Unsere besten Heilkräuter aus dem Garten

Unsere besten Heilkräuter aus dem Garten

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Überall sind jetzt auf den Bio-Plantagen, aber auch in privaten Gärten die Heilkräuter des Sommers geerntet worden. Dazu gehören in erster Linie der Lavendel, der Hopfen, der grüne Hafer und die Pfefferminze. All diese Heil-Pflanzen können uns übers ganze Jahr in der modernen Zeit sehr helfen, dass wir gesund, fit, vital, stressfest und mit starken Nerven durchs Leben gehen.

 

Lavendelblüten für die Naturmedizin

Die Lavendelblüten werden in den Sommer-Monaten Juli bis August geerntet. Und zwar mittags bei Sonnenschein. Da enthalten sie die meisten ätherischen Öle. Lavendelblüten liefern über 200 Substanzen. Die beiden wichtigsten sind Linalyl-Azetat und Linalool. Das Linalyl-Azetat ist für den Lavendelduft verantwortlich und ist eine hervorragende Heilsubstanz. Sie beruhigt die Nerven, löst Verkrampfungen, tröstet bei seelischem Tief, vertreibt Ängste, macht Mut und fördert die Ausschüttung des Hormons Serotonin für positives Denken. Das Linalool ist ein Bakterien-Killer, wirkt antiseptisch, entzündungshemmend.

Während man in der Küche die zerriebenen, pulverisierten, getrockneten oder die frischen Lavendelblüten als Würze einsetzt, verwendet man in der Naturmedizin Lavendelblüten in Form von Tee oder Lavendelblüten-Öl.

Hier das Rezept für den Tee: 1 gehäufter Teelöffel Lavendelblüten werden mit 1 Tasse kochendem Wasser übergossen, zugedeckt 8 bis 10 Minuten ziehen lassen, durchseihen, mit etwas Honig lauwarm trinken.

Und so wird Lavendel konkret in der Naturmedizin eingesetzt:

  • Wenn man nach einem gestressten Tag leichter einschlafen möchte, reibt man vor dem Zubettgehen die Schläfen mit Lavendelöl ein. Man kann auch ein paar Tropfen aufs Kopfkissen geben. Oder man trinkt 1 Tasse Tee.
  • Zum Stärken der Nerven riecht man einfach mehrmals Tag an einem geöffneten Fläschchen mit Lavendelöl.

Grüner Hafer für die Nerven

Die nächste Heilpflanze des Sommers: der grüne Hafer. Er macht uns in erstaunlicher Weise und kurzer Zeit wieder fit im Kopf. Man hat schon im Mittelalter den Wilden Grünhafer eingesetzt, um Konzentrations-Schwäche und geistige Erschöpfung zu bekämpfen. Hildegard von Bingen, die im 11.Jahrhundert wirkte, hat bereits die anregende Wirkung dieser Pflanze auf Geist und Gehirn gelobt. Und später hat dann auch Pfarrer Sebastian Kneipp oft betont, dass der Grünhafer die Gehirnleistung enorm verbessern kann.

Beim Wilden Grünhafer handelt es sich um eine uralte, noch vollkommen unverfälschte Hafersorte, die niemals veredelt oder gekreuzt wurde, und zwar aus kontrolliertem Anbau. Dieser spezielle Wilde Grünhafer zeichnet sich durch einen reichen Anteil an Bioaktivstoffen aus, wie sie in den herkömmlichen Hafer-Sorten gar nicht mehr enthalten sind.

Und genau diese Bioaktivstoffe in dieser hohen Konzentration bringen die Botenstoffe im Gehirn in Hochform, die fürs Denken, Reagieren und Erinnern zuständig sind. Geistige Müdigkeit und Erschöpfung kann in relativ kurzer Zeit überwunden werden. Man bereitet aus dem Wilden Grünhafer Tee zu.

Echter Hopfen: Vom Gemüse zur Heilpflanze

Es gibt eine Pflanze, die man in erster Linie nur dem Bierbrauen zuerkennt. Doch sie hat auch viele Wirkungen in der Naturmedizin. Es ist der Hopfen. Früher ist er wild gewachsen. Heute wird der "Echte Hopfen", wie er in der Botanik genannt wird, längst kultiviert. Er wird im März in Gerüstanlagen angebaut und wächst in sogenannten Hopfengärten bis Ende Juli bis zu 7 Meter hoch. Die Hopfen-Zapfen, auch Hopfenblüten genannt, werden für das Bierbrauen zu Pellets gepreßt. In der Apotheke werden die ganzen oder in Schuppen zerlegte Zapfen zur Teezubereitung angeboten.

Die meisten Arzneipflanzen waren bereits in der Antike als Heilmittel bekannt. Nicht so der Hopfen. Man kannte ihn, aber war konsumierte ihn als Gemüse. Erst im 11. und 12. Jahrhundert entdeckten arabische Ärzte in Spanien die heilsamen Einsatzmöglichkeiten des Hopfens. Auch Hildegard von Bingen und Paracelsus setzten Hopfenblüten für ihre Patienten ein.

Was macht nun den Hopfen so interessant für unsere Gesundheit? Die Hopfenzapfen sind reich an Harzen, Bitterstoffen, Pektin, Flavonoiden und ätherischen Ölen. Die Hauptwirkstoffe sind die Hopfenbittersäuren Humulon und Lupulon. Außerdem hat man erst kürzlich die Substanz Xanthohumol entdeckt, die in der Krebsforschung eifrig analysiert wird, weil man da eine gewisse Therapie-Wirksamkeit vermutet.

  • Auf Grund neuer Studien und Untersuchungen ist der Hopfen offiziell seit 1980 als beruhigendes und schlafförderndes Mittel anerkannt.
  • Hopfen wirkt aber auch schmerzlindernd an den monatlichen Tagen von Frauen und Mädchen.

Die klassische Form ist die Zubereitung von Hopfenblüten-Tee. 2 gehäufte Teelöffel getrocknete Hopfenblüten aus der Apotheke werden mit ¼ Liter kochendem Wasser übergossen, 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Durchseihen, lauwarm mit Honig gesüßt trinken. Zum Stärken der Nerven sollte man 3 Tassen täglich konsumieren.

Für einen guten Schlaf macht es Sinn, eine Tasse 30 Minuten vor dem Zubettgehen zu trinken. In diesem Fall ist es auch empfehlenswert, zu den 2 Teelöffel Hopfenblüten 1 Teelöffel Baldrian-Wurzel dazu zu geben.

Pfefferminze: Alleskönnen unter den Heilkräutern

Die Pfefferminze hat in der Naturmedizin eine alte Tradition hat, wird aber auch in der modernen Medizin mit Erfolg angewendet. Sie ist ein besonders erfrischendes Sommerkraut.

Die Pfefferminze lässt sich ideal innerlich und äußerlich anwenden. Hier die Möglichkeiten der inneren Anwendung:

Gegen Völlegefühl , Blähungen und Magenschmerzen trinkt man Pfefferminzetee. Wenn man getrocknete Blätter (Apotheke, Reformhaus) zur Verfügung hat, überbrüht man 1 gehäuften Eßlöffel mit 1/4 Liter kochendem Wasser, läßt 8 bis 10 Minuten ziehen, durchseihen, lauwarm und ungesüßt trinken. Bei frischen Blättern schneidet man pro Tasse 4 bis 5 Pfefferminzeblätter nach gründlichem Waschen klein und übergießt mit 1/4 Liter kochendem Wasser, zählt bis 20, gießt das erste Wasser ab und überbrüht sofort mit 1/4 Liter neuem ,kochendem Wasser und läßt nun nur 2 Minuten ziehen, dann durchseihen. Dieser Tee schmeckt nicht bitter, ist bekömmlicher. Man bereitet ihn so in den arabischen Ländern zu.

Und so kann man die Pfeffeminze äußerlich anwenden:

  • Es fördert den Schlaf, wenn Sie einen kleinen Leinensack mit getrockneten Pfefferminze-Blättern füllen und neben das Kopfkissen legen.
  • Bei Kopfschmerzen reibt man Pfefferminzeöl in Stirn, Nacken und Schultern ein.