Wandern ist Gesundheit pur

Wandern ist Gesundheit pur

Prof. Hademar Bankhofer

Wandern, oh Gott, das auch noch: Verschwitzte Unterhemden, Kniebundhosen, Schafwollsocken und drückender Rucksack - so sah Wandern mal aus. Das ist vorbei. Wandern ist in, es macht fit, es ist Gesundheit pur. Nicht nur der Kreislauf, auch das Gehirn freut sich über Wandersmann/frau.

Ich selbst bin im Jahr mindestens zehn bis 12 mal auf Wanderungen unterwegs. Und ich fühle mich danach jedes mal super. Das hat seine Gründe. Deshalb wollen wir uns im Gesundheitsclub mit dem Thema "Wandern" einmal gründlich auseinandersetzen.

Wandern war viel Jahrelang out. Man ging joggen, machte Spinning, klackerte sich beim Nordic Walking mit den Stöcken durch die Landschaft - nur wandern, wandern ging kaum noch jemand. Das hat sich grundlegend geändert: Millionen Menschen gehen wieder auf Wanderschaft. Es muss ja nicht gleich der "Jakobsweg" sein, eine schöne Wanderung zu einem Ausflugslokal tut es auch.

Warum ist Wandern so gesund?

Wandern ist die natürlichste Fortbewegungsart, die der Mensch kennt. So hat er sich die Welt erobert, neue Lebensräume erschlossen, ist herumgekommen. Und: Die Bewegung in der freien Natur stärkt nicht nur den Körper, sondern ist auch Balsam für die Seele. Das behauptet jedenfalls die Gesundheits-Wanderführerin Gabi Schumann aus Schlaitz.

  • Wer wandert, der kräftigt sein Abwehrsystem, die Knochen, die Muskeln, den Kreislauf, das Herz und die Lunge.
  • Der Blutdruck wird auf normale Werte einreguliert, der Blutzuckerspiegel sinkt und die Blutfettwerte werden nach unten gedrückt.
  • Der gesamte Stoffwechsel wird durch regelmäßiges Wandern angeregt.
  • Der schönste Nebeneffekt: Wer wandert, nimmt ab.
  • Wandern stimuliert die Ausschüttung von stimmungsaufhellenden Botenstoffen.

Wandern schont Körper und Gelenke, der Wechsel von Auf und Ab ist positiv für unser gesamtes System. Durch die Bewegung wird der Aufbau von Muskel- und Knochenmasse gefördert. Man wird sich seines Körpers sicherer, bekommt ein besseres Körpergefühl, die Balance verbessert sich. Beim Wandern gerät man ins Schwitzen, das ist gut, denn dadurch werden Schadstoffe nach außen befördert, der Körper wird entgiftet. Die Organe werden besser durchblutet, besonders das Gehirn bekommt mehr Sauerstoff, Konzentration und Gedächtnisleistung steigen.

Wandern wie oft und in welchem Tempo?

Sie sollten regelmäßig wandern, etwa zwei- bis dreimal in der Woche. Beginnen Sie mit einer Stunde und steigern Sie sich langsam. Wanderungen die mit einem Tagesmarsch beginnen, sind nicht sinnvoll. Zu Beginn Ihrer "Wanderer-Karriere" sollten Sie auch besonders steile Anstiege meiden. Beim Tempo gilt mir ein Grundsatz: "Wandern Sie so schnell wie Sie können, aber nur so schnell, wie es Ihnen gut tut." Ein kleiner Tipp: Ein geübter Wanderer schafft fünf bis sechs Kilometer in der Stunde.

Die Wanderausrüstung

Wenn Sie auf größere Wanderungen gehen, dann müssen Sie sich gut vorbereiten.

  • Schuhe mit einem festen und griffigen Profil.
  • Sie müssen wasserdicht sein und aus atmungsaktivem Material. Am besten mit einem Knöchelschutz.
  • Es sollte immer eine Regenjacke und/oder ein Regenschirm im Rucksack sein.
  • Der Rucksack sollte auch einen Bauchgurt haben.
  • Sie müssen einen Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor bei sich haben, einen Hut oder eine Mütze.
  • Unterhemd und Hemd sollte aus atmungsaktivem Material sein, das die Feuchtigkeit von der Haut nach außen transportiert.
  • Baumwolle ist ungeeignet, da sie den Schweiß aufsaugt, nass und dadurch feuchtkalt wird.
  • Unterhemd und Socken zum Wechseln nicht vergessen.

Wandern, essen und trinken

Vor dem Start sollten Sie keine schweren und fetten Speisen zu sich nehmen. Obst, Vollkornprodukte, Hüttenkäse, Eier sind richtig. Für unterwegs gehören Studentenfutter, Äpfel, Dörrpflaumen etc. in den Rucksack. Eventuell Traubenzucker oder ein Kraftriegel. Bevor es losgeht sollten Sie richtig trinken. Für unterwegs sollte ein Flasche Mineralwasser oder Apfelschorle dabei sein. Planen Sie die Wanderung so, dass Sie spätestens nach zwei Stunden eine Rast einlegen können.