Wandern: Die beste Medizin für Ihren Kreislauf

Wandern: Die beste Medizin für Ihren Kreislauf

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Unglaublich, wie gesund das gute, alte Wandern ist: Herz, Kreislauf, Fettverbrennung kommen in Schwung, Gelenke und Muskeln werden gestärkt die Sauerstoffzufuhr wird verbessert, Stress wird abgebaut. Was Sie anziehen sollen, wie Sie sich gesund ernähren, was in den Wanderrucksack gehört.

 

Wandern gegen das Burnout-Syndrom

Wenn man vor ein paar Jahren jungen Leuten den Rat gegeben hätte, sie sollten doch im Interesse der Gesundheit eine Wanderung durch die heimische Natur unternehmen, hätte man dafür ein spöttisches Lächeln geerntet. Damals galt es als spießig und altmodisch, mit Wanderschuhen durch Wälder und über Wiesen zu gehen. Das ordnete man Oma und Opa zu. Das hat sich inzwischen mächtig geändert. Bei der Jugend und bei Frauen und Männern mit Stressberufen gilt das Wandern inzwischen als Wunderwaffe und Schutz vor dem gefürchteten Burnout-Syndrom. Ein Argument, dem sich keiner verschließen kann und will: Wandern macht Spaß, fördert die Geselligkeit und ist obendrein sehr gesund.

Im Vergleich zu vielen anderen Sportarten hat Wandern so viele Vorteile: Man muss es nicht lernen. Man braucht keine teure, spezielle Ausrüstung. Man muss auch nicht verreisen. Man kann sogar unmittelbar am Stadtrand oder vor der Haustüre die Natur entdecken und für eine Wanderung nützen.

Gehen ist die natürlichste Möglichkeit für den Menschen, sich fortzubewegen. Wenn man es zum Freizeitsport ausbauen möchte, dann spricht man vom Wandern. Der Herbst ist dafür eine ideale Zeit. Fürs Wandern braucht man nichts anderes als bequeme, feste - vor allem wasserfeste - Schuhe, wetterfeste Kleidung und eine Kopfbedeckung. Die Schuhe sollten Gummi-Profilsolen haben. Dann haben sie einen besseren Halt auf nassem Untergrund. Neue Schuhe sollte man vor einer Wanderung zuhause tragen.

Wie Sie vom Wandern profitieren

Wandern ist für viele von uns eine Naturarznei fürs Gesundbleiben. Wandern bringt viele gesundheitliche Vorteile:

  • Der ganze Körper wird dabei trainiert, am meisten die Beine. Die Muskulatur der Beine wird sanft und gleichmäßig durchblutet sowie elastisch gehalten. Es gibt dabei keine Gefahr einer Muskelzerrung oder eines Muskelrisses.
  • Da der Fuß ständig Bodenkontakt hat, werden die Fußsohlen massiert, und über die nachgewiesenen Reflexzonen werden Muskeln, Wirbelsäule und alle inneren Organe positiv beeinflusst.
  • Kräftige Schritte spürt man bis ins Gesäß. Das ist ein Beweis, dass beim Wandern Beckenmuskulatur, Gesäß- und Bauchmuskulatur angeregt werden. Das fördert gleichzeitig auch die Verdauung.
  • Interessant ist, dass auch die locker mitschwingenden Arme besser durchblutet werden und zugleich Schultern und Nacken entspannen.
  • Bänder, Gelenke und Sehnen werden schonend gestärkt. Es kann dabei keine Verletzungen wie beim Laufen geben, sofern man keinen Fehltritt tut und nicht stürzt.
  • Wandern stärkt den Kreislauf, fördert die Sauerstoffaufnahme, aktiviert Lunge und Herz, baut Stress ab, macht die Muskeln geschmeidig und fördert die allgemeine Konstitution sowie den Schlaf.
  • Man kann mit regelmäßigem Wandern auch die geistige Konzentration fördern. Das Gehirn freut sich verständlicherweise über einige Extra-Portionen Sauerstoff. Dazu muss man wissen: Wenn das Gehirn auch nur 2 Prozent des menschlichen Körpergewichts ausmacht, so beansprucht es bei jedem Atemzug 40 Prozent des aufgenommenen Sauerstoffs.
  • Unsere Welt ist laut. Das stört das vegetative Nervensystem, belastet Geist und Seele. Wandern bietet die Chance, die Stille der Natur zu genießen. Die Ruhe eines Waldes oder einer weiten Wiese überträgt sich auf den Menschen. Man kann beim Wandern herrlich abschalten, neue seelische und körperliche Kräfte sammeln. Der Kopf wird von belastenden Gedanken befreit. Man kann nach so einer Wanderung durch die Natur wieder voll Konzentration arbeiten, kann mit Problemen leichter fertig werden. Wer beim Wandern die Stille sucht , der schärft auch wieder seinen Gehörsinn, der durch ständigen Alltagslärm mächtig strapaziert wird.

Die richtige Ausrüstung, das richtige Essen

Ältere Menschen sowie Kinder sollten als kleine Hilfe einen Wanderstock benutzen. Außerdem: Wer wandert, sollte so wenig wie möglich tragen und wenn, dann nur gleichmäßig in einem Rucksack verteilt. Der Wanderer muss unbedingt ein paar wesentliche Dinge mithaben: eine gefüllte Wasserflasche, in der auch ein Kräutertee oder eine Mischung aus Apfelsaft und Wasser 50 zu 50 enthalten ist, einen Regenschutz, Sonnenbrillen und ein paar Socken, wenn Sie unterwegs wechseln wollen. Und natürlich mu0 auch ein Erste-Hilfe-Set dabei sein.

Eine wesentliche Voraussetzung: Wandern Sie ausschließlich in sauerstoffreicher Luft, fern von Industriegebieten und starkem Straßenverkehr. Nur so finden Sie auch die notwendige, heilsame Stille. Gehen Sie flott, aber in einem Tempo, das es Ihnen erlaubt, problemlos mit den anderen sprechen zu können, ohne gleich außer Atem zu kommen. Wandern Sie so, daß Sie sich dabei wohlfühlen. Dann können Sie nämlich - wie das beim Laufen der Fall ist - Glückshormone im Gehirn produzieren. Außerdem können Sie etwas fürs Abnehmen tun. Wer eine Stunde wandert, kann dabei bis zu 600 Kilokalorien verbrauchen.

Wichtig ist auch die richtige Ernährung. Nicht nur die Liebe geht durch den Magen. Auch das sportliche Leistungsvermögen. Wer sich bewegt , sich dabei wohlfühlen möchte und etwas für seine Gesundheit tun will, der muss ganz bestimmte Regeln beim Essen und Trinken beachten. Wobei sehr wichtig ist: Die Ernährung darf nicht nur gesund sein. Sie muss auch schmecken. Das gilt auch fürs Wandern. Die wichtigste Frage dabei ist:

Was sollte man während der Wanderung essen und trinken, damit man möglichst lange fit bleibt?

  • Sie sollten am besten alle 30 Minuten trinken. Nicht warten, bis sich Durst einstellt. Dann ist es schon zu spät. Vergessen Sie nicht: Sie schwitzen beim Wandern in einer Stunde bis zu 3 Liter Flüssigkeit aus. Wenn Sie diese nicht nachliefern, kann es zu Schwindel, Erbrechen und Muskelkrämpfen kommen. Schwarztee oder Kaffee sind nicht die idealen Getränke beim Wandern.
  • Essen sollte man während des Wanderns besonders leicht verdauliche Speisen: Bananen, Trockenfrüchte, Müsliriegel, Popcorn, einen Apfel, eine Scheibe Vollkornbrot, Joghurt, als konzentrierte Energie-Spritze ein kleines Stück Traubenzucker bei Erschöpfung. Ohne Bewegung würde das einen erhöhten Insulinausstoß verursachen. Das ist beim Wandern nicht der Fall.

Und was sollte man nach der Wanderung essen, um sich schnell wieder aufzubauen?

  • Da sind vorerst Kohlenhydrate wichtig: Zuerst leicht verdauliche wie Weißbrot, geschälter Reis, Teigwaren aus Weißmehl. Etwa nach 2 bis 3 Stunden ist es sinnvoller, Vollkornteigwaren und Naturreis einzusetzen. Da braucht der Körper Vollwert-Nahrung, um alle Kraftspeicher längerfristig aufzufüllen.
  • Ganz wichtig ist nun auch die Eiweißzufuhr. Je anstrengender die Wanderung war, desto mehr Eiweiß wird im Organismus gebraucht. Ideal: Pellkartoffel, Dinkelgrießbrei, Haferflockensuppe, Milchreis, Quark, Joghurt, Reis mit Gemüse. Damit tankt man schnell verfügbare Kohlenhydrate und hochwertiges Eiweiß. Auch nach dem Sport ist ein Müsli mit frischen Früchten von Vorteil.