Tränen sind gesund und hilfreich

Tränen sind gesund und hilfreich

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Weinen Sie, es hilft Ihnen. Tränen sind gesund für Körper und Seele, sie befreien von seelischen Lasten, halten das Auge klar und spülen Ängste weg. Es gibt Reflextränen und Emotionstränen, und es gibt Tränen, die Glückshormone produzieren. Warum Tränen so wichtig sind, welche Wirkstoffe sie enthalten, was Sie tun müssen um "trockene Augen" zu vermeiden.

Tränen sind Naturarznei

Wie reagieren Sie, wenn Sie in Ihrer unmittelbaren Umgebung jemand weinen sehen? Haben Sie Mitgefühl? Bedauern Sie denjenigen? Oder empfinden Sie es als Zeichen von Schwäche? Oder finden Sie es einfach lächerlich? Viele weinen aus Freude, aus Trauer, aus Rührung heraus. Was auch immer der Anlaß ist: Wir sollten zur Kenntnis nehmen, daß Tränen eine wertvolle Naturarznei sind, die viel für unsere körperliche und seelische Gesundheit tun können. Amerikanische Wissenschaftletr sind sogar der Ansicht: Wer häufig weint - egal ob Frau oder Mann -, der lebt gesünder und länger.

Viele Menschen finden es ungehörig, wenn man in der Öffentlichkeit Tränen vergießt. Umfragen haben ergeben: Die meisten von uns fühlen sich in der Gesellschaft weinender Mitmenschen nicht wohl, empfinden es als unangenehm. Man weiß nicht recht, wie man reagieren soll, weil man der Meinung ist: Der Weinende zeigt damit seine Hilflosigkeit. Die meisten verbinden mit Tränen die Begriffe Depression, Trauer, Unglück, Trennung, Abschied, Verlust und Tod. Daher bemühen sich auch so viele, daß sie vor anderen nicht weinen müssen. Und wenn es passiert, dann genieren sie sich.

Tränen reinigen die Seele

In früheren Zeiten galt es vor allem für einen Mann als ungehörig, in der Öffentlichkeit zu weinen. So unter dem Motto " Ein Indianer kennt keinen Schmerz!" Die Umwelt erwartet auch heute noch sehr oft, daß Männer keine derartigen Gefühle zeigen. Es gilt auch heute noch als "unmännlich", Tränen zu zeigen.

Auf der anderen Seite gibt es Spruch:" Tränen reinigen die Seele!" oder " Es ist gut, wenn man Kummer von der Seele weint!" Psychologen und Psychiater sind überzeugt:" Tränen können die Seele von großen Belastungen befreien!" Interessant ist auch in diesem Zusammenhang, daß Tränen randvoll mit antibakteriellen Substanzen sind. Sie reinigen also das Auge. Und ebenso kann man sich deb Reinigungs-Mechnismus in der Seele vorstellen. Wer nämlich Streß, Ärger, Trauer und Depressionen hat, der produziert im Körper bestimmte Substanzen, die sowohl die Seele als auch den Körper belasten. Die Tränen-Flüssigkeit bekämpft diese Substanzen ganz gezielt.

Tränen schützen das Auge

Man muß natürlich wissen: Auch wenn wir nicht weinen, produzieren udn benötigen wir den ganzen Tag Tränen. Sie halten die Oberfläche des Auges feucht und sauber. Sie sind eine wertvolle Flüssigkeit für unsere Drüsen.

In der Praxis sieht das so aus: Mit jedem Wimpernschlag -und das sind immerhin 15.000 Schläge pro Tag - wird Flüssigkeit produziert und gleichmäßig verteilt. Man spricht dann von einem Tränenfilm. Ohne diesen Tränenfilm könnten wir nicht klar sehen, weil die Hornhaut des Auges wie eine nicht polierte Linse agieren würde. Die Tränenflüssigkeit sorgt dafür, daß unsere Augen nicht austrocknen, daß sie aber auch vor Infektionen geschützt sind, weil die Tänen keimtötende Substanzen enthalten.

Viele werden jetzt fragen: Woher genau kommt die Tränenflüssigkeit? Die Flüssigkeit, die unsere Tränen-Drüsen für die Produktion benötigen, stammt aus dem Blutserum. Das ist auch die Erklärung dafür, daß sehr oft beim Weinen Nase und Augen rot werden.

Außer diesem ständigen, lebenswichtigen Tränenfluß gibt es noch die sogenannten Reflextränen. Sie entstehen auf Grund von Reizungen, hervorgerufen durch Rauch, Zwiebelgeruch oder Fremdkörper.

Ja, und dann sind da die emotionalen Tränen, die durch Gefühlregungen ausgelöst werden. Sie haben eine vollkommen andere chemische Zusammensetzung als die Reflextränen: Sie enthalten zum Beispiel 21 Prozent mehr Proteine. Sie sind aber auch mit Substanzen angereichert, die in den Reflextränen gar nicht enthalten sind. Da ist zum Beispiel Prolaktin, ein Hormon, das bei Streß und emotionaler Belastung produziert wird. Da sind aber auch Endorphine, Hormone, die eine schmerzlindernde Wirkung haben.

Wer häufig weint lebt gesünder

Das bedeutet: Wer aus einer emotionalen Regung weint, produziert dabei Glückshormone und andere beruhigende Stoffe, die Körper, Geist und Seele wieder aufbauen. Damit erzielt man mit dem Weinen einen reinigenden und regenerierenden Prozeß. Man könnte sagen: Die Tränendrüsen werden damit zu einem natürlichen Chemielabor, in dem Arzneien für die seelische und damit auch körperliche Gesundheit erzeugt und bereitgestellt werden. So wird auch erklärbar, was man in den USA nachgewiesen hat: Wer häufig weint, lebt gesünder und länger, hat mehr seelische Standfestigkeit.

Wie ist das nun mit sogenannten " Krokodils-Tränen"? Sie enthalten die heilsamen Substanzen nicht. Übrigens die Bezeichnung geht in die Anfänge der Tierforschung zurück. Man dachte damals, daß Krokodile weinen, um Opfer anzulocken. Das war ein Irrtum. Krokodilstränen entstehen, weil die Tiere zu große Mengen an Futter verschlingen, mehr als sie in ihrem Rachen Platz haben. Daher müssen sie bei diesem gierigem Fressen nach Luft schnappen. Das drückt auf die Tränendrüsen. Die Folge: Man hat den Eindruck, daß das Krokodil weint.

Ein weiterer Spruch lautet " Man muß mitunter Rotz und Wasser heulen!" Dieser Satz geht auf das Mittelalter zurück, als es eine Krankheit mit dem Namen "Rotz" gab, die bis ins 19. Jahrhundert in Medizin-Büchern aufschien. Diese Krankheit wurde durch pestähnliche Bakterien hervorgerufen. Die betroffenen Patienten litten unter einem schleimigen und eitrigen Nasenausfluß, verbunden mit einem heftigen Tränenfluß. Die Krankheit verlief recht oft auch tödlich. Wenn also Tränen so wichtig für unsere seelische und körperliche Gesundheit sind, dann kannman sich vorstellen, wie schlecht es ist, wennman einem trockenen Auge leidet und keine Tränenflüssigkeit erzeugen kann.

Die Ursachen für trockene Augen

  • die Einnahme bestimmter Medikamente. Dazu gehören die Anti-Baby-Pille und blutdrucksenkende Mittel,
  • die hormonelle Umstellung der Frau in den Wechseljahren,
  • die regelmäßige Verwendung von Augnetropfen.
  • die Nutzung von Kontaktlinsen,
  • verrauchte, trockene Luft im klimatisierten Räumen,
  • zu langes Arbeiten vor dem Bildschirm des Computers oder extrem langes Fernschauen.

Wimpernklimpern hilft

Es gibt einen kleinen Alltagstrick, wie man die Tränendrüsen aktivieren und die Produktion von Tränenflüssigkeit ankurbeln kann. Man sollte mehrmals am Tag mit den Wimpern klimpern, die Augenlider auf und zu klappen. Dabei entsteht neue Tränenflüssigkeit. Und wenn Sie in Zukunft bei einem seelischen Tiefgang oder bei einemtraurigen Fernsehfilm den Tränen nahe sind, dann kämpfen Sie nicht dagegen an. Lassen Sie die Tränen fließen. Das wird Ihnen gut tun.