Zahnzwischenräume außerdem mit Zahnseide oder Zahn-Brushes reinigt.

Und so entsteht durch Parodontitis im Mund eine schwerwiegende Erkrankung in einem anderen Teil des Körpers:

  • Das Gift der Bakterien zwischen den Zähnen und in den Zahnfleisch-Taschen ist auch Gift fürs Gehirn. Forscher der Universität Heidelberg haben beobachtet: Eine schwere Dauer-Entzündung im Mund ist einsehr hoher Risiko-Faktor für einen Schlaganfall.
  • Zahnfleisch-Entzündungen verstärken die Gerinnung des Blutes, und schädlichen Bakterien aus dem Mund mit ihrem Gift fördern die Ablagerungen an den Gefäßwänden. Und das ist eine große Gefahr für den Herzinfarkt.
  • Die Bakterien-Herde in den Zahnfleisch-Taschen haben auch einen negativen Einfluß auf den Blutzucker- Spiegel. Das verstärkt die Gefahr für Diabetes.

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