So können Sie Ihre Depressionen bekämpfen: Ratgeber

Depressionen werden zu einer immer stärker anwachsenden Volkskrankheit. Über Depressionen klagen schon Schulkinder, ihnen verfallen Erwachsene und besonders alte Menschen sind von Depressionen betroffen. Depressionen sind furchtbar. Betroffene Patienten versinken in Hoffnungslosigkeit, selbst kleinste Probleme sind nicht mehr lösbar, Lebensmut und Energie verschwinden – Depressionen führen in die Dunkelheit der Einsamkeit, Vertrauen in die eigene Kraft geht verloren, dafür wächst das Misstrauen gegenüber den Mitmenschen.

Die Behandlung depressiven Kranken erfolgt meist durch Medikamente, die sogenannten Antidepressiva. Die sind aber oft mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Deshalb wollen wir in diesem Ratgeber erklären: Wie kommt es zu Depressionen, was kann die ärztliche Wissenschaft – und was können Sie selbst gegen die dunkle Macht der Depression tun. Denn es gibt nicht nur die Psychotherapie, mit der Sie gegen Ihre Angst und Ihre trüben Gedanken angehen können.

Licht vertreibt depressive Gedanken

Die Zeit der dunklen Monate von Oktober bis März bringen empfindsamen Menschen den sogenannten "Winterblues". Unlust, Angst vor der privaten oder beruflichen Zukunft und Antriebslosigkeit sind die Symptome dieser Depression. Speziell gegen diese Form der Depression wurde die "Lichttherapie" entwickelt. Die geht so: Zwei Wochen lang setzt sich der Patient jeden Tag eine halbe Stunde vor dem Sonnenaufgang und eine halbe Stunde nach dem Sonnenaufgang für 30 bis 60 Minuten vor eine Lichtquelle, die ein starkes künstliches Tageslicht verströmt. Es wird empfohlen, während dieser Therapie eine Sonnenbrille aufzusetzen. Wenn Ihre Depression jedoch andere Ursachen hat als mangelndes Tageslicht, dann hat die Lichttherapie keinen Sinn.

Neue Behandlung: Die "Tiefe Hirnstimulation"

Wem Depressionen das Leben schwer machen, der kann jetzt auf eine neue Möglichkeit der Behandlung hoffen, ohne Medikamente schlucken zu müssen: die "Tiefe Hirnsimulation. Diese Behandlung wird bisher nur im Rahmen von Studien angeboten. Dabei lösen unter die Haut implantierte Elektroden in ganz bestimmten Hirnteilen Impulse für eine positive Stimmung aus, depressive Gedanken und fortwährendes Grübeln hören auf. Nach bisherigen Erkenntnissen scheint diese Therapie auch langfristig zu wirken. Sie könnte bald zum Therapieprogramm bei depressiven Erkrankungen gehören.

Das müssen Sie wissen: Sport kann gegen Depressionen helfen

Depressive Menschen sitzen tagelang in möglichst dunklen Räumen, versinken immer mehr in düsteren Gedanken, sehen Probleme wo es gar keine gibt und verfallen in Hoffnungslosigkeit: Die Depression hat sie am Wickel. Raffen Sie sich auf, raus und Sport machen. Bewegung im Freien ist ein wunderbares Antidepressivum. Dabei wird Stress abgebaut, die Produktion von Serotonin und Noradrenalin wird angeregt und gesteigert. Diese Botenstoffe erhellen Ihr Gemüt, sie vertreiben Lebensangst, Lethargie und Hoffnungslosigkeit. Überwinden Sie sich selbst und machen Sport in einer Gruppe. Da ergeben sich neue Kontakte, die ja bei einer Depression immer seltener werden. Ihr Lebensgefühl wird positiver werden.

Einfach eine Nacht wach bleiben

Zum Wissen über die Krankheit Depression gehört auch die Methode "einfach wach bleiben". Bei der sogenannten "Wachtherapie" müssen die Patienten in der Zeit der zweiten Nachthälfte oder auch die ganze Nacht wach bleiben. Das heilt eine Depression zwar nicht für immer, aber die Symptome verschwinden kurzzeitig. In dieser depressionslosen Zeit empfindet der depressive Patient ein starkes Gefühl der Erleichterung. Er kann selbst weitere Symptome seiner Depression angehen – und das ist eine große Hilfe im Kampf gegen die Depression. Er bekommt den Kopf frei und kann selbst über die Ursachen seiner Depression nachdenken.

Depression: Weitere Tipps die helfen

Der Patient befindet sich in Behandlung, doch er hört nicht auf zu grübeln. Und langsam bemerken Sie, dass sich bei ihm Selbstmordgedanken einschleichen. Das ist ein sehr ernst zu nehmenden Alarmsignal. Hier einige Tipps die helfen:

  • Reagieren Sie ja nicht mit Sätzen wie "Nimm dich mal zusammen, anderen geht es noch viel schlechter", oder "Kopf hoch, es wird schon wieder werden." Das kann nicht helfen. Hören Sie besser geduldig zu, notfalls brauchen Sie Hilfe von außen. Verständigen Sie auf jeden Fall den behandelnden Arzt.
  • Hilfe finden Sie beim "Verband der Angehörigen psychischer Kranker" oder bei "Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention-Hilfe in Lebenskrisen e.V. (DGS).
  • Nehmen Sie den betroffenen Menschen die Angst vor dem Leben. Sprechen Sie alle Gefühle offen an, machen Sie ihm keine Vorwürfe, sondern zeigen Sie positive Alternativen für ihn auf.
  • Wenn er selbst Fehler in seinem Leben gemacht hat, die ihn jetzt bedrücken und depressiv machen, dann reden Sie darüber.
  • Ganz wichtig: Achten Sie darauf, das er seine Psychotherapie durchhält und sie ernst nimmt, sein Leben danach umstellt.
  • Genau so wichtig: Der Kranke muss unbedingt regelmäßig seine Medikamente nehmen. Er muss begreifen: Die gehören jetzt zu meinem Leben.
  • Führen Sie für den Patienten eine Alltagsroutine ein, nach der er sich richten muss. Das gibt ihm einen festen Halt. Ermuntern Sie ihn zu Aktivitäten, die Sie langsam immer weiter ausbauen.