Was ist ein Schlaganfall: Die Risikofaktoren

Auch im Jahr 2020 werden in Deutschland über 270 000 Mensch an einem Schlaganfall sterben. Überlebende haben sehr oft schwerwiegende Schäden erlitten, die nicht mehr reparabel sind. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für einen Schlaganfall, aber auch jüngere Menschen können daran sterben.

Die Ursache für diese Krankheit liegen meistens in unserer Lebenshaltung, an Umweltschäden. Viele der Risikofaktoren können von Ihnen selbst vermieden werden, das erhöht Ihre Überlebenschancen. Informieren Sie sich hier über die Risikofaktoren – und wie Sie diese Krankheiten vermeiden können. Das ist wichtig, besonders im heißen Sommer.

Der Schlaganfall

Etwa 80 % der Schlaganfälle werden durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn verursacht. Dabei werden ein oder mehrere Blutgefäße durch Ablagerungen an den Innenwänden der Arterien oder durch ein Blutgerinnsel eingeengt bzw. sogar vollends verschlossen. Dadurch wird das Gehirn nicht mehr ausreichend oder gar nicht mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Zellen sterben ab, der Körper und die Organe funktionieren nicht mehr. Ein Schlaganfall trifft sowohl kleine Gefäße wie auch große Arterien im Hirn. Bei etwa 15 % der von einem Schlaganfall betroffenen Menschen sind Blutungen im Gehirngewebe die Ursache. Das passiert, wenn der Blutdruck in den Arterien zu groß wird oder wenn die Arterienwände durch eine Arteriosklerose oder anderweitig vorgeschädigt sind oder wenn eine Kombination von beidem eintritt. Das Blutgefäß reißt ein, weil die Gefäßwand dem Druck im Inneren nicht mehr Stand hält. Auch Gefäßmissbildungen (Aneurysmen mit geschwächten Gefäßwänden) können eine Hirnblutung verursachen. Wenn das bei Ihnen festgestellt wurde, dann muss eine sofortige Behandlung beginnen, denn da ist Hilfe dringend vonnöten.

Vermeiden Sie Übergewicht

Im eigentlichen Sinn ist Übergewicht ja keine Krankheit. Aber es kann eine Reihe von Krankheiten auslösen und unterstützt Faktoren die zu den Ursachen eines Schlaganfalls gehören. Denn Übergewicht steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Arteriosklerose. Ihr persönliches Risiko für einen Schlaganfall steigt dadurch um das Zwei- bis Dreifache. Besonders ab Ihrem 50. Geburtstag sollten Sie Übergewicht vermeiden und durch eine vernünftige Lebensweise das Normalgewicht einhalten. Einfache Faustregel für Ihre Ernährung: 40 Prozent Kohlenhydrate, 20 Prozent Fett, 20 Prozent Eiweiß, fünf Prozent Zucker und 15 Prozent Ballaststoffe. Und Sie sollten ausreichend Sport treiben. Zwei bis dreimal pro Woche eine halbe Stunde sind schon eine große Hilfe.

Diabetes erhöhte das Schlaganfallrisiko

Zu den Risikofaktoren gehört auch ein Diabetes (Zuckerkrankheit). Patienten, die daran leiden, haben ein zwei bis vierfach höheres Risiko an einem Schlaganfall zu erkranken als Gesunde. Kommt dann auch noch ein zu hoher Blutdruck dazu, dann verzehnfacht sich die Gefahr eines Hirninfarkts. Als sollten Sie alles tun, um einen Diabetes zu vermeiden. Tipps dazu gibt es im Internet, oder Ihr Arzt kann Ihnen gute Ratschläge anbieten. Denn, wenn Ihre Blutzuckerwerte dauerhaft zu hoch sind, steigt Ihr Risiko für einen Schlaganfall ständig an. Auch die Vorstufe eines Diabetes gehört zu den Ursachen für einen Schlaganfall.

Die typischen Symptome beim Schlaganfall

Wenn der Patient einen Schlaganfall erlitten hat, der nicht zum Tode geführt hat, dann treten diese Symptome auf. Die müssen Sie unbedingt beachten und schnell ärztliche Hilfe suchen.:

  • Es kommt zu Lähmungserscheinungen an den Gliedmaßen
  • Ihr Sprachvermögen ist gestört. Sie beginnen zu stammeln, können nicht mehr zusammenhängend sprechen, ringen nach Worten.
  • Die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Umfeld funktioniert nicht mehr. Sie verstehen Fragen nicht oder beantworten Fragen die gar nicht gestellt wurden.
  • Sie verspüren in einer Körperseite plötzlich ein Taubheitsgefühl.
  • Es kommt zu plötzlichen Sehstörungen. Sie sehen Doppelbilder oder haben Gesichtsfeldausfälle. Manchmal erleiden Sie den kompletten Sehverlust auf einem Auge.

Hören diese Symptome innerhalb von 24 Stunden auf, dann sind sie eine letzte Warnung, denn sie wurden durch "kleine" Schlaganfälle verursacht. Sie steuern auf einen großen Schlaganfall zu. Also brauchen Sie schnell Hilfe. Der Schlaganfall gehört zu den Krankheiten, die sich sozusagen langsam anschleichen, um dann blitzschnell zuzuschlagen. Also müssen Sie diese Symptome unbedingt beachten.

Stellen Sie auf jeden Fall das Rauchen ein

Wenn Sie im Alter zu den schlaganfallgefährdeten Menschen zählen, dann müssen Sie sofort das Rauchen einstellen. Denn der Nikotingenuss gehört mit zu den häufigsten Ursachen für einen Schlaganfall. Ein Grund ist, dass viele der Schadstoffe besonders die Blutgefäße belasten. Vor allem der süchtig machende Stoff Nikotin führt dazu, dass sich die Arterien verengen und gleichzeitig die Herzaktivität steigt. Die Folge ist eine schlechtere Durchblutung aller Gefäße und ein steigender Blutdruck. Dieser Bluthochdruck schädigt die Blutgefäße und fördert die Entstehung der Arteriosklerose, auch als Arterienverkalkung bezeichnet.
Zusätzlich verändern die schädlichen Substanzen im Zigarettenrauch die Fließeigenschaften des Blutes. Es wird zähflüssiger und neigt stärker zur Bildung von Blutklümpchen. Diese sogenannten Gerinnsel können ein verengtes oder sehr kleines Blutgefäß verstopfen. Das folgende Gewebe oder Organ erhält keinen Sauerstoff mehr. Ist also ein hirnversorgendes Gefäß verstopft kann das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Dies führt zu einem Schlaganfall.

Schlaganfall durch Vorhofflimmern

Zu den Risikofaktoren für einen Schlaganfall zählt auch das Vorhofflimmern. Das ist eine besondere Form einer Herzrhythmusstörung, die in jedem Alter sowohl bei Frauen wie auch bei Männern auftreten kann. Es äußert sich durch einen unregelmäßigen Herzschlag und erhöht das Schlaganfallrisiko massiv. Diese unregelmäßigen Herzschläge sind meist nicht direkt spürbar. Sie können jedoch zu gefährlichen Folgeschäden wie einem Schlaganfall führen, da sich Blutgerinnsel im Herzen bilden und mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen können. Ein wesentlicher Risikofaktor sind hohes Lebensalter, ein ungesunder Lebensstil mit Alkoholmissbrauch, der Genuss von zu viel tierischem Fett, schädlicher Stress, zu wenig Bewegung und kein Sport. Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten Ursachen für einen Schlaganfall.

Alkoholgenuss gehört zu den Risikofaktoren

Das ist bei der Auflistung der Risikofaktoren ein interessanter Gesichtspunkt. Studien haben ergeben, dass leichter Alkoholkonsum mit einem geringeren Risiko für einen Schlaganfall verbunden sein kann. Dies gilt aber nur für den Hirninfarkt, also den Schlaganfall, der durch mangelnde Durchblutung der Hirngefäße entsteht. Das Risiko für eine Hirnblutung steigt mit zunehmendem Konsum. Da gilt die Faustregel: 20 Gramm reiner Alkohol täglich ist die noch zu vertretende Höchstmenge bei Frauen, bei Männern sind es 40 Gramm. Wird diese Menge täglich überschritten, dann sollten Sie sich in eine Therapie begeben.

Risikofaktoren die Sie nicht selbst beeinflussen können

Viele der Risikofaktoren für einen Schlaganfall können Sie durch Vorbeugung, eine Behandlung und die richtige Therapie selbst mindern. Das sind: Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Vorhofflimmern, Alkohol- und Nikotinmissbrauch. Einige Faktoren können aber Patienten nicht selbst beeinflussen. Das sind:

  • Sind in Ihrer Familie direkte Verwandte an einem Schlaganfall gestorben, dann haben Sie ein hohes Risiko, auch einen zu erleiden. Dies gilt besonders, wenn in der Familie eine oder mehrere vererbbare Erkrankungen bekannt sind, wie z. B. Bluthochdruck, Störungen der Blutgerinnung, Herzfehler, Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen. Auch da sollten Sie sich rechtzeitig in Behandlung begeben.
  • Das Lebensalter spielt beim Schlaganfall auch eine große Rolle. In rund 50 Prozent aller Schlaganfälle waren die Patienten über 70 Jahre alt.
  • Das Risiko für einen Schlaganfall ist bei Männern deutlich größer als bei Frauen. Vor allem im mittleren Lebensalter sind Männer häufiger betroffen. Frauen bekommen ein Schlaganfall meist in einem späteren Lebensabschnitt. Wegen des dann höheren Alter sind die Folgen eines Schlaganfalls schwerwiegender und die Frauen versterben häufiger.