Stottern: Ursachen und Hilfe

Stottern, das ist eine Qual für die betroffenen Menschen - und für alle, die miterleben müssen, wie ein Stotterer um Worte ringt. Es ist eine motorisch bedingte Sprechstörung, von der Kinder mehr betroffen sind wie Erwachsene. Interessanterweise Männer sehr viel häufiger als Frauen. Die Sprechstörung kann sehr oft und gut durch die richtige Therapie behandelt werden. Stottern - alles über Ursachen und Therapie.

Stotterer brauchen eine Stottertherapie

Der klassische Stotterer gerät mitten im Reden ins Stolpern, er hängt sich an einem Wort fest. Er weiss genau, was er sagen will, bringt das Wort aber nicht heraus. Viele Stotterer versuchen, ihr Problem zu kaschieren, vermeiden bestimmt Buchstaben oder Wortanfänge. Sie tauschen heikle Begriffe gegen andere Worte aus. Oft aber werden sie immer einsilbiger, ziehen sich oft aus dem sozialen Leben zurück. In Deutschland stottern fast eine Million Menschen. Stottern in der Kindheit kann sich mit zunehmendem Alter verlieren. Oft hilft dabei die richtige Stottertherapie.

Stottern beginnt im Kleinkinderalter

Sprechen ist ein komplexes Zusammenspiel von Aktionen, die vom Gehirn gesteuert werden. Dabei müssen Atmung, Stimmgebung und Artikulation in Sekundenbruchteilen koordiniert werden. Bei stotternden Menschen ist dieses Zusammenspiel gestört. Stottern beginnt oft schon im Kleinkinderalter, ohne dass man eine Ursache erkennen kann. Der Grund: Zwischen zwei und fünf Jahren haben Kinder eine Phase, in der Denken und Sprechen nicht koordiniert verlaufen: Der Gedanke ist schneller als die Zunge. Daraus entwickelt sich bei etwa 25 Prozent der Kinder ein echtes Stottern. Wird das Kind dann zusätzlich noch gehänselt entsteht ein Teufelskreis aus Angst und Vermeidung: Das Kind verstummt. Wenn dieses Stadium erreicht ist, dann wird es schwer, aus dem Stottern wieder herauszufinden. Das Kind muss in eine Stottertherapie. Es muss lernen, mit Menschen zu sprechen.

Ist das Erwachsenenalter erreicht und der betroffene Mensch stottert immer noch, dann wird es schwierig, dem Stottern beizukommen. Trotzdem kann eine Therapie erfolgreich sein und die Lebensqualität erheblich steigen. Die Betroffenen können lernen, flüssiger zu sprechen und mit dem Stottern besser zurechtzukommen.

Die Ziele der Stottertherapie

Stottert also ein Kind noch nach dem vierten Lebensjahr, muss der Kinderarzt um Rat gefragt werden. Sprachtherapien werden von Logopäden und Sprachtherapeuten durchgeführt, aber auch von Atem-, Stimm- und Sprechlehrern sowie Sprachheilpädagogen. Die Therapie gegen das Stottern hat folgende Ziele:

  • Über das ständige Üben des flüssigen Sprechens soll ein ununterbrochener Sprachfluss erreicht werden.
  • Es ist wichtig, dem Stotterer die Angst vor gewissen Buchstaben und Wörtern zu nehmen.
  • Der Patient muss durch die Therapie ein besseres Gefühl für den Sprech- und Atemrhythmus bekommen.
  • Vor allem aber muss dem Stotternden generell die Angst vor dem Sprechen genommen werden.

Für Kinder ist eine Therapie besonders wichtig

Vor allem für stotternde Kinder ist eine Therapie sehr wichtig. Die Aussichten für einen Erfolg sind um so größer, je früher die Therapie beginnt. Denn mit zunehmender Dauer des Stotterns sinkt die Heilungswahrscheinlichkeit. Bei Erwachsenen dagegen verliert sich das Stottern nur noch in seltenen Fällen vollständig. Kontinuierliches Training kann aber die Sprechflüssigkeit deutlich verbessern und das Stottern unter Kontrolle halten.

Der richtige Umgang mit einem stotternden Menschen

  • Nehmen Sie ihm die Angst vor einer negativen Reaktion. Sorgen Sie für eine entspannte Gesprächsathmosphäre. Nicht hilfreich ist es, wenn Sie ihm "weiterhelfen" und das Wort an dem er hängen geblieben ist vorsprechen: Das ist falsch.
  • Zeigen Sie dem Stotternden, das Sie ihn  als Gesprächspartner ernst nehmen.
  • Bleiben Sie geduldig und lassen Sie ihn ausreden - auch wenn es länger dauert.
  • Machen Sie sich nie über einen Stotterer lustig: Auch ein gutgemeinter Scherz ist für ihn eine totale Katastrophe. Signalisieren Sie ihm durch Blickkontakt und Gestik, dass Sie ihm interessiert zuhören und sich nicht an seinen Hängern stören.
  • Auch gut gemeinter Zuspruch wie " mach langsam weiter" oder "bleib ruhig und fange noch mal von vorne an" ist falsch: Das verunsichert den Stotterer, er verstrickt sich noch mehr ins Stottern, das Gespräch wird für alle zur Qual.