Vegetarische Ernährung mit Kamut, Linsen und Erbsen

Vegetarische Ernährung mit Kamut, Linsen und Erbsen

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Wissenschaftler aus den USA, Kanada, Italien, Israel und Rußland haben eine uralte Getreide-Sorte wieder entdeckt, die sich ideal für den biologischen Landbau eignet. Ohne Kunstdünger und Pestizide kann man damit hohe Erträge erzielen. Ein hervorragender Eiweiß-Lieferant. Dazu muß man wissen: Um 4000 vor Christi Geburt bauten die Ägypter den ersten Weizen an - sozusagen den Urweizen. Sie gaben ihm den Namen Kamut, was soviel wie „die Seele der Erde“ bedeutet. Das Brotgetreide Kamut wurde als heilig verehrt und für Notzeiten in großen Speichern gehortet.

Urweizen (Kamut) hat viel Selen

Im Laufe der Jahrtausende entstanden - aus Wildgräsern gezüchtet - neue Weizensorten, die immer wieder gekreuzt wurden und dadurch natürlich an Nährwert und Geschmack verloren. Kamut geriet in Vergessenheit, ist aber bei wenigen ägyptischen Bauern erhalten geblieben. Und seit 1989 wird weltweit Kamut wieder als Mehl und als Brot in zahlreichen Bäckereien in Deutschland, in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien und Österreich angeboten.

Kamut ist ein Verwandter des Hartweizens. Es hat auch heute noch dieselben Eigenschaften wie vor 6000 Jahren. Und das sind die Vorzüge dieser historischen Weizenart: Kamut hat einen sehr hohen Nährwert. Dieser Urweizen aus dem alten Ägypten wird 100 Prozent biologisch gebaut. Kamut enthält 40 Prozent mehr Proteine und weitaus mehr ungesättigte Fettsäuren als moderne Weizensorten. Kamut liefert dem menschlichen Organismus etwa 30 Prozent mehr vom Mineralstoff Magnesium und vom Spurenelement Zink als andere Vollkornarten. Nach neuesten Prüfungen am Institut für Bio- und Lebensmittelchemie der Technischen Universität Graz verfügt diese Getreidesorte über einen besonders hohen Gehalt am Spurenelement Selen, wichtig als Krebsschutz und zur Festigung der allgemeinen Immunkraft. Schon beim Verzehr von 200 Gramm Brot aus Kamut-Mehl ist der Tagesbedarf an Selen gedeckt.

  • Kamut-Korn enthält besonders viel Vitamin B 1, B 2, Niacine, Pantothensäure, Folsäure, B 6 und Vitamin E o Mit seinem milden, leicht nußigen Geschmack ist das Kamut-Getreide ein ideales Naturprodukt für Brot und Kuchen.

  • Wer Nahrungsmittel aus dem Ur-Weizen genießt, kann es selbst beobachten: Man hat danach lange keinen Hunger. Und man tankt enorme Mengen an Energie. Daher eignet sich Brot aus diesem Getreide speziell auch für Schulkinder zum Frühstück.

Soja kann Fleisch ersetzen

Eine weitere wichtige Eiweiß-Quelle für all jene, die kein Fleisch essen, ist Soja, auch die "Kuh des Ostens" genannt. Was macht nun die Soja-Bohne so wertvoll für unsere Ernährung? Sie enthält etwa 40 Prozent hochwertiges, leicht verdauliches Eiweiß. Sie ist frei von Cholesterin, liefert viel Ballaststoffe für eine optimale Verdauung. Man nimmt mit Soja-Bohnen viel Magnesium, Kalium, Calcium und Eisen auf. Mit Soja tanken wir aber auch Selen, Folsäure und Lecithin.

500 Gramm Sojamehl entsprechen, was den Eiweiß- und Fett-Gehalt entspricht, 5 Liter Vollmilch und 28 Hühnereiern. Eine halbe Tasse Sojabohnen hat den gleichen Eiweißgehalt wie 150 Gramm Steak. Wer sich fleischlos ernähren will, der kann das gezielt mit Soja-Produkten. Allerdings: Die Sojabohne enthält nicht alle lebenswichtigen Aminosäuren. Man muss Soja daher mit Reis, Vollkornnudeln und Milch kombinieren. Es muss auch bedacht werden: Manche Menschen vertragen keine Soja-Produkte. Sie bekommen Blähungen, weil sie die Oligosaccharide nicht vertragen.

 

Isoflavone gegen Krebs

Neueste Forschungen weise nach: Wenn der Mensch Soja-Produkte isst, dann gelangen sogenannte Isoflavone in den Organismus. Und diese verwandeln bestimmte Hormone in Anti-Krebs-Substanzen. Soja in der täglichen Nahrung senkt das Risiko für Brust- und Prostata-Krebs. Außerdem kann man mit dem regelmäßigen Verzehr von Soja-Produkten der Adernverkalkung vorbeugen und zu hohe Cholesterinwerte senken.

Das Angebot an Soja-Produkten in den Reformhäusern und Supermärkten ist vielfältig: Es gibt Sojamilch, Soja-Quark - besser als Tofu bekannt - , weiters Soja-Paste, bekannt als Miso, Soja-Soße, Soja-Mehl, Soja-Flocken und Soja-Teigwaren.

Eine weitere Eiweißquelle sind Hülsenfrüchte. Bohnen machen stark gegen Leber, Nieren- und Blasenleiden. Sie wirken zellverjüngend und erhalten uns lange fit und vital. Sie wirken entwässernd, kräftigen Herz und Kreislauf. Vor allem die weißen Bohnen stärken das Nervensystem, geben im Alter mehr Kraft als Fleisch. All diese Eigenschaften sind auf eine Reihe von wichtigen Inhaltstoffen zurückzuführen: 22 Prozent Eiweiß, die Spurenelemente Mangan für gesunde Haare, Molybdän für den Stoffwechsel, Nukleinsäure fürs Jungbleiben und für die Körper-Energie. Mit nur 100 Gramm Bohnen können wir mehr als die Hälfte unseres Tagesbedarfs an Kalium für Muskeln, Herz und Nerven, an Eisen fürs Blut und an Magnesium fürs Herz tanken. Weiters enthalten Bohnen sämtliche Vitamine der Gruppe B und Betacarotin. In den Bohnen finden wir aber auch reichlich vom Spurenelement Zink, wichtig für die Immunkraft. Was die Kalorien betrifft, so haben Bohnen 30 Prozent weniger als Reis oder Nudeln. Außerdem sind Bohnen reich an Ballaststoffen, regen somit die Darmtätigkeit an.

 

Erbsen senken den Cholesterinspiegel

Bohnen können bei empfindlichen Menschen Blähungen hervorrufen, wenn sie einen Mangel an ganz bestimmten Verdauungs-Enzymen haben. Es gibt allerdings einen Trick,wie man Bohnen ohne diese Verdauungs-Beschwerden genießen kann: Die trockenen Bohnen werden lange in kaltem Wasser gespült. Danach neues, heißes Wasser übergießen, 4 Stunden einweichen. Wasser abgiessen, neues Wasser dazugeben und die Bohnen garkochen.

Sehr sinnvoll als Alternative zu Fleisch sind Linsen. Sie sättigen stark, enthalten viel vom Spurenelement Zink und Eisen. 100 Gramm Linsen liefern mehr Aminosäuren als Gramm Fleisch.

100 Gramm Erbsen liefern 10 mal mehr Eiweiß als eine Currywurst mit Pommes und Sahnetorte als Dessert. Und : Erbsen, wie auch die anderen Hülsenfrüchte, senken den Cholesterinspiegel.

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