Was für ein Schlaftyp bin ich?

Was für ein Schlaftyp bin ich?

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Der Schlaf ist für unsere Gesundheit so wichtig wie Essen und Trinken, wie Liebe und Beruf, wie Gesundheit und Erfolg. Aber auch beim Schlaf gilt: Jeder Mensch ist anders. Es gibt Menschen, die springen aus dem Bett, machen drei Kniebeugen und schon sind sie fit wie ein Turnschuh. Die andern müssen den Wecker auf dreimalige Wiederholung einstellen, wälzen sich mühsam aus dem Bett und sind dann noch lange nicht wach. Es liegt an Ihrem Schlaftyp, wie Sie mit dem Schlaf zurechtkommen. Der eine Schlaftyp ist nach sechs Stunden wieder frisch und munter, der andere Schlaftyp kann auch nach acht oder neun Stunden noch keine Leistung bringen. 

Schlaftypen gibt es viele verschiedene – wissen Sie denn, was für ein Schlaftyp Sie sind? Das ist wichtig zu wissen, denn die verschiedenen Schlaftypen haben auch verschiedene Biorhythmen – und die sind für unsere Gesundheit von großer Bedeutung. Das Problem ist: Unser Leben, vor allem unser Berufsleben richtet sich nicht nach den verschiedenen Schlaftypen, sondern schert alle über einen Kamm. Die Schule, der Job - alles beginnt für alle zu selben Zeit. Egal ob Sie noch schläfrig und leistungsschwach sind oder Sie auf 100% Leistungsstärke geschaltet haben. Also ist es wichtig zu wissen: Was bin ich für ein Schlaftyp und wie gehe ich damit um. Dazu gibt es Tipps und Ratschläge.

Müde am Morgen, wach bis spät Abends: Schlaftyp Eule

Sie kommen nicht in die Gänge, beim Zähneputzen schlafen Sie fast schon wieder ein, auf dem mit dem Auto zur Arbeit sind Sie eine Katastrophe, die ersten Stunden des täglichen Daseins sind eine Qual. Aber dann macht es "klick" und Sie sind voll da. Und zwar bis spät am Abend. Wenn rundum schon alles gähnt und dem Partner die Augen zufallen – dann sind Sie hellwach. Dann läuft Ihre Kommunikation auf Hochtouren, Sie könnten Bäume ausreißen, wollen immer noch etwas unternehmen und sind der oder diejenige die auch gegen Mitternacht noch ruft: "Kommt, einer geht noch. So jung kommen wir nicht mehr zusammen." Dann sind Sie der Schlaftyp Eule, der klassische Abendtyp, der kaum vor Mitternacht schlafen geht. Der am Tag, vor allem am Vormittag, kaum zu gebrauchen ist und erst in der Nacht zu voller Form aufläuft. Mit dem alten Sprichwort "Morgenstund hat Gold im Mund" kann man Sie jagen, denn morgens würden Sie am liebsten länger schlafen. Und das Wochenende ist dann gut gelungen, wenn Sie in der Nacht zum Sonntag spät nach Hause kommen, am Sonntag dann tagsüber bis spät in den Nachmittag hinein schlafen. Am liebsten würden Sie die Nacht zum Tag machen. Was interessant ist: Abendtypen kommen in der Regel besser mit Nacht- und Schichtarbeit zurecht, entwickeln aber auch häufiger Diabetes und psychische Krankheiten (Chronobiology International: Fabbian et al. 2016).

Morgens hellwach, am Abend ein Totalausfall: Schlaftyp Lerche

Um sechs Uhr am Morgen sind Sie hellwach, springen aus dem Bett, duschen – und Ihr Leistungsmessgerät steht sofort bei 100 Prozent. Sie haben auch kein Problem, schon vor dem Frühstück schnell ein bisschen Sport zu betreiben. Das bringt den Kreislauf auf Touren. Am liebsten wäre Ihnen, wenn die Arbeit schon um 7.00 Uhr beginnen würde, denn zu diesem Zeitpunkt sind Sie schon fit wie ein Turnschuh. Morgens sind Sie hellwach im Kopf, schaffen weg was das Zeug hält. Während die Kollegen bei der üblichen morgendlichen 9.00 Uhr-Konferenz noch nach muntermachendem Kaffee lechzen, sind Sie putzmunter. Dieser segensreiche Zustand hält bis etwa 15.00 Uhr an, dann fällt Ihre Leistungskurve stark ab. Sie bringen vielleicht gerade noch die Hälfte der Leistung, die Sie morgens abrufen konnten. Wenn Sie sich dann durch die abendliche rush hour nach Hause kämpfen, dann kann es durchaus passieren, die Sie hin und wieder für ein paar Sekunden vom Schlaf übermannt werden. Zu Hause wollen Sie dann nur noch Ihre Ruhe haben, das Abendessen genießen und dann vorn dem Fernseher in den Schlaf zu sinken. Das ist meistens nicht gut fürs Familienleben.

Können Sie Ihren Schlaftyp ändern

Das ist nicht so einfach, denn ob Sie Eule oder Lerche sind, wird von Ihrer ganz persönlichen inneren Uhr bestimmt. Und wenn Sie nach Ihrem Schlaftyp leben, dann leiden Sie ja auch nicht an Schlafmangel. Die Eule startet spät und geht spät ins Bett, die Lerche ist schon am frühen Morgen hellwach und schläft dafür früh am Abend ein. Damit könnte es ja gut sein und alle sind zufrieden. Das ist leider eine Illusion und so versuchen beide Gegensätze sich aneinander anzupassen. Das geht ganz gut und eine große Hilfe ist da der Sport. Die Eulen sollten versuchen nach dem Aufstehen und vor der Arbeit eine kleine aber intensive Sportrunde einzulegen: Zehn Minuten am offenen Fenster mit den Armen kreisen, auf den Füßen wippen, ein paar Kniebeugen machen und ganz einfach drei Minuten lang tief ein- und ausatmen – das hilft schon sehr. Die Lerchen sollten unbedingt auf das bewährte Mittagsschläfchen zurückgreifen: Zehn bis höchsten zwanzig Minuten genügen meist schon, um den Leistungsabfall am späten Nachmittag zu stoppen. Und wenn Sie es dann noch schaffen eine Stunde nach dem frühen Abendessen etwas Sport zu treiben, eine halbe Stunde spazieren zu gehen – dann stehen Sie problemlos noch einen gemeinsamen Familienabend durch.
Wenn Sie Ihren Schlaftyp ändern wollen, dann wird das einige Zeit dauern. Bei einem Test wurde festgestellt, das vor allem Jugendliche zum Eulentyp neigen. Das ist natürlich nachteilig für die Schule. Da gibt es einige Tricks für alle sogenannten "Nachtmenschen"

  • Verbringen Sie tagsüber so viel Zeit wie möglich im Freien.
  • Schalten Sie am Abend den Rechner und den Fernseher frühzeitig ab.
  • Verdunkeln Sie Ihr Schlafzimmer.
  • Das Smartphon wird entweder auf stumm geschaltet oder es bleibt draußen.

Bei Lerchen regelt sich das oft von selbst. Während Kleinkinder zum Leidwesen der Eltern ihre aktive Zeit oft schon sehr früh am Morgen haben, entwickeln sie sich im Teenageralter sehr oft zu Langschläfern. Im Erwachsenenalter aber schwingt das Pendel wieder zurück – deshalb sind alte Menschen sehr oft Frühaufsteher. Von Experten wird deshalb ein späterer Schulanfang gefordert.

Kurz- oder Langschläfer

Sowohl bei den Lerchen wie auch bei den Eulen gibt es Kurz- oder Langschläfer. Das ist normal. Normal ist ach eine Schlafzeit von sieben bis acht Stunden. Wer länger schläft, ist eben ein Langschläfer, wer weniger als sechs Stunden schläft ist ein Kurzschläfer. Beides sagt nichts über die Lebensqualität oder die Leistungsfähigkeit der Betroffenen aus. Napoleon brauchte angeblich nur vier Stunden Schlaf, Einstein brauchte seine zehn Stunden Nachtruhe. Es gibt keinen Test mit Aussagen, wann ein Mensch zu viel oder zu wenig Schlaf hat. Kurzschläfer, so vermutet die Wissenschaft, schlafen effektiver, ihre Tiefschlafphasen sind genauso lang wie die der Kurzschläfer. Langschläfer haben dagegen einen leichteren Schlaf und träumen mehr.