Spinalkanalstenose: So werden Sie die Schmerzen los

Spinalkanalstenose: So werden Sie die Schmerzen los

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Das Unheil kommt schleichend, die Beschwerden werden oft sehr spät erkannt: Die Spinalkanalstenose. Ihre Symptome dagegen sind unschwer zu erkennen: Rückenschmerzen im Lendenbereich, die über das Gesäß bis in die Beine abstrahlen. Der Grund für die Beschwerden liegt in einer Veränderung der Bandscheiben und der Wirbelsäule. In der Wirbelsäule verläuft der Spinalkanal für die Nerven, dieser ist bei einer Stenose verengt. Die Folgen: Es entsteht Druck auf das Rückenmark, die Nerven und die Blutgefäße. Dieser Druck kann die quälenden Rückenschmerzen und bleibende Nervenschäden verursachen. 

Die Ursachen für die Schäden im Spinalkanal sind in den meisten Fällen ein Verschleiß (Degeneration) der Wirbelsäule. Von diesem Leiden betroffen sind in Deutschland hunderttausende Patienten, so dass man bereits von einer Volkskrankheit sprechen kann. Die Schmerzen können unerträglich sein. Lesen Sie jetzt, was Ihnen bei einer Spinalkanalstenose helfen kann.

Das verursacht Ihre Schmerzen

Die Wirbelsäule wird während unseres Lebens unentwegt belastet: Bei der Arbeit, beim Sport, ja sogar in der Nacht beim Schlafen, wenn wir die falsche Matratze benutzen. Das hält sie oft viele Jahrzehnte aus. Aber dann beginnt der Verschleiß, die Degeneration setzt ein. Mit der Zeit verlieren die Bandscheiben die zwischen den einzelnen Wirbeln sitzen Flüssigkeit und damit auch Elastizität. Sie flachen ab und können bewegungsbedingten Druck nicht mehr gut abfedern. Das belastet die Wirbelkörper, diese drücken auf den Wirbelkanal (Spinalkanal). Weil die Bandscheiben schrumpfen sind die Bänder an der Wirbelsäule nicht mehr straff gespannt, sie verlieren an Elastizität. Das komplizierte Gefüge der Wirbelsäule wird instabil. Die Wirbelkörper können sich gegeneinander verschieben und den Wirbelkanal zusammendrücken. Bei den meisten Patienten sind die Rückenmuskeln nicht sehr gut und stark entwickelt. Denn die stützen normalerweise die instabile Wirbelsäule. Fehlt diese Unterstützung, dann bildet Ihr Körper stärkere Knochenstrukturen an den Wirbelkörpern, um das Rückgrat zu stabilisieren. Diese Knochenneubildungen können die Spinalkanalstenose verursachen und sie verschlimmern. Nerven und Rückenmark werden geschädigt – das führt zu starken Schmerzen.

Spinalkanalstenose: Das sind die Symptome

Wenn sich die Rückenschmerzen häufen, wenn Sie jeden Morgen eine gewisse Anlaufzeit brauchen um sich aufrecht und schmerzfrei bewegen zu können – dann könnte eine beginnende Spinalkanalstenose die Ursache ihrer Rückenschmerzen sein. Am Beginn einer Erkrankung am Spinalkanal sind die Symptome noch vielfältig und wenig charakteristisch. Das sind die typischen Beschwerden:

  • Sie haben starke Muskelverspannungen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die meist in die Beine ausstrahlen (Lumboischialgie
  • Ihr Beweglichkeit im Lendenwirbelbereich ist stark vermindert. Bücken oder rasche Drehbewegungen bereiten Ihnen Schwierigkeiten und Schmerzen.
  • Im Bereich der Lendenwirbelsäule kommt es zu Muskelverspannungen. Die Faszien verkleben. Wenn Sie nichts gegen die beginnende Spinalkanalstenose tun kommt es mit der Zeit zu folgenden Beschwerden:
  • Die Gefühlsstörungen in den Beinen verstärken sich.
  • Um beim Gehen die Schmerzen zu lindern beginnen zu hinken.
  • Die Missempfindungen in Ihren Beinen werden immer stärker: Sie leiden unter Kältegefühl, einem Brennen, Kribbeln und einem sogenannten Wattegefühl.
  • Sie haben das Gefühl, Ihre Beine würden immer schwächer.
  • Es kommt zu Mastdarm- oder Blasenstörungen (Stuhlgang oder Wasserlassen) oder zur Inkontinenz.
  • Ihre Sexualfunktion ist gestört.

Ganz typisch für eine Spinalkanalstenose ist, dass Sie beim Sitzen, Veränderungen Ihrer Sitzpositionen, beim Vorbeugen des Rumpfes beim Gehen, Bücken, Radfahren ein deutliches Nachlassen der Schmerzen im Rücken und in den Beinen verspüren.

Die konservative Behandlung

In vielen Fällen genügt den Patienten eine konservative Therapie zur Behandlung der Stenose. Bei dieser Behandlung kann auf eine Operation verzichtet werden. Hier einige Möglichkeiten der Behandlung, bei denen Ihr Wirbelkanal nicht operiert werden muss:

  • Eine Elektrotherapie zur Behandlung Ihrer Schmerzen und zur Muskelentspannung beim Patienten.
  • Die Physiotherapie mit Bewegungen, Bädern, muskelentspannenden Behandlungen zur Stabilisierung der Wirbelsäule. Dadurch bekommt auch die Muskulatur am Rücken mehr Kraft.
  • Rückenschule (gezieltes Kräftigungstraining für die Rücken- und Bauchmuskulatur, Tipps für rückenschonende Haltungen, Verhaltenstipps für die Patienten).

Die Operation an der Wirbelsäule

Sie haben alle Möglichkeiten einer konservativen Therapie ausgeschöpft, die Symptome haben sich nicht verbessert. Dann bleibt nur noch die Operation. Operation an der Wirbelsäule - für fast jeden Menschen eine Horrorvorstellung. Aber sie wird notwendig, wenn die konservative Therapie ausgeschöpft ist und der Patient weiter leiden muss. Für eine solche Operation stehen den Ärzten verschiedene Methoden zur Verfügung.
Die Fusion:
Dabei werden einzelne Wirbel durch Material aus dem Beckenkamm oder durch Schrauben miteinander verbunden und dadurch versteift. Durch diese Operation wird verhindert, das die Wirbel ineinander rutschen und so den Spinalkanal verengen.
Interspinöse Implantate
Diese Implantate verbinden die Dornfortsätze der Wirbelkörper und verhindern so die Rückwärts- oder Vorwärtstneigung der Wirbelsäule im betroffenen Gebiet.
Die Druckentlastung
Bei dieser Operation werden die eingeengten Nerven vom Druck entlastet. Bei dieser Therapie wird der Wirbelbogen an der Stenosestelle einseitig oder beidseitig zusammen mit dem Dornfortsatz entfernt. Oft genügt es aber auch schon, wenn nur Teile des Wirbelbogens entfernt werden.