So gefährlich ist Alkohol im Alter

So gefährlich ist Alkohol im Alter

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Alkohol im Alter – ein Riesenproblem für Millionen ältere Menschen in Deutschland. Denn die trinken einfach zu viel. Über 400 000 ältere Menschen haben ein ausgewachsenes Alkoholproblem. Das führt zu Störungen und Erkrankungen. Diese Alkoholprobleme werden lange vom Umfeld nicht wahrgenommen und einfach dem zunehmenden Alter zugeschrieben, eine abhängig machende Sucht wird selten erkannt. Auch die Betroffenen sind selten in der Lage ihre Alkoholsucht zu erkennen. Wenn sie trotzdem bemerken, das sie vom Alkohol abhängig sind und auf das Suchtgift nicht verzichten können – dann versuchen sie in den meisten Fällen die Abhängigkeit zu verbergen.

Alkohol im Alter, das ist ein großes Problem unserer Gesellschaft, denn für die meisten Erwachsenen gehören in Deutschland alkoholische Getränke zum Alltag und fast immer zu Feierlichkeiten. Ob Taufe, Hochzeit, Geburtstag oder Leichenschmaus – getrunken wird immer. Und sehr viele alte Menschen haben einen Stammtisch, an dem sie sich regelmäßig treffen – und dann wird Alkohol getrunken. Für einen heute 60jährigen gehört der Genuss von Alkohol, egal ob Bier, Wein oder Schnaps, seit etwa 40 Jahren zum täglichen Leben. Aber das Älterwerden bringt für jeden Menschen körperliche Veränderungen mit sich, die zu einem anderen, vorsichtigeren und zurückhaltenderen Umgang mit der Droge führen sollten. Ganz einfach gesagt: Wer älter wir, der sollte weniger Alkohol zu sich nehmen.

Ihre Alkoholverträglichkeit nimmt im Alter ab: Das schadet Ihnen

Mit zunehmendem Alter sollten Sie den Alkoholkonsum reduzieren, denn die Reaktionen Ihres Körpers auf diese Droge verändert sich. So sinkt zum Beispiel mit zunehmendem Alter der Wasseranteil in Ihrem Körper. Wenn Sie also die gleiche Menge Wein, Bier oder Schnaps trinken wie früher dann verteilt sich diese Menge Alkohol auf weniger Körperflüssigkeit. Das führt zu einem höheren Alkoholspiegel mit all seinem schlimmen Folgen. Mengen, die Sie früher problemlos vertagen konnten, führen jetzt zur Trunkenheit. Deren Folgen sind:

  • Sie neigen zu Stürzen und anderen Unfällen.
  • Ihre Reaktionen werden langsamer und unkontrollierter. Das führt zu Unfällen, vor allem im Straßenverkehr.
  • Ihr Verhalten verändert sich. Entweder stumpfen Sie ab, werden apathisch und antriebslos. Oder Sie werden aggressiv, neigen zu Überreaktionen. Sie sind nicht mehr so, wie Sie früher einmal waren.
  • Sie selbst nehmen diese Veränderungen nicht wahr, glauben: "Mir macht doch das Gläschen mehr nichts aus. Ich bin doch immer noch der Alte". Sind Sie aber nicht.
  • Mengen, die Sie früher problemlos verkraftet haben, können im Alter schon zur Trunkenheit führen.

Die schlimmen körperlichen Folgen für Ihre Gesundheit

Mit zunehmendem Alter braucht die Leber einen immer längeren Zeitraum um den Alkohol abzubauen. Das bedeutet: Das Gift Alkohol kann länger auf Ihren Organismus, das Gehirn, die Zellen und die Nerven negativ einwirken. Sie werden einen ausgewachsenen Kater nicht mehr so schnell los wie früher. Die Folgen für Ihren Körper sind katastrophal:
Leber: Es kommt schneller zu einer Verfettung der Leber, sie vergrößert sich stark. Der fortdauernde Alkoholkonsum kann letzten Endes zu einer Leberzirrhose mit der Schädigung von Lebergewebe und einem endgültigen Funktionsverlust führen. Das ist dann ein Todesurteil.
Bauchspeicheldrüse: Ihre zunehmende Alkoholabhängigkeit kann zu einer alkoholbedingten akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung führen. Die ist lebensbedrohlich. Als Folge der Schädigung durch Alkoholkonsum kann es zu einem Diabates mellitus (Zuckerkrankheit) kommen.
Magen, Darm und Speiseröhre: Der Kontakt mit Alkohol führt in diesem Bereich zur Bildung von Entzündungen und Geschwüren. Vor allem aber werden die schützenden Schleimhäute in diesem Bereich geschädigt.
Krebs: Wenn Sie im Alter den Konsum von Alkohol nicht einschränken, dann kann das zu Krebserkrankungen führen. Das Risiko für Rachen-, Mund-, Speiseröhren- und Brustkrebs ist deutlich erhöht. Vor allem aber bei Leberkrebs.
Herz-Kreislauf-System: Wer in die Abhängigkeit vom Alkohol geraten ist und seinen Konsum an alkoholischen Getränken ab etwa 60 Jahren nicht zurückfährt, der schädigt auch sein Herz-Kreiskaufsystem. Die führt nämlich auf Dauer zu einer Erweiterung des Herzmuskels und zur Herzschwäche.
Nervensystem: Mit jedem Glas Alkohol, das Sie im Alter zu viel zu sich nehmen, schädigen Sie Ihr Nervensystem und Ihr Gehirn. Die häufigste neurologische Erkrankung bei ständigem Alkoholkonsum ist die alkoholische Polyneuropathie. Das ist Nervenentzündung mit Schmerzen und einer Lähmung der Beine. Es kommt auch zu einem Verlust an Gehirnsubstanz. Eine weitere Störung des Gehirns zeigt sich in diesen Symptomen: Verlust des Altgedächtnisses, sogenannte Konfabulationen (Gedächtnislücken werden mittels Ausreden überspielt, die die Betroffenen aber für wahr halten) oder Verschlechterung des Auffassungsvermögens.

Wenn Sie diese Symptome bei sich feststellen, dann sollten Sie öfter auf den Griff zum Glas verzichten und Ihren Alkoholkonsum deutlich verringern oder ganz einstellen. Ihrer Gesundheit zuliebe.

Medikamente plus Alkohol sind gefährlich

Im Alter brauchen viele Menschen ständig Medikamente als Hilfe für Ihre Gesundheit. Wenn zu diesen Medikamenten Alkohol hinzukommt, dann kann das zu einer Gefahr für Ihre Leben werden. Wenn Sie im Alter regelmäßig Medikamente gegen Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzschwäche, Arteriosklerose oder Osteoporose einnehmen, dann ist es zwischen den Wirkstoffen vieler Medikamente und Alkohol zu Schädigungen der Gesundheit und zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen. Besonders problematisch ist der gleichzeitige Konsum von Alkohol und Psycho-Medikamenten wie Schlaf- und Beruhigungsmitteln oder Antidepressiva. Wenn Sie Medikamente aus dieser Gruppe nehmen, dann nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Arzt auf und fragen Sie ihn nach der Verträglichkeit. Diese Hilfe ist ganz wichtig.

Generell gilt für die Verträglichkeit von Alkohol bei Erwachsenen: Männer bis zu 40 Gramm reinen Alkohol am Tag, Frauen bis zu 20 Gramm. Diese Mengen sollten Sie im Alter reduzieren.