Sommer und Hitze: Lexikon der Gesundheit

Sommer und Hitze: Lexikon der Gesundheit

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Jetzt ist der Sommer endlich da: Sonne, Wärme, Baden, Urlaub - unsere Wünsche werden wahr. Jetzt können wir Kraft und Gesundheit tanken, für den Herbst und den langen Winter. Um die langen Sommertage richtig zu nutzen müssen wir aber einige Dinge beachten, denn der Sommer und seine Hitze bringen auch Gefahren mit sich. Wie ist es mit den Ozon-Werten, was muss beim Sonnenbaden unbedingt beachtet werden, wie wehrt man sich gegen die Insektenplage? Dazu gute Tipps für Ihre Sommer-Gesundheit.

Heisse Tage heizen alles auf: Die Strassen, die Häuser, die Zimmer und auch uns Menschen. Wenn sich die Temperaturen tagsüber auf über 30 Grad halten, dann kühlt der Körper abends nicht mehr ab. Das bedeutet: Wir gehen erhitzt ins Bett, das in einem noch heissen Zimmer steht. Die Folge: Schlechter Schlaf in verschwitzten Laken, viele Aufwachphasen, wir können nicht regenerieren. So macht der Sommer keinen Spass, sondern die Hitze wird zur nächtlichen Qual. Dem können Sie abhelfen:

  • Fenster tagsüber ab 9.00 Uhr schliessen, Vorhänge zu, Jalousien runter. Wenn Abendkühle aufkommt, alle Fenster öffnen, so dass Zugluft entsteht. Wenn Sie dann ins Bett gehen, die Zugluft abstellen, sonst besteht Erkältungsgefahr.
  • Keine Bettdecken mehr, es genügt ein dünnes Leinentuch. Ganz nackt schlafen ist nicht zu empfehlen.
  • In diesen heissen Nächten sollte Ihre Nachtbekleidung nicht aus Baumwolle bestehen, denn die saugt sich mit Schweiss voll, wird klamm - man schläft miserabel. Wenn schon Bekleidung, dann möglichst Funktionswäsche aus Material. das den Schweiss nach aussen transportiert und sich nicht vollsaugt.
  • Wenn es ganz schlimm ist, dann holen Sie sich doch Kühlung ins Bett: Funktionieren Sie eine Wärmflasche zu einer Kühlflasche um. Mit Wasser füllen und ein bis zwei Stunden ins Kühlfach (nicht Eisfach) legen. Die kühle Flache mit ins Bett nehmen und unter den Nacken, zwischen die Füsse oder für eine kurze Zeit auf den Bauch legen.
  • Bevor Sie ins Bett gehen lauwarm - auf keinen Fall kalt - duschen. Nicht abtrocknen, sonder abwarten, bis Sie an der Luft getrocknet sind.
  • Keine grossen Abendessen-Orgien mit vielen Gängen und einem süssen Nachtisch, dazu auch noch reichlich Alkohol. Ihr Abendessen sollte spätestens um 19.00 Uhr sein, und in Richtung Schinken mit Melone, Joghurt mit dünnen Gurkenscheiben oder einem kleinen Omelett gehen.
  • Tagsüber viel trinken, abends eher wenig. Gut geeignet sind Wasser-Fruchtsaft-Mischungen oder eine Weinschorle. Keine eiskalten Getränke.
  • Zum Thema Klimaanlage oder surrender Ventilator. Zum Abkühlen der Zimmertemperatur ist das in Ordnung. Wenn Sie sich aber zum Schlafen hinlegen, dann sollten solche Geräte abgeschaltet werden: Erkältungsgefahr.

Insektenplage - so machen Mücken keinen Stich

Sie stechen und beissen, saugen unser Blut und verbreiten Krankheiten - Insekten können eine böse Plage sein. Besonders nach einem starken Sommerregen explodieren die Zahlen, ganze Schwärm stürzen sich dann auf uns. Das kann so manchen schönen Sommer Abend schmeissen - es bleibt oft nur noch die Flucht ins Haus. Damit sie bei den Mückeninvasionen Sieger bleiben - ein paar gute Tipps:

  • Montieren Sie herausnehmbare Insekten-Schutzgitter an ihre Fenster, so das Sie frische Luft bekommen, ohne dass Insekten ins Zimmer können.
  • Fliegenfänger in den Zimmer sind ein altes Hausmittel gegen die Plagegeister. So aufhängen, dass niemand mit den Haaren daran hängen blieben kann.
  • Besonders lästig sind die blutsaugenden Kriebelmücken. Sie sind winzig und sie fliegen geräuschlos und bevorzugen Körperpartien mit sehr dünner Haut (Knöchel, Schienbeine, Kopf, Arme). Tragen Sie lange Hosen und langärmlige Hemden und eine Kopfbedeckung. Benutzen Sie Mückenschutzmittel und Insektenaprays.
  • Versuchen Sie nicht, Wespen durch hastige Bewegungen oder Wedeln zu verscheuchen, das macht sie nur aggressiv. Haben Sie in Wespennest in Ihrem Haus oder Garten, dann muss ein Fachmann her um es zu entfernen. Ein altes Hausmittel: Blasen Sie ein Wespe an - das mag sie gar nicht, sie verschwindet. Halbieren sie einige Zitronen und spicken Sie die mit Nelken: Der Geruch verscheucht die Wespen. Verteilen Sie mit Salmiak getränkte Tücher um Ihren Essplatz.

Ein Insekt hat Sie gestochen - hier Tipps für die Erste Hilfe

  • Träufeln Sie Zitronensaft auf die Wunde
  • Benutzen Sie einen Insektenstift (Apotheke)
  • Schneiden Sie schnell eine Zwiebel auf und legen Sie eine Scheibe auf den Stich
  • Reiben Sie die Stichstelle mit angefeuchtetem Salz ein
  • Kühlen Sie den Insektenstich mit eiskaltem Wasser, mit Eiskompressen oder essigsaurer Tonerde
  • Um Entzündungen nach Stichen vorzubeugen sollten Sie einen Tropfen heißen Wachs auf den Einstich fallen lassen.
  • Zerhacken Sie frische Petersilie, geben Sie diese auf ein sauberes Tuch und legen Sie den Wickel auf den Einstich.
  • Nach einem Bienenstich unbedingt den Stachel mit einer Pinzette aus der Haut ziehen

Ozon in der Luft - Vorsicht ist geboten

Es ist drückend heiss, die Luft steht und im Radio hören Sie eine Ozonwarnung. Die sollten Sie unbedingt beachten, denn erhöhte Ozonwerte sind eine körperliche Belastung und und gesundheitlich sehr schädlich. Vor allem Kreislauf und Atmungsorgane sind dann sehr belastet. Als kritisch gilt ein Wert von mehr als 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Werden Alarmwerte erreicht, dann sollten Sie beachten:

  • Schränken Sie den Aufenthalt im Freien ein.
  • Meiden Sie die pralle Sonne.
  • Keine anstrengenden Arbeiten im Freien.
  • Vermeiden Sie sportliche Daueranstrengungen entweder total oder verlegen Sie diese in die frühen Morgenstunden.
  • Lüften Sie die Wohnung nur an den frühen Morgen- und den späten Abendstunden.
  • Kinder vertragen sehr viel weniger Ozon als Erwachsene. Da gelten geringere Alarmwerte.
  • Besonders gefährlich ist Ozon für Asthmatiker.

Sonnenschutz - so machen Sie nichts falsch

Ohne Sonne kein Leben - aber zu viel Sonne kann Ihnen das Leben ganz schön vermiesen. Ein Sonnenbrand oder gar ein Sonnenstich sind eine üble Sache, vor allem wenn man sich so etwas im Urlaub holt. Wirklich gefährlich aber ist eine dauerhafte Schädigung der Haut durch zu viele UV-Strahlen. Wer im Sommer stundenlang in der Sonne brät - der gefährdet sein Leben. Denn da kann sich der schwarze Hautkrebs entwickeln. Deshalb müssen Sie für einen ausreichenden Sonnenschutz sorgen:

  • Tragen Sie Sonnencreme gleichmässig als einen schützenden Film auf die Haut auf. Einmassieren ist falsch, die Haut wird viel weniger geschützt.
  • Eiserne Regel: Nie länger als höchstens eine halbe Stunde in der prallen Sonne verweilen.
  • Lassen Sie Ihren Hauttyp bestimmen. Danach richtet sich dann welchen Lichtschutzfaktor Ihre Sonnencreme als Minimum haben muss.
  • Längerer Aufenthalt in der Sonne: Nie ohne Mütze oder Sonnenhut.
  • Bedenken Sie: Die UV-Strahlen dringen 30 bis 50 Zentimeter tief ins Wasser ein. Ziehen Sie bei einem längeren Aufenthalt im Wasser ein T-Shirt über.
  • Sonnenschutz ist am Meer und auf den Bergen auch bei bedecktem Himmel nötig.

Sie haben sich einen Sonnenbrand geholt?

  • Kühlen Sie die betroffenen Stellen mit sauberen Leintüchern, die Sie vorher mit einer isotonischen Kochsalzlösung getränkt haben.
  • Bestreichen Sie Ihre Haut mit Aloe vera-Saft, der keine Duftstoffe enthalten sollte. Den gibt es auch als Gel.
  • Pressen Sie Zitronen oder Limetten aus und bestreichen Sie mit dem Saft Ihre Haut.
  • Tragen Sie einen Sud oder eine Tinktur von Eichenrinde auf (die Gerbstoffe helfen der Haut).

Sie haben sich einen Sonnenstich geholt?

  • Sie müssen unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen.
  • Sofort jede körperliche Aktivität einstellen, im Schatten flach hinlegen, Kopf höher als die Füsse.
  • Kühlen Sie Ihren Kopf mit feuchten Tüchern.
  • Lösen Sie einen Löffel Kochsalz in einem Glas Wasser auf. Von dieser Lösung alle zehn Minuten einen Schluck trinken.
  • In einem kühlen, abgedunkelten Raum auf den Arzt warten.

Sommerhitze - was essen, was trinken?

Es ist Sommer, es ist heiss, wir sollten das geniessen. Und wie geht das am Besten? Mit dem richtigen Essen und den richtigen Getränken. Das ist wichtig, denn bei hohen Temperaturen braucht der Körper eine andere Ernährung und auch andere Getränke als bei einem normalen Tag mit Temperaturen, wie sie in Mitteleuropa üblich sind. Da ist die Natur sehr hilfreich, denn nicht umsonst reifen in den heissen Monaten Juli und August Obst- und Gemüsesorten, die als Sommernahrung ideal sind. Und nach einem Glühwein wird es wahrscheinlich auch niemanden gelüsten.

  • Bei grosser Hitze verlieren wir viel Flüssigkeit, das Blut wird "dicker", fliesst langsamer, Füsse und Beine schwellen an. Dagegen hilft Bewegung, bei Hitze am besten Schwimmen. Ausserdem: Füsse hoch legen, wenig Alkohol trinken, mehr Obst und Gemüse essen.
  • Bekämpfen Sie die Hitze bitte nicht mit eiskalten Getränken, die Sie schnell hinunterstürzen um wenigstens für einige Minuten das Gefühl von Kühle von innen her zu spüren. Denn nach zwei bis drei Minuten bekommen Sie einen Schweißausbruch, es ist schlimmer als vorher. Trinken Sie Mineralwasser, bitte handwarm.
  • Essen Sie Kirschen, Erdbeeren, Tomaten, Gurken und Melonen. Die erfrischen, enthalten viele Mineralien und Vitalstoffe und vor allem: Sie bestehen fast nur aus Wasser. Das hilft den Flüssigkeitspegel zu regulieren.
  • Fahren Sie die Fettzufuhr auf ein Minimum herunter, denn Fett ist etwas für kalte Tage. Eine kalte Gemüsesuppe, ein kalter Pudding, ein leichtes Essen mit Salat und gegrilltem Fisch - da lässt sich die Hitze aushalten.
  • Die Faustregel für die Flüssigkeitszufuhr an sehr heissen Tagen lautet: Mindestens drei Liter.
  • Trinken Sie über den Tag drei Tassen Salbeitee: Der verhindert zu starkes Schwitzen.
  • Am Abend sollten Sie etwa eine Stunde bevor Sie ins Bett gehen nichts mehr trinken. Diese Flüssigkeit wird im Körper so spät nicht mehr in die Speicher verteilt, sondern ausgeschwitzt.
  • Essen Sie lieber fünf bis sechs kleine Mahlzeiten, als dreimal richtig kräftig.
  • Vermeiden Sie stark zucker- oder fetthaltige Gerichte (Marmeladen, Speiseeis).
  • Decken Sie Ihren Fettbedarf am besten mit kaltgepresstem Olivenöl.
  • Alkohol nur am Abend trinken.
  • Stellen Sie einen Liter Leitungswasser in den Kühlschrank - immer wider in Glas trinken.
  • Essen Sie Obst mit kalter Buttermilch oder Joghurt. Das ist leicht verdaulich und entlastet den Kreislauf.

Tropentemperaturen - trotzdem schön cool bleiben

Wenn es richtig warm ist, mit Temperaturen von über 30 Grad und das mehrere Tage lang, steht unser Organismus vor Problemen: Wir sind schlapp, der Kreislauf macht oft nicht mehr mit, wir schwitzen uns kaputt. Eine solche anhaltende Wärme bedeuten für Herz und Kreislauf eine um ein Drittel höhere Belastung als sonst. Damit unser Körper nicht heiss läuft, gebe ich Ihnen ein paar Tipps, wie Sie cool bleiben können:

  • Mehrmals am Tag duschen - aber nie eiskalt. Guts sind lauwarme bis kühle Duschen, dann die Feuchtigkeit am Körper trocknen lassen, nicht abtrocknen.
  • Es ist auch hilfreich, wenn Sie die Unterarme hin und wieder unter einen kalten Wasserstrahl halten.
  • Sie sollen viel trinken, aber nicht eiskalt. Kalte Getränke bringen den Körper dazu Energie aufzuwenden um das kalte Getränk auf Körpertemperatur zu bringen.
  • Trage Sie lockere Kleidung, nach Möglichkeit aus Leinenstoffen.
  • Keine engen Hosen oder Röcke tragen.
  • Kühle Fussbäder helfen, über die Tageshitze hinweg zu kommen.
  • Im Schwimmbad nicht endlos lange im Wasser bleiben, sondern liebe viele kurze Aufenthalte machen.
  • Weissbier ist ein gutes Getränk bei der Hitze - aber erst am Abend und dann möglichst alkoholfrei.
  • Sie verlieren viel Kalium - als fleissig Kirschen oder Tomaten essen.
  • Sport nur in den frühen oder späten Abendstunden.
  • Gut ist ein Spaziergang untere schattigen Bäumen.
  • Verzichten Sie an solchen Tagen völlig auf Sonnenbäder. Wenn Sie das aber unbedingt wollen, dann am frühen Morgen oder sehr spät am Nachmittag.
  • Zwischendurch immer mal wieder die Beine hochlegen.

Hitze und Schwitzen - damit es keinen Kollaps gibt

Damit unsere Organe richtig arbeiten können, muss es zwischen Flüssigkeitsverbrauch und Flüssigkeitsaufnahme eine geregelte Balance geben. Die ist normalerweise gegeben. Bei ständigen Temperaturen über 30 Grad aber verbrauchen wir mehr Flüssigkeit, wir verlieren über den Schweiss pro Tag zwischen einem und anderthalb Liter oder sogar noch mehr. Dazu schwitzen wir auch mehr Mineralien aus, als wir über die normale Nahrung zu uns nehmen - es kann der Kreislauf kollabieren. Damit das nicht passiert und was Sie tun müssen, wenn es passiert - hier hilfreiche Tipps:

  • Unser Körper versucht, sich durch Schwitzen vor einer Überhitzung zu schützen. Also halten Sie sich so lange wie möglich an schattigen Orten auf.
  • Bedecken Sie Ihre Haut mit luftdurchlässiger und atmungsaktiver Kleidung. Tragen Sie unbedingt eine Kopfbedeckung, wenn Sie in die pralle Sonne müssen.
  • Versuchen Sie nicht, das Schwitzen durch Deos oder andere Hilfsmittel äusserlich zu bremsen. Trinken Sie tagsüber mehrere Tassen Salbeitee.
  • Trinken Sie so viel, dass Durst erste gar nicht aufkommt. Wenn Sie Durst spüren, dann haben Si schon zu wenig getrunken.
  • Bei Hitze können in den Schuhen Temperaturen bis zu 50 Grad entstehen. Tragen Sie also Sandalen, wenn das möglich ist.
  • Gönnen Sie Ihrem Körper immer wieder "Kühle-Pausen". Sie können zum Beispiel die Füsse für ein paar Minuten in den Kühlschrank stecken.
  • Kommt es zu einem Kollaps, dann sofort ab in den Schatten, den Kopf mit feuchten Tüchern kühlen, den Betroffenen flach hin legen und die Beine hochlagern.
  • Kommt es aber zu einem Hitzschlag mit Bewusstlosigkeit, dann muss der Oberkörper aufgerichtet werden.
  • Der überhitzte Körper muss langsam abgekühlt werden.
  • Bei Bewusstlosigkeit sofort den Arzt oder sogar den Notarzt herbeirufen.
  • Den Betroffenen sofort mit Flüssigkeit versorgen: Kalter Tee, Mineralwasser, Fruchtschorlen, isotonische Getränke. Alle kühl - aber nicht kalt.