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Verstärkter Pollenflug bringt immer öfter Heuschnupfen und mehr Allergien

Verstärkter Pollenflug bringt immer öfter Heuschnupfen und mehr Allergien

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Sehnlich erwartet und dieses Jahr sehr früh gekommen: Die ersten wirklich warmen Tage des Jahres sind bei uns in Deutschland schon im Februar und jetzt im März – der Frühling lässt sich n Bucht mehr stoppen. Und er kommt immer früher. Was die einen freut, bringt den anderen die Hölle: Denn mit den frühen warmen Tagen kommt der Pollenflug. Und mit dem Pollenflug kommen Heuschnupfen und Allergien. Für Millionen Deutsche beginnt wieder die alljährliche Leidenszeit. Die Folgen des sich wegen des Klimawandels immer mehr verstärkenden Pollenflugs: Eine ständig laufende Nase, entzündete und geschwollene Nasenschleimhäute, Bindehautentzündungen bis hin zu heftigen Asthmaanfällen, die chronische werden können. 

Wie stark die Beschwerden für die Betroffenen ausfallen – das hängt von der Konzentration der fliegenden Pillen in der Luft ab. Und die wurde bereits mit Rekordmengen gemessen. An Messstationen der Stiftung „Deutscher Polleninformationsdienst“ (PID) wurden bereits mehr als 1000 Pollen pro Kubikmeter Luft gemessen. Bei einer Belastung von 100 Pollen pro Kubikmeter sprechen die Wissenschaftler bereits von einer „starken Belastung“. Und schon ab zehn Pollen können Beschwerden auftreten. Das zunehmend wärmere Wetter verstärkt den Pollenflug und bringt Heuschnupfen und Allergien immer früher. Und die Pollen werden auch immer aggressiver. Das bringt den Betroffenen immer öfter Heuschnupfen und Allergien. Für Allergiker wird das Leben nun zur Hölle.

Pollenallergie: Diese Pollen sind häufig schuld

Polle ist nicht gleich Polle, viele verursachen keine Allergien und auch keinen Heuschnupfen. Aber an den Messtationen der PDI wurden diese Pollen als Hauptverursacher einer Allergie in Deutschland ermittelt:
Hasel, Birke, Erle, Esche, Roggen, fast alle Gräser, Ambrosia und Beifuß.
Der Blütenstaub dieser Pflanzen ist Hauptauslöser für 80 bis 90 % aller Pollenallergien in Deutschland. Allergiker reagieren fast nur auf Pollen von Pflanzen, die durch den Wind bestäubt werden. Bei den meisten Allergikern ist es so, das sie nicht nur auf eine dieser Pollen allergisch reagieren. Wer zum Beispiel gegen Erle oder Hasel allergisch ist, der ist es auch oft gegen Birke oder Beifuß. Eigentlich sind es ja gar nicht die Pollen allgemein die Schuld am Heuschnupfen und an Allergien sind. Es sind bestimmte Substanzen im Inneren der Pollen, meistens sind es Proteine. Auf einige dieser Proteine (z. B. das Protein Betv1) reagiert unser Immunsystem so stark, als sei es eine tödliche Bedrohung. Dieses Protein ist in den Pollen der Birke enthalten und bedroht unsere Gesundheit vor allem zum Höhepunkt der Birkenblüte, die ist normalerweise im April.

Die Pollen fliegen immer früher

Dieses Jahr allerdings könnte die Blütezeit der Birke schon im März beginnen, also zehn Tage früher als bisher. Das verlängert natürlich den Zeitraum, in dem Allergiker den Kontakt mit den Pollen fürchten müssen. Dieses Phänomen der früheren Blütezeit beachten die Mitarbeiter von PDI schon seit einigen Jahren. Zum Beispiels blüht die Hasel 15 Tage früher als noch vor 50 Jahren, bei der Erle sind es 13 Tage. Auch die eine Allergie hervorrufenden Gräser blühen früher. Hinzu kommt, das die Luftfeuchtigkeit in Deutschland angestiegen ist – und die lässt die Pollen öfter aufplatzen, ihre Allergene freigeben und diese über die Nase ins Körperinnere eindringen können. Das bedeutet: Der Zeitraum für eine allergische Bedrohung der Gesundheit ist größer geworden. Es gibt so sehr viel mehr Kontakte mit Pollen die Allergene freisetzen als noch vor einigen Jahren. Hinzu kommt, dass sich die Blütezeit vieler Pflanzen bis in den Herbst hinein verlängert hat. Galten bisher die Monate November bis Januar als so gut wie pollenfrei, ist diese Schonzeit auf etwa sechs Wochen zusammengeschrumpft. Es beginnt bereits im Januar mit Hasel und Erle. Danach kommen Birke und Esche. Im Mai und im Juni kommen die Gräser und der Beifuß bedroht Allergiker bis weit in den Herbst und Frühwinter. Das bedeutet, das Allergiker fast das ganze Jahr an rinnenden Nassen, entzündeten Augen und Beschwerden wie Asthma leiden müssen. Denn der Kontakt mit den Blütenpollen lässt sich ja kaum vermeiden.

Darum ist der Pollenflug für die Gesundheit gefährlich

Wenn es im Frühjahr zu einer Reihe von Tagen mit über 15 Grad kommt, dann explodieren Bäumen, Gräser und Kräuter förmlich und schleudern große Mengen allergischen Blütenstaub in die Luft. Den atmen die unter Allergien leidenden Patienten ein – das Immunsystem wird alarmiert. Unsere Abwehrzellen schlagen Alarm und schütten Botenstoffe aus um die  eingedrungenen Fremdkörper bekämpfen zu können. Es werden ganz spezielle Antikörper gebildet, die sich ausschließlich gegen Pollenallergie wenden. Bei diesem Vorgang in unserem Körperinneren werden Blutgefäße erweitert, Schleimhäute schwellen an, die Nase verstopft, die Atmung wird erschwert, die Augen tränen ständig und sind gereizt, Asthma droht. Manchmal schwillt der Hals der von Allergien betroffenen Patienten zu und es bilden sich Quaddeln auf der Haut. Zu den weiteren allergischen Symptomen gehört ein Zuschwellen der Bronchien.

Verschlechterte Umweltbedingungen machen den Pollenflug gefährlicher

Eine „normale“ allergische Reaktion wie Heuschnupfen oder tränende Augen wächst sich immer öfter zu einer schweren Krankheit wie chronische Bronchitis oder Asthma aus. Diese wachsende Gefahr liegt zum Teil an unserer sich verschlechternden Umwelt. Denn die herumfliegenden Pollen transportieren nicht nur Proteine mit sich die eine Allergie auslösen können, sondern auch Keime, Feinstäube und Schadstoffe aus der Luft. Dadurch rufen sie viel stärkere allergische Reaktionen hervor. Solche Belastungen führen sehr oft zu Asthma, weil unser Abwehrsystem mit den allergischen Belastungen nicht mehr fertig wird.

Tipps um eine Allergie durch Pollen zu vermeiden

Die Gefahr sich in der Blütezeit eine Allergie einzufangen ist eine natürliche. Also gibt es auch viele Tipps aus der Natur- und  Erfahrungsmedizin, wie man eine solche Allergie vermeiden kann:

  • Suchen Sie so oft wie möglich eine natürliche Umgebung mit großer Nähe zu Tieren auf. Zum Beispiel einen Urlaub mit den Kindern auf dem Bauernhof machen. Halten Sie sich oft im Stall auf, suchen Sie den Kontakt mit Tieren und geben Sie Ihren Kindern unbehandelte Milch zu trinken. Dadurch wird nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Immunabwehr von Anfang an gut trainiert. Die Gefahr an einer Allergie zu leiden sinkt.
  • Spaziergänge, joggen und längere Aufenthalte im Wald und an Wiesen sollten unbedingt vermieden werden.
  • Machen Sie in den frühen Morgenstunden eine kräftige Stoßlüftung und halten Sie ansonsten die Fenster geschlossen.
  • Bevor Sie ins Bett gehen duschen und die Haare sorgfältig spülen.
  • Benutzen Sie eine Nasendusche. Dadurch entfernen Sie eingedrungene Allergieerreger von den feinen Nasenhärchen. Hilft vor allem bei Heuschnupfen.
  • Besprechen Sie mit dem Arzt, welche Medikamente Sie gegen Ihre Allergie anwenden sollen.
  • Machen Sie Ihr Schlafzimmer zur pollenfreien Zone: Die tagsüber getragene Kleidung in einem anderen Raum ablegen.
  • Frisch gewaschene Wäsche nicht im Freien trocknen – das sind Pollenfänger.
  • Ein Tipp von der Oma: Machen Sie sich diesen Nasenbalsam: Fünf Gramm Wollwachs und 50 Gramm Mandelöl im Wasserbad erwärmen. Alle verrühren und in ein steriles Glas füllen. Jeden Morgen eine kleine Menge auf der Nase und der Nasenschleimhaut verteilen.
  • Träufeln Sie Sanddornöl auf ein Wattestäbchen und reiben Sie damit die inneren Nasenwände ab.
  • Allergiker brauchen mehr Vitamine, vor allem das Vitamin C. Ganz viel Vitamin C ist im Sanddorn und in Schwarzen Johannisbeeren.
  • Ein Tipp, wenn Ihre Augen ständig tränen: Zwei TL getrockneten Augentrost mit 200 ml, kochendem Wasser überbrühen, zehn Minuten ziehen lassen. Ein weiches Tuch mit lauwarmem Tee tränken und ca. zehn Minuten auf die geschlossenen Augen legen. Das lindert die Allergie.

Heuschnupfen: Die Gefahr am Steuer

Wer sich mit einem Heuschnupfen ans Steuer setzt, der gefährdet sich und andere. Das hat eine Untersuchung von Medizinern der Beerliner Charite´ergeben. Die Beschwerden lenken vom Verkehr ab, sagten 75 Prozent der Befragten. Besonders Niesanfälle wegen der Allergie werden als Gefahr empfunden. 13 Prozent sagten, dass ihre Allergie so stark sei, das sie gar nicht Autofahren könnten. Sieben Prozent gaben an, das sie wegen ihrer Allergie bereits einen Unfall hatten. Oder in eine gefährliche Situation gekommen seien. Lassen Sie also während der Fahrt Fenster und Dach geschlossen, um sich vor den Blütenpollen zu schützen. Schalten Sie die Klimaanlage aus oder auf Umluft, damit keine pollenbelastete Umluft ins Auto kommt. Ein  guter Schutz gegen den Heuschnupfen oder eine andere Allergie ist auch ein Pollenfilter in der Klimaanlage. Das verhindert bei mitfahrenden Kindern die Entwicklung einer Allergie