Weihnachtsessen: Genuss ohne Reue

Weihnachtsessen: Genuss ohne Reue

© Barbara Helgason

Es sind Feiertage, an denen wir schlemmen wollen. Ohne bei jedem Bissen daran denken zu müssen: "Darf ich das, ist das nicht zuviel, jage ich so mein Cholesterin hoch, was wird mein Blutdruck sagen?" Geht das überhaupt: Gut und dennoch gesund essen zum Weihnachtsfest? Ich freue mich, Ihnen sagen zu können: "Es geht". Wie, das können Sie hier lesen.

Der Festtagsbraten, der Fisch, die Torten und die vielen anderen kulinarischen Verführungen sind in den meisten Familien zu Weihnachten jahrzehntelange Tradition. Keiner will darauf verzichten. Bei all jenen , die ganze Jahr über gesund gelebt haben, ist das kein Problem. Alle anderen, die das ganze Jahr über üppig essen und zu den Feiertagen noch eins draufsetzen, können damit Probleme kriegen. Die ärztliche Statistik verrät es: Alle Jahre nach den Feiertagen haben Millionen Menschen erhöhte oder zu hohe Blutdruck - und Cholesterin-Werte.

Daraus ergibt sich die Frage: Wie kann ich Weihnachten und Neujahr genießen ,ohne büßen zu müssen ? Gibt es Tricks, mit denen man die Festtagsgenüsse entschärfen und gesünder machen kann? Die gibt es, und ich nenne Ihnen einige:

  • Essen Sie zum Fleisch ausschließlich knackige Salate und Pellkartoffel, keine Knödel, keine Nudeln. Reichlich Salat und eventuell Kartoffel helfen die Harnsäure-Überschüsse des Fleisches abbauen.
  • Noch besser : Trinken Sie zu den Mahlzeiten jeweils 1/8 Liter Sauerkrautsaft, Rote Bete-Saft, Kartoffelsaft oder naturtrüben Apfelsaft. Damit werden Magen und Darm von Gärstoffen und Giften gesäubert. Harnsäure wird ausgeschwemmt. Das kann Gichtanfälle verhindern helfen.
  • Der Supertrick aber, wie man den Weinachtsbraten entschärfen und weniger gesundheitsbelastend machen kann, sind Rettich, knackige Radieschen, wie sie jetzt vor den Feiertagen von den heimischen Gärtnern täglich erntefrisch angeboten werden. Die Senföle in den Radieschen können etwas Besonderes. Sie binden im Darm einen Teil der mit dem Festessen aufgenommenen Nahrung und führen sie über den Darm ab, ehe sie in den Organismus gelangen und Schaden anrichten können. Am besten, man bereitet aus geriebenen Radieschen Salat zu und isst ihn zu den Fleischspeisen. Oder man schneidet Radieschen in den gemischten Salat.
  • Trinken Sie während der Feiertage gegen Durst und zum Entschlacken täglich 2 Liter Mineralwasser, am besten stilles.Das schwemmt Stoffwechsel-Schlacken aus.
  • Der für viele traditionelle Weihnachts-Fisch - nämlich der Karpfen - ist gesünder, wenn Sie ihn nicht braten oder backen, sondern in einem Sud mit Wurzelgemüse und Kräutern garen lassen.

Die gesunde Weihnachtsgans

  • Die Festtags-Gans oder die Ente befreit man vom Fett, indem man das Fleisch beim Braten mit der Gabel ansticht. Das Fett läuft dann aus.
  • Wenn man den Braten mit Oregano oder Salbei einreibt, werden viele Röst- und Schadstoffe neutralisiert, die beim Braten an der Oberfläche entstehen.
  • Die knusprige Weihnachtsgans oder die Ente sowie der Braten werden gesünder, wenn Sie zum Würzen reichlich Kümmel einsetzen. Kümmel fördert die Verdauung.
  • Ebenso wird der Braten gesünder, wenn man ihn mit Maronen serviert. Maronen sind basisch und schaffen einen harmonischen Ausgleich zu der Übersäuerung durch große Fleischportionen.

Wie kann man während der Feiertage zu hohen Cholesterin-Werten vorbeugen ?

Zuviel Fleisch, vor allem zu fettes Fleisch, ist schuld daran, dass jedes Jahr zu den Feiertagen die Cholesterinwerte bei vielen Menschen enorm ansteigen. An der deutschen Universität von Leipzig hat Prof.Dr. Rotzsch nachgewiesen: Die Weihnachtsgans wird vom Organismus viel besser vertragen, wenn man dazu eine „Knoblauch- Therapie“ durchführt.

  • Reiben Sie die Gans oder den Braten kräftig mit zerdrückten, frischen Knoblauchzehen ein. Diese Würze ist sehr wichtig für die Gesundheit. Durch die Wirkung des Knoblauch-Wirkstoffes Allicin kommt es kaum merkbar zu einem Anstieg der Cholesterinwerte,wie man es sonst nach den Festgesessen messen kann.
  • Die zweite Möglichkeit, die Gefahr von zu hohem Cholesterin abzuschwächen, sind Artischocken. Damit kann man zugleich auch Völlegefühl, Übelkeit und Blähungen bekämpfen. Dazu gibt es Studien von Prof. Dr. Volker Fintelmann, Chefarzt am Krankenhaus Hamburg- Rissen.Er empfiehlt sogar die begleitende Einnahme von hochdosiertem Extrakt aus Artischockenblättern aus der Apotheke. Vorbeugend ist es aber sehr sinnvoll, zur Gans Artischocken oder Artischocken-Böden zu servieren.

Meeresfisch - das gesündeste Festtags-Essen

Gibt es Festtags-Genüsse, mit denen man Bluthochdruck vermeiden oder sogar positiv beeinflußen kann ?

Meeresfische wie Lachs, Makrele, Hering senken den Blutdruck. Die meiste Kraft steckt da in der frischen Makrele.

 

Was ist an Meeresfischen so wertvoll, dass sie den Blutdruck senken können?

Das ist die Kraft der Omega-3-Fettsäuren, die sich im Fett des Fisches befinden. Diese Omega-3-Fettsäuren werden von unserem Stoffwechsel in hochaktive Reglerstoffe umgewandelt . Und die wirken sich so positiv auf den Blutdruck aus. Die Omega-3-Fettsäuren im Fischfett gelangen nach der Verdauung durch die Darmwand in die Blutbahn.Und hier üben sie eine entspannende, weitende Wirkung auf die Wände der Blutgefäße aus. Dadurch sinkt der Blutdruck.

Aber auch mit Kalium in Obst und Gemüse kann Bluthochdruck vermieden werden. Der Mineralstoff reguliert auf wunderbare Weise den Blutdruck. Jedes Obst und Gemüse liefert Kalium. Kartoffel, Möhren, Sellerie, Kohlrabi, Brokkoli, Kopfsalat , Avocados aber besonders viel. Wer zu wenig davon isst, kann leicht einen Kalium-Mangel bekommen. Und der äußert sich an typischen Symptomen: Der Blutdruck steigt. Sie sollten während der Feiertage dem Blutdruck zuliebe jeden Tag ein bis zwei Äpfel genießen. Dazu eine Banane am Tag.

Kann man auch etwas tun, damit Süßigkeiten nicht so sehr belasten ?

Gegen zuviel Süßes und gegen zuviel starken Bohnenkaffee zu den Feiertagen liefern Sie dem Organismus Vitamin C ( Kiwis, Orangen, Paprikaschoten ), Vitamin B 1 ( Naturreis, Weizenkeimflocken ) und Magnesium in Form von Trockenfrüchten oder Naturreis.