Verbrennungen an Weihnachten und Silvester: Schnelle Erste Hilfe

Verbrennungen an Weihnachten und Silvester: Schnelle Erste Hilfe

© eyetronic - Fotolia.com

Die Kerzen auf dem Adventskranz und am Weihnachtsbaum, der flambierte Nachtisch, die Wunderkerzen, das brennende Fett der Weihnachtsgans und die zu lange in der Hand gehaltenen Silvesterkracher - nie ist die Verbrennungsgefahr so gross wie an Weihnachten und Silvester. An diesen Tagen und in den Nächten füllen sich die Notaufnahmen der Krankenhäuser. 

Die meisten Verbrennungen sind zwar sehr schmerzhaft, aber meist nicht lebensbedrohend. Dennoch sollten Sie sich auf Verbrennungen an Weihnachten und Silvester vorbereiten und eine schnelle Erste Hilfe bereit halten. Wie Sie mit diesen Verbrennungen umgehen und wie Sie diese behandeln - hier meine Ratschläge.

Wir kennen vier verschiedene Verbrennungsgrade.

Verbrennungen 1. Grades, es gibt keine Narben
Dabei werden nur die obersten Schichten der Haut geschädigt. Es kommt zu starken Rötungen, zu Schwellung- und Spannungsschmerzen. Die Heilung erfolgt innerhalb weniger Tage. Gelegentlich löst sich die verbrannte Haut in Schuppen und Fetzen. Es bleiben aber keine Narben zurück.

Verbrennungen 2. Grades, sehr oft bleiben Narben zurück
Bei einer Verbrennung 2. Grades wird nicht nur die Oberhaut sondern auch die darunter liegende Lederhaut geschädigt. Da gibt es die oberflächliche Verbrennung (Grad 2a) und die tiefe Verbrennung (2b). Da bei der oberflächlichen Verbrennung die tieferen Hautschichten nicht angegriffen werden, heilt diese Verbrennung innerhalb von zwei bis drei Wochen ab. Die Symptome: Sehr starke Rötung, Blasenbildung mit einer feuchten Oberfläche. Sehr starke Schmerzen, die bei der Zufuhr frischer Luft oder bei Berührungen noch stärker werden. Bei einer tiefen Verbrennung (Grad 2b) wird die gesamte Lederhaut im Verbrennungsbereich in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt zu einer hellroten oder gelbweißen feuchten Wunde. Sich bildende Blasen sind meist offen und nässend. Eine Heilung und Wiederherstellung der Haut dauert länger als drei Wochen und sehr oft bleiben Narben zurück.

Verbrennungen 3. Grades, da muss der Chirurg helfen
Alle Hautschichten sind betroffen, Oberhaut und Unterhaut sind zerstört. Der Grund der Wunde ist lederartig, von Rissen durchzogen und bis zu schwarz verkohlt. Hier muss der Chirurg ran um das verbrannte Fleisch zu entfernen. Die Heilung dauert Wochen und Monate. Es kommt zu einer starken Narbenbildung.

Verbrennungen 4. Grades, oft hilft nur noch die Amputation
Das sind schwere, großflächige Verbrennungen. Muskeln, Sehnen und Knochen sind verbrannt und verkohlt. Wenn Gliedmassen betroffen sind, muss meistens amputiert werden.

Schnelle Erste Hilfe ist bei Verbrennungen das Wichtigste

Die Hitzeeinwirkung muss schnell gestoppt werden, der Verbrannte muss sofort raus aus dem Gefahrenbereich. Brennende Kleidung durch Wälzen oder mit Decken ersticken, oder mit Wasser löschen. Kleidung und Schmuck (Ketten, Ringe, Uhren) entfernen, da sie die Hitze speichern. Mit der Haut verklebte Kleidungsstücke belassen, nicht abreißen. Die Verbrennung etwa eine Viertelstunde mit handwarmem Leitungswasser abduschen um die Hitze aus dem verbrannten Gewebe zu ziehen. Bitte weder Eiswasser noch Eisbeutel einsetzen, da dadurch das verletzte Gewebe noch mehr geschädigt werden kann. Danach die Wunde mit einem keimfreien locker sitzenden Wundverband versorgen. Notfalls mit Alufolie aus der Küche oder sauberen Tüchern abdecken. Dann muss der Arzt her. Bei größeren Verbrennungen über den Notruf den Rettungsdienst holen. Auf keinen Fall dürfen Sie die Brandwunde mit den Fingern berühren oder entstehende Brandblasen aufstechen. Ebenfalls strikt verboten sind irgendwelche Salben, Puder oder das angebliche Hausmittel Mehl mit Öl vermischt. Wenn eine Verbrennung großflächig ist (mehr als 15% der Körperoberfläche bei Erwachsenen, acht Prozent bei Kindern), kann es zu einem Kreislaufschock kommen.

Was Sie selbst gegen Verbrennungen tun können

Verbrennung 1. Grades
Kühlen Sie die Verbrennung sofort mit fettfreien Gelen, Lotionen (ohne Duftstoffe) oder feuchten Umschlägen.  Einige Zeit danach kann die Haut mit mit fetthaltigen Salben, rückfettenden Lotionen oder Cremes gepflegt werden. Schmerzen und ein möglicher Juckreiz wird durch die eintretende Kühlung gelindert.

Verbrennung 2. Grades
Hautblasen nicht berühren, mit einem sterilen Verband abdecken. Große und störende Blasen (an den Gelenken) dürfen Sie nur unter absolut sterilen Bedingungen öffnen. Kleine Verbrennungen mit einem Salbenverband versorgen. Dabei darf der Verband nicht mit der Wunde verkleben. Offene Blasen mit kühlendem Wasser oder einer Kochsalzlösung gute reinigen. Danach die Wunde mit einem Wundantiseptikum desinfizieren und einen Verband mit antibakterieller Funktion anlegen. Dafür ist steriler Wundhonig auch sehr gut geeignet. Den Verband alle ein bis zwei Tage wechseln und den Verlauf der Heilung verfolgen. Durch den Arzt können auch synthetische und halbbiologische Hautersatzmaterialien zu einer schnelleren Wundheilung eingesetzt werden.

Verbrennung 3. Grades
Diese Verbrennungen können Sie auf keinen Fall selbst behandeln - Notarzt, Rettungsdienst und ab ins Krankenhaus. Nur dort ist die nötige Hygiene gewährleistet. Dort könne auch Hauttransplantate eingesetzt werden. Dabei werden meist Eigenhauttransplantate verwendet.

Natürliche Hausmittel bei Verbrennungen

Für die schnelle Erste Hilfe bei Verbrennung gibt es auch bewährte Hausmittel

  • Da spielen die Inhaltsstoffe der Aloe Vera eine große Rolle. Nehmen Sie ein sauberes Leintuch, tränken Sie dieses mit 100%igem Aloe vera-Saft (aus der Apotheke) und bedecken Sie damit vorsichtig die verbrannte Hautstelle. Im Aloe vera-Saft ist der Wirkstoff Acemannan enthalten. Der verhindert eine hässliche Narbenbildung und fördert die Heilung.
  • Schlagen Sie ein Ei auf, scheiden Sie das Eiweiß vom Dotter und bestreichen Sie mit dem Eiweiß die verbrannte Haut. Das wirkt wie eine schützende Haut, verhindert Infektionen, die neue Haut kann sich ungestört bilden.
  • Bei kleineren Verbrennungen können Sie sich eine Scheibe frisch aufgeschnittener Zwiebel auf die Verletzung legen.
  • Nehmen Sie ein Leintuch, tunken Sie dieses in Sauerkrautsaft und legen es auf die Wunde
  • Sehr oft verbrennt man sich die Zunge. Da hilft es, wenn Sie die Zunge mit einem kleinen Schluck kalte Sahne spülen.