Therapie mit Hunden

Therapie mit Hunden

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Es ist ein alter Hut: Wenn jemand ein Haustier hat, dann verfügt er meist über bessere gesundheitliche Werte. Das trifft vor allem zu, wenn man einenHund hat. Frauchen oder Herrchen müssen regelmäßig mit dem Vierbeiner aus dem Haus, müssen mit ihm ihre Runden drehen. Allein das ist schon ein wertvoller Beitrag für die tägliche Fitness und Vitalität. Außerdem ist längst erwiesen: Das Zusammenleben mit einem Hund schützt vor Herzinfarkt. Und wenn sich Patienten nach einem Herzinfarkt ein Haustier anschaffen, dann sinkt die Gefahr für einen zweiten Herzinfarkt gewaltig. Insofern ist ein Hund eine wunderbare Naturarznei.

Therapiehunde verbessern die Stimmung

Die Medizin hat daraus gelernt. Und nun werden mit großem Erfolg in Krankenhäusern und Altenheimen Hunde als Therapeuten eingesetzt. Sozusagen anstelle eines Medikaments. Das Motto für diesen Tier-Einsatz lautet:" Streichle einen Hund. Und du bist schnell gesund!"

Ärzte berichten: Wenn Hunde, die speziell als Therapiehunde ausgebildet werden, zu  älteren, pflegebedürftigen Frauen und Männern gebracht werden, dann freuen sich die Patienten. Der Besuch der Tiere ist eine willkommene Abwechslung im Pflege- und  Behandlungs- Alltag. Binnen weniger Minuten verbessert sich die Stimmung. Dabei gestaltet sich die Begegnung zwischen Patient und Hund ganz simpel: Das Tier wird gestreichelt und gefüttert. Man spricht mit dem Vierbeiner und genießt den Blick in seine Augen. Wenn der Hund im Laufe der Zeit den Kranken kennt, dann wirft der Patient oft auch einen Ball, den das Tier dann zurückbringt. Diese kleinen Erlebnisse stärken die Immunkraft des Patienten und unterstützen seine Selbstheilkräfte. Der Genesungsprozess wird enorm beschleunigt. Und die geistige Fitness wird beachtlich angeregt. 

Hunde gegen Depressionen

Ein Arzt im Geriatrischen Zentrum des Otto-Wagner-Krankenhauses in Wien berichtet über den Einsatz von Therapiehunden bei Patienten nach einem Schlaganfall: " Wir erleben dann oft ein Wunder. Nach mehreren Besuchen von einem Hund schaffen die Kranken Übungen, zu denen sie keine Krankenschwester motivieren konnte." 
  • Rheumapatienten können sich wieder normal bewegen.
  • Patienten mit Multiple Sklerose, denen fast jeder Gegenstand aus der Hand fiel, können den Hund 10 Minuten lang mit einer Bürste durchs Fell streichen.

Studien in mehreren Ländern Europa heben ergeben:

  • Patienten sprechen nach dem Kontakt mit dem Therapiehund besser auf ihre Medikamente an.Die Tabletten wirken einfach besser und schneller.
  • Zu hoher Blutdruck und eine zu hohe Pulsfrequenz werden gesenkt. Der Patient wird allgemein ruhiger.
  • Die Beweglichkeit vieler Patienten mit Rheuma, Gicht sowie nach Schlaganfällen, Hüft- und Wirbelsäulen-Operationen wird entscheidend verbessert. Dasselbe gilt für die Gedächtnisleistungen.
  • Depressive Stimmungen werden vermindert, mitunter ganz abgebaut.
  • Die Patienten werden auch freundlicher, positiver.

Hunde sind gut für Demenzkranke

Wie gesagt: Die Therapie-Hunde werden speziell ausgebildet. Sie sind gesund, geimpft, gut gepflegt. Sie haben ein gutmütiges, ruhiges Wesen. Sie sind stressfest und lieben Menschen. In erster Linie werden heutzutage Therapiehunde bei Patienten nach einem Schlaganfall, bei Demenz-Erkrankungen, bei Sprach- und Bewegungsstörungen, bei chronischen Schmerzzuständen und bei  Depressionen eingesetzt. 
Nicht nur die Hunde müssen für eine derartige Therapie ausgebildet werden, sondern auch die Betreuer der Tiere. Die Ausbildung für Mensch und Hund erfolgt im Rahmen der Europäischen Union in einem Universitäts-Lehrgang für ganz Europa an der Veterinärmedizinischen Universität Wien.