Wunden: So helfen sie schnell und gut

Wunden: So helfen sie schnell und gut

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Das Kind verletzt sich beim Spielen, Sie schneiden sich beim Zubereiten des Essens, Sie verbrennen sich beim Grillen - Wunden gehören leider zu unserem Alltag. Manchmal sind sie nur oberflächlich, manchmal sind sie schwerer. Manchmal können Sie die Wunden selbst behandeln, manchmal müssen Sie zum Arzt. Wichtig ist immer die schnelle und richtige Wundbehandlung. Deshalb unser Thema: Wunden, so heilen sie schnell und gut.

Keine trockenen Verbände bei Schürfwunden

Wichtig ist die Erste Hilfe bei allen Arten von Wunden. Versuchen Sie nicht, Wunden sauber zu wischen. Verschmutzte Schürfwunden unter fliessendem kalten Wasser vorsichtig auswaschen. Wenn sich grössere Schmutzteilchen (Steinchen, Glassplitter und andere kleine Fremdkörper) in der Wunde befinden, dann sollten Sie diese mit einer sterilen oder desinfizierten Pinzette entfernen. Die Pinzette können Sie durch Abwischen mit einem Desinfektionsmittel oder durch Ausglühen desinfizieren. Auf Schürfwunden sollten Sie keine trockenen Verbände (Pflaster oder Mullkompressen) geben. Die verkleben mit dem Wundgrund und reißen beim Verbandswechsel neu gebildete Hautzellen mit sich, die Wunde kann nicht abheilen. Benutzen Sie Wundgele oder Verbände die eine feuchte Wundheilung unterstützen. Oder einen schützenden Sprühverband. Kleine Wunden können Sie nach der Desinfizierung einfach an der Luft heilen lassen.

Das müssen Sie bei stark blutenden Wunden beachten

Sie haben sich eine blutende Schnitt- oder Schürfwunde zugezogen. Dann halten Sie schnell den betroffenen Körperteil hoch und drücken Sie ein sauberes Tuch oder eine sterile Kompresse mit starkem Druck auf die Wunde um die Blutung zu stoppen. Gelingt das nicht, bluten Sie immer weiter, dann müssen Sie einen Druckverband anlegen und ärztliche Hilfe herbeiholen. Bei grösserem Blutverlust rufen Sie den Rettungsdienst. Bis der da ist müssen Sie sich selbst helfen:

  • Drücken Sie die zur Wunde führende Ader ab
  • Legen Sie über den alten durchgebluteten Verband einen neuen, den Sie ganz straff anziehen
  • Ist es eine große und offene Wunde, dann drücken Sie die Blutung direkt mit einer sterilen Kompresse im Wundgebiet ab
  • Hat ein Kind eine solche Wunde, dann müssen Sie es beruhigen, warm halten und unbedingt bei ihm bleiben bis der Arzt da ist.

Grössere blutende Wunden am Körper und vor allem im Gesucht müssen innerhalb von sechs Stunden vom Arzt begutachtet werden. Der entscheidet, ob die Wunde entweder genäht, gestrippt oder geklammert werden muss. Vor allem bei Schürfwunden sollten Sie den Impfschutz gegen eine Tetanusinfektion überprüfen.

So können Sie die Wundheilung beschleunigen

Wenn Ihr Kind oder Sie sich verletzt haben, dann wollen Sie sicherlich das die Wundheilung so schnell wie möglich voran geht. Das Allerwichtigste ist: Die Wunde muss unbedingt keimfrei bleiben und die Wundränder dürfen nicht unter Spannung stehen. Und für eine schnelle Wundheilung sollten Sie unbedingt auf das Rauchen verzichten, das verringert die Durchblutung des Gewebes und bremst so den Heilungsprozess. Bei der Wundheilung spielt auch die richtige Ernährung eine wichtige Rolle. Ein Mangel an Vitaminen (C und E), Spurenelementen ( Zink, Eisen und Phosphat) oder an Eiweiß und Proteinen verzögert eine schnelle Wundheilung. Da können Ersatzpräparate (Apotheke) Ihre Nahrung ergänzen. Hohes Übergewicht oder ein erhöhter Blutzuckerspiegel sind ebenfalls ungünstig für ein rasches Abheilen von Wunden.

Hilfen bei einer Wundheilungsstörung

Wenn bei Ihnen einen Wunde nur sehr schlecht oder sehr langsam heilt, dann haben Sie das Problem einer Wundheilungsstörung. Dabei kommt es zu Infektionen, Blutergüssen, Ansammlungen von Wundsekret unter der Wunde, Wundrissen und dem Auseinanderweichen von Wundrändern. In Deutschland leiden bis zu drei Millionen Menschen an einer Wundheilungsstörung - sehr oft nach einer Operation. Vor allem Menschen ab 60 sind davon betroffen. Die häufigste Form der Wundheilungsstörung ist die Wundinfektion. Die können Sie selbst erkennen: Die Wunde ist überwärmt, sie riecht übel und ist stark gerötet. Kommt es zusätzlich zu Fieber,, dann haben Sie eine gefährliche Blutvergiftung (Sepsis). Dann muss ganz schnell ärztliche Hilfe her, da geht es um Minuten. Um eine rasche und störungsfreie Wundheilung zu gewährleisten ist die Wundhygiene ganz wichtig. Halten Sie die Wunde und die Wundränder sauber, aber desinfizieren Sie diese nicht zu oft. Oft genügen Spülungen mit einer sterilen Salzwasserlösung oder Wundbäder mit körperwarmem Leitungswasser. Um eine Wundheilungsstörung zu vermeiden sollten Sie Wundauflagen verwenden die vor Austrocknung schützen und keine Fasern an die Wunde abgeben. Auch muss Sauerstoff an die Wunde gelangen. Verwenden Sie nach Möglichkeit Verbandsmaterialien die antimikrobiell wirksame Bestandteile wie Jod, Octenidin oder Polihexanid (Apotheke) enthalten.