Die wichtigsten Antworten zur Organspende?

Das Thema Organspende ist wieder sehr aktuell. Die Bereitschaft zu einer Organspende geht zurück, immer weniger Menschen verlangen nach einem Organspenderausweis. Der Grund: Nach den vergangenen Skandalen um Organspenden sind viele Fragen offen, oft fehlt es auch an Informationen. Deshalb ist Aufklärung nötig, damit die Bereitschaft Organe zu spenden wieder steigt. Denn jährlich sterben tausende Menschen, weil in Deutschland die Zahl der Organspender stark gesunken ist. Patienten verlangen nach Aufklärung.

Wie lange kann man mit einem gespendeten Herz oder einer Niere leben?

Die Überlebensquote liegt nach zehn Jahren immer noch bei über 50 Prozent. Es gibt viele Patienten, die ihr Leben auch bei voller Gesundheit normal führen. Es gibt keine Limitierung auf eine bestimmte Zahl von Jahren. Mit einem gespendeten Organ ist die Lebensdauer genau so wie mit dem eigenen. Es hängt einfach von normalen Risikofaktoren und dem Lebensstil der Patienten ab.

Welche Sicherheiten gibt es, dass ich wirklich tot bin, bevor mir Organe entnommen werden?

Nach dem in Deutschland geltenden Transplantationsgesetz gibt es unumstössliche Regeln, die in einer Transplantation gegenüber dem Organspender eingehalten werden müssen:
Zwei unabhängige Ärzte müssen den Hirntod nachweisen und eine irreversible Schädigung des zentralen Nervensystems protokollarisch festhalten. Dafür gibt es klinische Tests, mit denen man die Hirnstammreflexe, die Durchblutung des Gehirns und die selbstständige Atmung überprüft – jedoch erst, wenn keine Narkosemittel mehr wirken. Diese Tests darf weder der Intensivmediziner noch der Transplantationsmediziner übernehmen, damit es nicht zum Interessenkonflikt kommt. Bislang ist aber kein Fall bekannt, bei dem ein Organspender für hirntot erklärt wurde und dann doch wieder aufgewacht ist. Also: Eine Todeserklärung nach dem Motto: "Wir müssen eine Organspende machen", gibt es nicht.

Bis zu welchem Alter kann ich ein Organ spenden?

Die Bereitschaft zur Organspende hängt sehr oft auch von folgender Frage ab: "Bin ich schon zu alt als Organspender?" Im Prinzip ist jeder als Spender geeignet, dessen Organe gesund und funktionsfähig sind. Man muss aber unterscheiden. Leber und Nieren funktionieren meist noch ohne Probleme bis ins höhere Alter. Herz und Lunge sind etwas wählerischer, was die Qualität angeht. Ein Spenderherz kann auf dem Transport in eine kritische Phase kommen, bis es wieder an die Blutzufuhr angeschlossen wird, es wird ischämisch, das heißt mangelhaft durchblutet. Je älter der Spender ist, desto geringer ist die Zeit, die das Herz ohne Durchblutung überstehen kann. Das Herz als Organspende ist bis zu ungefähr 65 Jahren problemlos. Also können die meisten Menschen einen Organspendenausweis bekommen.

Wie wichtig ist Verfassung des Empfängers für eine erfolgreiche Organspende?

Körperliche und seelische Konstitution müssen unbedingt in Ordnung sein. Es wird keine Organtransplantation durchgeführt, wen die gesundheitlichen Voraussetzungen beim Empfänger nicht stimmen. Die Patienten sollten sich vor dem Eingriff muskulär im Rahmen fit halten. Auch nach der Operation müssen sie schnell auf die Beine kommen. Und das geht bei denjenigen, die körperliche Fitness mitbringen, sehr viel besser. Eine Organtransplantation ist zwar immer noch eine schwierige aber inzwischen schon tausendfach durchgeführte Operation.
Der Patient muss sich seelisch auf seine Transplantation vorbereiten. Er muss sich an den Gedanken gewöhnen, dass in ihm bald ein fremdes Organ arbeitet. In den meisten Transplantationszentren gibt es eine Abteilung für Tranplantationspsychologie, die den Patienten auf sein neues Organ vorbereitet. Ganz wichtig ist die Mitarbeit von Angehörigen.

Lerne ich meinem Organspender kennen?

Nein, auf keinen Fall, das ist kein Thema. Das wird aus Datenschutzgründen strikt abgelehnt. Umgekehrt ist es genau so: Die Angehörigen von Organspendern oder der Organspender erfahren nicht, an wen das Organ gespendet wurde.