Vegetarische Ernährung

Vegetarische Ernährung

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Laut einer Umfrage der Europäischen Union nimmt die Zahl der Menschen die kein Fleisch essen ständig zu. In England ist der Anteil der Vegetarier seit 1984 von 2 auf 9 Prozent angestiegen. In Deutschland gibt es derzeit 7 Prozent. Skandale mit Gammelfleisch, der BSE-Skandal , Maul- und Klauen-Seuche-Alarm, Salmonellen im Geflügel sowie Antibiotika im Schweinefleisch haben vielen von uns den Appetit auf Wurst und Fleisch gründlich verdorben, haben viele Konsumenten verunsichert.

Ich esse kein Fleisch mehr

Viele Menschen haben in jüngster Zeit den Entschluss gefasst: Ich esse kein Fleisch mehr. Aber: Ist es im Interesse einer ausgewogenen Ernährung richtig und gesund, kein Fleisch zu essen? Gibt es wertvolle und sinnvolle Alternativen? Was muss der Vegetarier beachten, damit er keinen Mangel erleidet? Und vor allem: Welche Alternativen gibt es, um sich mit wertvollem Eiweiß zu versorgen?

Es gibt 5 Gruppen von Vegetariern:

  • Die Ovo-Lacto-Vegetarier. Sie essen kein Fleisch, aber Milch, Käse und Eier.
  • Die Lacto-Vegetarier. Sie essen auch Milch und Käse, aber keine Eier.
  • Die Veganer. Sie essen keinerlei Speisen, die vom Tier kommen.
  • Die Semi-Vegetarier. Sie essen hin und wieder auch etwas Fleisch .
  • Die Meeres-Vegetarier. Sie essen kein Fleisch, aber Fisch. Die Semi-Vegetarier und die Meeres-Vegetarier machen im Grunde genommen genau das, was eine ausgewogene, vernünftige Ernährung ausmacht. Die Ovo-Lacto- und die Lacto-Vegetarier haben keine Probleme mit der Zufuhr von Eiweiß und Calcium.

Viele, die mit dem Gedanken spielen, sich - zumindest zeitweise - vegetarisch zu ernähren, wollen wissen, ob sie ohne Fleisch genügend lebenswichtige Stoffe aufnehmen. Hier die Ergebnisse jüngster Untersuchungen:

  • Fleisch ist eine gute Eiweißquelle, aber nicht die einzige. Man kann bedenkenlos den Eiweißbedarf aus Milch und Eiern decken.
  • Wer kein Fleisch isst, der muss Gemüse, Salat, Obst und Vollkornteigwaren, Naturreis, Mais, Vollkornbrot, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und kaltgepresste Öle konsumieren.
  • Eiweiß ist auch in Pflanzen zu finden. Vor allem die lebensnotwendigen Eiweißbausteine, die Aminosäuren, kann man aus Pflanzen tanken. Wer kein Fleisch isst, der muss regelmäßig Sojaprodukte und andere Hülsenfrüchte, Lupiniensamen, Sesamsamen, Sonnenblumenkerne, Nüsse, und Kürbiskerne essen.

Vegetarier leben länger

Darauf müssen Vegetarier im Interesse ihrer Gesundheit achten:

Veganer müssen Obacht geben, dass sie keinen Mangel an den Vitaminen B 12 und D erleiden. Vitamin B 12 , das wir alle hauptsächlich aus Eiern, Quark und Fisch aufnehmen, müssen Veganer aus Sauerkraut und Vollkornprodukten tanken. Wenn schwangere Frauen, stillende Mütter, Kinder und Jugendliche sich fleischlos ernähren wollen, sollten sie das vorher mit dem Arzt besprechen.

Interessant sind Studien,die an der Universität Gießen, am Krebsforschungs-Zentrum Heidelberg, am Institutes für Sozialmedizin in Berlin und am Bundesgesundheitsamt in Berlin durchgeführt wurden. In allen Fällen hat man die Vorteile vegetarischer Lebensweisen untersucht. Das Ergebnis: Vegetarier weisen günstigere Blutdruckwerte und Cholesterinwerte auf, haben weniger Gewichtsprobleme und sind weniger infektanfällig. Sie haben oft eine längere Lebenserwartung. Unter den Vegetariern gibt es wenig Gicht-Patienten und sehr selten Diabetiker. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ist geringer. Es gibt weniger Gallenstein-Patienten. Auch das Risiko für Brustkrebs und Dickdarm-Krebs ist weitaus geringer. Und mancher, der zum Vegetarier wurde, hat binnen 2 bis 3 Jahren seine Pollen-Allergie besiegt. Grundsätzlich kann man auch sagen: Wer sich entschließt Vegetarier zu werden, der lebt insgesamt gesünder. Interessant ist, dass viele, die sich für eine vegetarische Lebensweise entscheiden, mit dem Rauchen aufhören und wenig Alkohol trinken. Nur ganz junge Leute können vegetarisches Essen und Rauchen oft vereinbaren.

Es gibt viele Alternativen zum Fleisch. Zum Beispiel Eiweiß, das aus dem Samen der Lupinie, Lopino genannt, kommt. Lopino ist die neue Alternative im Rahmen der gesunden Ernährung für Vegetarier und Allergiker. Eine starke Konkurrenz zur Sojapflanze. Was ist denn nun Lopino?

Lopino der Eiweiß-Spender

Es hat die Konsistenz von Quark, die Farbe von Vanille, schmeckt nach Nuss, ist besonders leicht verdaulich und verursacht keine Blähungen. Gewonnen wird Lopino aus dem Samen einer Blume. Es handelt sich dabei um die gelbblühende Süßlupine. Sie stammt aus Bolivien.

Das Besondere an dem Lupine-Samen: Er hat einen höheren Eiweißgehalt als andere Nahrungsmittel. Zum Vergleich: 200 Gramm Lopino-Quark hat soviel Eiweiß wie 330 Gramm Fleisch oder 400 Gramm Tofu. Und so wird das Eiweiß aus den erbsengroßen Lupine-Samen gewonnen. Die Samen aus kontrolliert-ökologischem Landbau quellen über Nacht in riesigen Wasserbottichen. Dann werden sie zermahlen und mit Wasser verrührt. Es entsteht eine cremefarbene Milch, in der durch Erhitzen die gelösten Eiweiß-Anteile gerinnen. Dieser Lopino-Quark kann problemlos zu Brotaufstrichen, zu fleischlosen Brätlingen und zu anderen Naturprodukten verarbeitet werden. Man kann Lopino braten, backen, rösten und grillen.

Nahrung aus dem Lupine-Samen hat viele Vorteile: Sie wird von Allergikern ausgezeichnet vertragen. Lopino ist der einzige Eiweißträger, der frei von harnsäure-bildenden Purinen ist. Es enthält keine blähenden Stoffe, dafür aber alle lebenswichtigen Aminosäuren. Besonders reich ist Lopino an Lysin, Methionon und Cystein. Durch den hohen Gehalt an Lysin ist der Lupinen-Samen eine sehr gute Ergänzung zu Getreide. Lopino ist außerdem reich am Vitamin B 12, Calcium, Magnesium und Phosphor. Lupinen-Samen, Lupinen-Quark, Lupinen- Milch sowie Lupinen-Joghurt gibt es - mit Rezepten für die Zubereitung von Speisen - in Naturkost-Geschäften und Reformhäusern.