Wollmütze und Wärmflasche schützen vor Erkältungen

Wollmütze und Wärmflasche schützen vor Erkältungen

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Nasse Kälte, eisiger Winde, kalte Füsse und kalter Kopf - das ist der Nährboden für schwere Erkältungskrankheiten wie Husten, Schnupfen, Ohrenschmerzen, Grippe und Bronchitis. Wir brauchen dringend Wärme am Körper und am Kopf. Sie können der Erkältungsgefahr ganz einfach begegnen: Mit Wollmütze und Wärmflasche. Wie das funktioniert, was Sie machen müssen.

 

Zwei einfache Wärmequellen schützen vor Erkältungen

Wenn es draußen kalt, nass und ungemütlich ist, sehnen wir uns nach Wärme. Und das ist ein sinnvolles, vollkommen richtiges Bedürfnis. Wärme ist eine wertvolle Naturarznei. Sie stärkt unser Immun-System, kann erfolgreich Kopfschmerzen, Magenbeschwerden und Verspannungen bekämpfen. Und sie schützt uns vor Erkältungsinfekten. Beim Wort Wärme denken viele sofort an die heiße Dusche, an ein Wannenbad, an die Sauna, Infrarot-Kabine oder an ein Thermalbad. Wir sollten uns aber auch bewusst sein, dass es in unserem Alltag zwei hervorragende, einfache Wärmequellen gibt , die man überall und ohne viel Aufwand einsetzen kann: Das sind die Wollmütze und die Wärmflasche. Schauen wir uns doch einmal an, wie und wann wir auf diese Wärmequellen zurückgreifen sollten.

Viele erinnern sich sicher noch an die Worte der Großmutter, die an kalten Tagen immer mahnte: „ Kind’, wenn Du ins Freie gehst, dann vergiss nicht die Kopfbedeckung. Sonst wirst Du krank!“ Wie recht sie damit hatte, beweisen amerikanische Studien von Prof. Dr. Alan C. Burton im NASA-Forschungszentrum Massachusetts. Der Arzt und Wissenschaftler hat mit seinem Team nachgewiesen: Am ganzen Körper verfügt der Mensch über Nerven-Punkte für die Wahrnehmung von Warm und Kalt. Regulatoren in der obersten Hautschicht sorgen dafür, dass bei Kälte der Körper nicht zuviel Wärme abgibt.

Über den Kopf verlieren wir Wärme

Das funktioniert am ganzen Körper, ausgenommen am Kopf. Hier hat der Organismus nur sehr wenige Regulatoren und Nervenpunkte. Die Folge: Wenn es draußen kalt ist, verlieren wir – wie durch einen Schornstein – über die Schädeldecke oft bis zu 42 Prozent der körpereigenen Wärme. Sobald unser Körper diese nicht nachproduzieren kann, sinkt ganz massiv unsere Immunkraft. Es ist daher leichtfertig, an kalten und frostigen Wintertagen ohne Kopfbedeckung ins Freie zu gehen.

Aus dieser Erkenntnis heraus bekommen die dicke, warme Wollhaube, der Hut, die Kappe, das Kopftuch eine große Bedeutung. Es ist daher bedenklich, wenn jemand den Helden spielen will und mit unbedecktem Kopf die Wohnung verlässt.

Schutz vor Ohrenschmerzen

Vor allem die Wollmütze, wie man sie vom Wintersport kennt, bringt noch andere Vorteile: Man senkt das Risiko für den viel verbreiteten stechenden Kälte-Kopfschmerz, für eine Nasennebenhöhlen-Entzündung und für etwaige Ohrenschmerzen.

Wer sich daran hält und brav in der kalten Jahreszeit den Kopf bedeckt und schützt, der wird erst gar kein Nebenhöhlen-Probleme kriegen. Und wer bereits unter einer sehr schmerzhaften Stirnhöhlen-Entzündung leidet, wird diese bald in den Griff kriegen, weil die gleichmäßige Wärme heilende Wirkung hat. Das geht soweit, dass erfahrene Hausärzte oft ihren Patienten mit einer Nebenhöhlen- Entzündung raten, draußen unterwegs eine dicke, warme Wollmütze zu tragen, aber auch daheim in der Wohnung den Kopf zu bedecken. Am besten mit einer dünnen, leichteren Wollhaube.

Das einzige Problem, das vor allem Frauen haben: Man kriegt Probleme mit der Frisur. Durch das Tragen einer Kopfbedeckung werden die Haare gegen die Kopfhaut gedrückt und kommen unmittelbar mit den Talgdrüsen in Kontakt. Durch Reibung, Wärme und mangelnder Luft kommt es zu einer verstärkten Talgproduktion. Die Haare werden fett und strähnig. Man muss keine Angst haben, dass damit Kopfhaut oder Haar geschädigt werden. Allerdings sollte man im Winter während der „ Wollmützen-Zeit“ dem Kopfhaar besondere Pflege zukommen lassen:

  • Achten Sie darauf, dass die Kopfbedeckung nicht direkt auf den Haaren anliegt, sondern locker über die Frisur sitzt. Vor allem nach hinten sollte etwas Raum verbleiben, damit die Haare genügend Luft haben.
  • Waschen Sie im Winter, solange Sie eine Kopfbedeckung tragen, die Haare etwas öfter. Verwenden Sie aber ausschließlich ein mildes Shampoo aus natürlichen Substanzen. Es sollte unbedingt ph-neutral sein. Nehmen Sie nur wenig Shampoo. Schäumen Sie die Haare nur einmal damit ein und waschen Sie sie gründlich aus. Eine Faustregel: Man sollte zeitmäßig 5 mal so lange die Haare ausspülen, wie man fürs Einschäumen gebraucht hat.
  • Geben Sie ins Haarspül-Wasser den Saft einer halben Zitrone. Oder verwenden Sie eine Spülung aus 50 Gramm Lavendelblüten und 20 Gramm Salbeiblättern. Die Mischung wird mit einem halben Liter Obstessig übergossen, sollte 14 Tage stehen und wird dann gefiltert.
  • Gehen Sie sanft mit den nassen Haaren um. Frottieren Sie diese nicht zu fest, weil damit die Talgproduktion angeregt wird. Man sollte den Föhn nicht zu heiß einstellen, darf beim Trockenföhnen nicht zu nahe ans Haar gehen.
  • Verzichten Sie unter der Wollmütze oder unter einer anderen Kopfbedeckung auf den Einsatz von Haarspray. Die Kopfbedeckung kann die Frisur sosehr verformen, dass sie extrem hässlich aussieht. Ohne Spray kann man drinnen im Raum die Haare besser in eine richtige Form bringen.

Die Wärmflasche heizt Ihnen ein

Die zweite alltägliche, einfache Wärme-Quelle ist die Wärmflasche. Sie sollte eigentlich in jeder Hausapotheke bereitliegen. Sie kostet nicht viel, kann aber sehr hilfreich sein. Stellen Sie sich vor: Sie waren mit einigen erkälteten Mitmenschen beisammen, kommen nach Hause und spüren eine eisige Kälte, die Ihnen den Rücken hochkriecht. Der Kopf tut weh. Handgelenke und Knie schmerzen. Und da ist so ein unangenehmer, trockener leichter Husten. Sie spüren ganz genau: Sie haben sich angesteckt. Und wenn Sie nicht sofort etwas dagegen tun, haben Sie in Kürze eine handfeste Erkältung. Das Hauptproblem: Es ist Ihnen entsetzlich kalt.

Und genau in dieser Situation holen Sie die Wärmflasche hervor, füllen Sie mit sehr warmem Wasser. Ich sage bewusst nicht heiß, weil es immer wieder zu Verbrennungen auf der Haut kommt, wenn das Wasser in der Wärmflasche kochend heiß ist. Sie setzen sich bequem in Ihren Fernseh-Fauteuil, schieben sich die Wärmflasche ins Kreuz und warten ab. Innerhalb kürzester Zeit hat eine angenehme Wärme die Kälte im Rücken verdrängt. Aber nicht nur im Rücken spüren Sie eine wohlige Wärme, sondern im ganzen Körper. Sie fühlen sich stark und wissen, dass Sie auf diese Weise die ersten Versuche von Erkältungsviren abwürgen konnten.

Die Wärmflasche kann aber ebenso effektiv in anderen Situationen helfen: Wenn Sie sie bei Magenschmerzen auf den Bauch legen, bei Kopfschmerzen auf den Kopf. Und wenn Sie die kalten Füße darauf stellen. Ja, und beim Blasenkatarrh macht es Sinn, sich zwei bis drei Tage ins Bett zu legen, die Wärmflasche mitzunehmen und auf den Unterleib zu legen. Sie sehen: Man kann mit einfachsten Wärme-Quellen sehr viel für die Gesundheit tun.