Zähneknirschen - was passiert da eigentlich?

Zahnärzte empfehlen oft eine Knirschschiene gegen Zähneknirschen

Zahnärzte empfehlen oft eine Knirschschiene gegen Zähneknirschen Bild © RioPatuca Images - Fotolia.com

Sie knirschen mit den Zähnen, wenn Sie gezwungen werden etwas zu tun, was Ihnen zuwider ist. Sie knirschen mit den Zähnen, wenn Sie die allerletzten Kraftreserven mobilisieren. Und Sie knirschen mit den Zähnen, wenn Sie schlafen. Vor allem das nächtliche unbewusste Zähneknirschen kann Zahn- und Kopfschmerzen verursachen, die Kaumuskeln überlasten und schwere Schäden an Ihren Zähnen anrichten: Der Zahnschmelz wird zerstört, es kommt zu Schiefstellungen, die Zähne können sogar splittern. Was passiert also beim Zähneknirschen? 

Beim nächtlichen Zähneknirschen (Bruxismus genannt) pressen Sie unbewusst und unkontrolliert die Zahnreihen aufeinander, ohne etwas kauen zu wollen. Es kann sogar zu kauähnlichen Bewegungen kommen - und das meistens wenn Sie schlafen. Das ist extrem schädlich, denn dabei wird durch die Kaumuskeln ein sehr starker Druck auf ihre Zähne und Ihre Kiefergelenke ausgeübt. Der kann sogar bis zu zehnmal so stark sein wie beim normalen Kauen, nämlich bis zu 480 Kilogramm pro Quadratzentimeter. Im Extremfall wird dieser Druck beim nächtlichen Zähneknirschen bis zu einer halben Stunde ausgeübt. Kein Wunder, das dadurch Ihre Zähne zerstört werden.

So wird das Zähneknirschen ausgelöst

Auslöser für das nächtliche Zähneknirschen sind meistens Stress und ein emotionales Ungleichgewicht. Wenn Sie zum Beispiel ein ungelöstes Problem mit sich herumschleppen. Es kann aber auch durch Zahnfehlstellungen und schlecht sitzende Kronen oder Zahnfüllungen ausgelöst werden. Auch ständiger Alkohol- oder Koffeeinmissbrauch kann die Ursache für das nächtliche Knirschen mit den Zähnen sein. Wenn Sie feststellen, das Sie immer öfter mit den Zähnen knirschen oder diese ständig so fest zusammen pressen, das Ihr Kiefer schmerzt - dann sollten Sie unbedingt zum Zahnarzt gehen. Der achtet dann auf folgende verräterische Anzeichen:

  • Ihre Zähne hinterlassen Eindrücke in Wangen oder Zunge.
  • Ihre Kaumuskulatur ist sehr druckempfindlich.
  • Im Zahnschmelz bilden sich Risse und Absprengungen.
  • Ihre Zähne werden empfindlich gegen Kälte, Hitze und Süssigkeiten.
  • An den Zahnhälsen und Schneidekanten entstehen Absprengungen.

Meistens spüren die Betroffenen morgens nach dem Aufwachen schmerzende Kiefer. Und sehr oft wird das nächtliche Knirschen vom Partner wahrgenommen.
Wenn der Zahnarzt bei Ihnen diese Symptome feststellt, dann wird er Ihnen wahrscheinlich zu einer Aufbiss-Schiene raten. Die schützt die noch vorhandene Zahnhartsubstanz und den Zahnhalteapparat und trägt zu einer entspannten Lage von Ober- und Unterkiefer bei. Falls nötig können Sie auch kurzfristig Mittel zur Muskelentspannung einnehmen.

Selbsthilfe beim Zähneknirschen

Sie selbst können natürlich auch gegen das Zähneknirschen vorgehen und zur Selbsthilfe greifen oder eine zahnärztliche Therapie wirkungsvoll unterstützen. Vor allem Wärme, lockernde Massagen und gymnastische Übungen können die verspannten Kaumuskeln auflockern. Prüfen Sie tagsüber immer widert Ihre Kieferstellung: Normalerweise sollten die Zähne nur beim Essen und Schlucken miteinander Kontakt haben. Machen Sie eine Physiotherapie. In der Physiotherapie werden zunächst hartnäckige Verkrampfungen gelöst und danach lernen die Patienten, wie sie den Kiefer entlasten können und wie Kaubewegungen und das Öffnen und Schließen des Kiefers gerade ausgeführt werden. Hilfreich ist diese Massage: Bei geöffnetem Mund mehrmals über die Muskeln an den Seiten der Wangen streichen. Besonders die schmerzenden Stellen mit kreisende Bewegungen massieren. Anschließend bei geschlossenem Mund die Massage wiederholen. Oft müssen Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden.