Vitiligo: Heilung am Toten Meer

Hässlich und gefährlich: Die Weißfleckenkrankheit oder Vitiligo. Millionen Menschen leiden darunter, weil die weißen Hautflecken meist an sichtbaren Stellen entstehen - an den Händen, den Armen, den Beinen, im Gesicht. Und sie sind gefährlich, verstärken den Sonnenbrand. Wie diese Krankheit entsteht, wie man sie mit Naturheilmitteln und Kortison bekämpfen kann und warum die Sonne am Toten Meer für die Behandlung von Vitiligo so wichtig ist.

 

Vitiligo belastet die Seele

Es geschieht oft ganz plötzlich, meist während eines Sonnenurlaubs im Süden: Auf der Haut irgendwo am Körper entsteht ein kleiner weißer Fleck. Und von da an werden es immer mehr helle Felder, die auf dem Handrücken, auf der Schulter oder an den Armen und Beinen auftauchen und nicht mehr verschwinden. Das ist Vitiligo, die Weißflecken-Krankheit. In Deutschland sind eine Millionen Menschen davon betroffen. Vitiligo ist weder ansteckend, noch schmerzhaft. Doch sie belastet enorm die Seele und stört das Hautbild. Mit modernen medizischen Methoden und mit bestimmten Naturkräften kann man erfolgreich dagegen ankämpfen.

Vitiligo kommt schon ab zehn Jahren

Wer an Vitiligo leidet, der hat im Sommer Hemmungen, nackte Beine, Arme und Schultern zu zeigen, weil speziell auf der gebräunten Haut die weißen, grellen Flecken besonders nach Krankheit aussehen. Typisches Kennzeichen des Leidens: Die weißen Flecken sind meist scharf begrenzt und werden am meisten im Gesicht und an den Händen als störend empfunden. Die ersten weißen Flecken treten häufig erstmals zwischen dem 10. und dem 30.Lebensjahr auf. Und damit ist das ein großes, heikles Thema für junge Menschen. Es kommt aber durchaus auch vor, daß die ersten weißen Flecken im fortgeschrittenen Alter auftauchen.

Auch die Anzahl der weißen Flecken ist ganz verschieden. Bei dem einen sind sie bloß nur vereinzelt auf der Haut verstreut. Bei dem anderen ist fast die ganze Haut am Körper weiß.In der Medizin spricht man daher von einer ganz milden und von der generalisierten Form von Vitiligo.

Angriff auf das Immunsystem

Was aber sind die Ursachen für diese Erkrankung? Die weißen Flecken entstehen, weil die sogenannten Melanozyten zerstört werden. Das sind genau jene Zellen im menschlichen Körper, welche die Hautfarbe produzieren. Die Zerstörung der Melanozyten erfolgt, weil das körpereigene Immunsystem fehlgesteuert reagiert und einen Angriff und die Vernichtung durchführt.

Wer nun denkt, daß Vitiligo eine moderne Krankheit ist, der irrt gewaltig. Aus Überlieferungen weiß man, daß Menschen bereits vor 3.500 Jahren darunter gelitten haben. Dennoch ist bis heute niemand dahinter gekommen, wie dieser verhängnisvolle Mechanismus in der Haut in Gang kommt. Da die Krankheit in einer Familie gehäuft auftritt, spielen zweifelsohne genetische Faktoren eine bedeutende Rolle.

Während die Schuppenflechte und Neurodermitis in Schüben auftreten, schreitet die Weißflecken-Krankheit kontinuierlich fort. Die weißen Flächen werden in vielen Fällen immer größer.

Vitiligo erhöht das Sonnenbrandrisiko

Umweltmediziner vermuten, daß hochaggressive Umweltschadstoff-Moleküle - als freie Radikale bekannt - das Chaos in der Haut anrichten. Andere Wissenschaftler sind der Meinung, daß der Enzym-Haushalt in den Melanozyten gestört ist. Wieder eine andere Meinung besagt: Es werden plötzlich vermehrt giftige Substanzen aus den Nervenzellen in der Haut freigesetzt. Das wäre auch eine Erklärung dafür, daß die Krankheit durch Streßsituationen beschleunigt wird.

Speziell in der warmen Jahreszeit haben Patienten mit Vitiligo große Hautprobleme. Die weißen Flecken erhöhen das Risiko für einen Sonnenbrand und für daraus resultierenden Hautkrebs. Daher muß man bei Vitiligo die Haut besonders sorgsam vor der Sonnen schützen. Das bedeutet: Man muß Sonnenschutz-Präparate mit einem hohen Schutzfaktor einsetzen. Es muß nochmals betont werden: Die Weißflecken-Krankheit ist nicht gefährlich. Doch sie stört und belastet ganz erheblich die Lebensqualität des Betroffenen.

UV-Licht und die Sonne am Toten Meer

Welche Hilfe kann man dem Vitiligo-Patienten heutzutage geben? Da es sich um einen Krankheit handelt, bei der das Immunsystem verrückt spielt, hat man früher sehr oft Medikamente eingesetzt, welche das Immunsystem gebremst haben. Diese Medikamente haben aber schwere Nebenwirkungen, schwächen den Patienten und erhöhen die Krebs-Gefahr.

Sehr beliebt sind als Alternative Bestrahlungen mit UV-Licht. Und zwar setzt man speziell gefiltertes Schmal-Spektrum- UVB-Licht ein, das in seiner Zusammensetzung der Sonneneinstrahlung am Toten Meer ähnlich ist. Die richtige Dosis kann mit modernen Bestrahlungsgeräten optimal eingestellt werden. Das Problem: Die betroffenen Hautstellen müssen zwei Jahre lang 3 Mal die Woche bestrahlt werden. Bei 60 Prozent der Patienten kann man damit die normale Hautfarbe wieder herstellen. Durch die Lichttherapie wird auch die gestörte Immunkraft wieder normalisiert und die Pigmentzellen der Haut nehmen wieder ihre Arbeit auf.

Sehr oft wird dieser Therapie-Erfolg nach einer Drei-Wochen-Kur am Toten Meer in Isreal oder in Jordanien erreicht. Chefarzt Dr. Marco Harari am Deutschen Medizinschen Zentrum in Ein Bokek in Isreal gilt als einer der führenden internationalen Spezialisten fürdie Behandlung von Vitiligo. Am toten Meer sind für die Verbesserung der Weißflecken-Krankheit verschiedene Kriterien verantwortlich: die ungewöhnliche Sonneneinstrahlung weit unter dem Meeresspiegel, das beruhigende Bromid in der Luft und die hohe Konzentration von Mineralstoffen im Wasser des Toten Meeres.

Melonen-Enzyme helfen

Es gibt aber auch Cremes, die Erfolg bringen, und Gels, die aus dem hochdosierten Extrakt aus Melonen-Enzymen hergestellt werden. Beim Auftragen so eines Gels werden die Enzyme zu den Melanozyten gelangen und stellen auf diese Weise wieder das Gleichgewicht in der Haut her. Durch diese Einschleusung von Melonen-Enzymen kommt es in der betroffenen Hautarealen zu einer neuen Pigmentierung. In Deutschland gibt es Zentren, in denen die Anwendung so eines Gels mit einer UVB-Bestrahlung kombiniert wird. Auch da gibt es zufriedenstellende Behandlungserfolge.

Neuerdings versucht man auch, eine sehr kostenspielige Therapie bei Vitiligo einzusetzen: die Transplantation von Melanozyten, die sehr aufwendig ist. Diese Methode hat aber nur Sinn, wenn sich Vitiligo nicht weiterentwickelt und bereits zum Stillstand bekommen ist.

Behandlung mit Kortison-Salbe

Der Einsatz von Kortison hat sich im Laufe der Jahres verändert: Man ist von der innerlichen Anwendung - also von der Einnahme - abgekommen, weil damit zwar das Fortschreiten der Krankheit gestoppt, aber keine Wieder-Pigmentierung erfolgt. Wenn man hingegen Kortison äußerlich in Form von Salben aufträgt, dann kommt es in den Vitiligo-Hautstellen zu einer neuerlichen Pigmentierung. Und diese neuen Präparate machen die Haut nicht mehr dünn.

Viele Mediziner, die sich seit Jahren mit Vitiligo befassen, raten den Betroffenen, daß sie die Schilddrüse und die Nieren untersuchen lassen sollten. Man hat oft beobachtet, daß Patienten mit der Weißflecken-Krankheit Probleme mit diesen Organen haben. Handelt es sich um nur wenige, kleine weiße Flecken, so stehen heute auch moderne, ausgezeichnete Kosmetika zur Verfügung, mit denen man die Pigment-Flecken gut korrigieren kann.