Sehnenscheidenentzündung nachhaltig vermeiden und behandeln

Sehnenscheidenentzündung nachhaltig vermeiden und behandeln

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Sehnenscheidenentzündungen sind eine Krankheit, die immer mehr um sich greift. Das hat vor allem damit zu tun, das wir am Arbeitsplatz, zu Hause und in der Freizeit immer öfter immer dieselben Bewegungen durchführen und damit die Gelenke und vor allem die Sehnen zu stak belasten. Ob wir stundenlang vor dem Computer sitzen (ob zu Hause oder im Büro), ob wir tagaus tagein am Fließband immer wieder dieselben Handgriffe tätigen, ob wir zum Ausgleich dafür in der Freizeit bis zum Umfallen Tennis oder Golf spielen, unsere Sehnen beim Wandern (vor allem abwärts) oder beim Skifahren überstrapazieren - das Ergebnis wird fast immer eine Sehnenscheidenentzündung sein.

Die Sehnenscheidenentzündung tut weh, ist gefährlich und kostet in sehr viel Zeit. Deshalb brauchen wir Tipps, um die Sehnenscheidenentzündung (die hat in der Medizinersprache gleich drei Bezeichnungen: Tendovaginitis, Peritendinitis oder Paratendinitis – wobei Tendovaginitis die gebräuchlichste ist) nachhaltig zu vermeiden – oder wenn wir uns eine Erkrankung der Sehnenscheide eingefangen haben – diese richtig zu behandeln. Denn die Schmerzen durch eine Sehnenscheidenentzündung sind in den betroffenen Körperteilen beträchtlich, oft tut dann jede Bewegung weh. Am häufigsten kommt eine Sehnenscheidenentzündung übrigens im Handgelenk vor. Sehr oft sind aber außer dem Handgelenk auch die Finger davon betroffen. Eine Sehnenscheidenentzündung muss unbedingt vom Arzt behandelt werden, um die Schmerzen nachhaltig zu lindern. Sie können aber auch den betroffenen Bereich mit Hausmitteln behandeln und so die Behandlung durch den Arzt unterstützen.

Hier kann es zu einer Entzündung der Sehnenscheidenentzündung kommen

Im Prinzip können alle Gelenke, in denen eine Sehne tätig ist von einer solchen Entzündung betroffen sein und in ihrer Bewegung eingeschränkt werden. Am häufigsten tritt sie aber hier auf:

  • In der Hand und im Handgelenk, vor allem aber an den Fingern und am Daumen. Da tut dann jede Bewegung weh, die Finger verlieren Kraft und können oft nicht mehr sinnvoll bewegt werden.
  • In den Ellenbogen, da die Sehnen in diesem Gelenk mit starken Winkelbewegungen fertig werden müssen – das führt zu Beschwerden.
  • Sehr oft ist auch die Schulter betroffen. Dort treten Beschwerden vor allem dann auf, wenn Sie in der falschen Haltung an einem ergometrisch falsch aufgestellten Arbeitsplatz eine stundenlang anhaltende Arbeit verrichten müssen (Computer, Kasse im Supermarkt, Fließband).
  • Im Knie müssen von den Sehnen starke Einwirkungen beim Tragen von Lasten, bei kniender Arbeit, beim abwärts gehen während einer Wanderung usw. bewältigt werden.
  • Die Achillessehne wird jeden Tag stark belastet beim Gehen und Laufen. Hier trägt oft falsches Schuhwerk die Schuld an Ihren Beschwerden im Bereich der Ferse.
  • Das Sprunggelenk ist sehr empfindlich und schnell von einer Entzündung betroffen, da es – vor allem beim Sport – sehr schnell auftretende hohe Belastungen abfedern muss. Das wird der Sehne oft zu viel, sie reagiert mit einer Entzündung.

Ursachen für eine Sehnenscheidenentzündung

Fast immer ist eine chronische (manchmal auch eine akute) Überbelastung der Gelenke die Ursache für Sehnenscheidenentzündungen. Dabei reiben sich die Sehnen zu stark an der Innenseite der Sehnenscheide. Es kommt zu Reibungen, Abnutzungen und kleinen Verletzungen welche eine Sehnenscheidenentzündung fördern. Diese Überlastung wird durch viele Sportarten und Tätigkeiten im Beruf oder Haushalt hervorgerufen. Aber auch häufiges musizieren mit Klavier, Geige, Cello oder Gitarre kann die Ursache sein und Schmerzen in der Hand, an einem Finger, der Schulter oder im Ellenbogen verursachen. Aber auch Arbeiten, die Sie nicht gewohnt sind können die Sehnenscheiden überbeanspruchen und zu Schmerzen führen. Zum Beispiel das selber Ausmalen Ihrer Wohnung oder das Tragen schwerer Kisten bei einem Umzug. Eine spezielle Form der Sehnenscheidenentzündung ist die Tendovaginitis de Quervain. Die bekommen sehr oft Mütter, die Ihr Kind auf dem Armtragen und es mit einer Hand stützen. Dabei wird das Gelenk der Hand stark gebeugt. Das engt die Sehnenscheiden ein, reizt sie und schon ist eine Entzündung da. Es kann aber auch durch Infektionen mit Keimen zu einer Entzündung der Sehnenscheiden kommen. Ebenfalls durch chronische Polyasthritis (das ist die rheumatoide Arthritits).

Sehnenscheidenentzündung nachhaltig vermeiden

  • Fast immer ist es eine zu starke Belastung, durch die eine Sehnenscheidenentzündung entsteht. Bemerkbar macht sie sich meist durch starke Schmerzen, die Ihre Bewegungen einschränken. Wie lässt sich nun eine Erkrankung der Sehne nachhaltig vermeiden? Ganz wichtig ist die ergonomisch richtige Einrichtung Ihres Arbeitsplatzes.
  • Nutzen Sie höhenverstellbare Stühle, Tische und Tastaturen. Sie brauchen eine richtige Haltung zur Computermaus, Handballenauflagen oder Fußstützen. Stuhl und Schreibtisch müssen die richtige Höhe haben und gut positioniert sein. Da hilft Ihnen beim Einrichten fachlicher Rat – und eine Sehnenscheidenentzündung kann vermieden werden
  • In Ihrer Freizeit können Sie Bewegungen erlernen, die Ihre Sehnen immer wieder entlasten. In Vereinen, Volkshochschulen und Sportvereinen werden geeignete Kurse in Pilates, Tai Chi, Qigong und Yoga angeboten. Diese Bewegungen helfen, sie Sehne zu stärken und Schmerzen zu verhindern.
  • Machen Sie nach jeder Stunde gleichförmiger Arbeit zehn Minuten Pause, lockern Sie sich durch Dehnungsübungen auf, das stärkt Ihre Gelenke und Sehnen im gefährdeten Bereich.
  • Sie haben sich einer Sportart verschrieben, deren Bewegungen Sehne und Sehnenscheide stark beanspruchen (Tennis, Golf, Jogging). In diesem Fall müssen Sie sich von einem erfahrenen Trainer zeigen lassen, wie Sie die nötigen Übungen so  ausführen, das diese nicht zu Reizungen, Fehlbelastungen oder Überbelastungen führen. Damit können Sie einer drohenden Sehnenscheidenentzündung vorbeugen.

Die Sehnenscheidenentzündung mit Naturmitteln nachhaltig behandeln

Sie wollen bei der Behandlung Ihrer Sehnenscheidenentzündung auf eine OP verzichten und wollen mit natürlichen Mitteln gegen die Sehnenscheidenentzündung vorgehen? Hier einige Tipps, damit die Erkrankung nicht chronisch wird und die Operation nicht mehr vermieden werden kann:

  • Die erste und wichtigste Maßnahme ist: Der entzündete Körperteil (zum Beispiel das Handgelenk) muss ruhig gestellt und geschont werden. Dadurch kann sich die Entzündung beruhigen und das Gelenk kann sich erholen. Dafür gibt es natürliche Hilfsmittel: Eine feste Bandage, eine elastische Binde, eine orthopädische Schiene oder sogar ein Gips. Das hilft besonders dem Handgelenk.
  • Ein gutes und bewährtes natürliches Hausmittel ist der Quarkwickel. Legen Sie an den betroffenen Stellen eine Kompresse an, die fingerdick mit Quark bestrichen ist. Einwirken lassen, bis der Quark bröckelig geworden ist. Kann mehrmals am Tag an den scherzenden Körperteilen angewendet werden.
  • Sehr hilfreich ist bei einer Sehnenscheidenentzündung auch die richtige Physiotherapie. Dehn- und Bewegungsübungen fördern die Beweglichkeit der des Gelenkapparates, sanfte Massagen der betroffenen Stellen helfen, den Schmerz zu lindern.
  • Manche Therapeuten setzen auf eine Behandlung durch eine Akupunktur oder eine Elektrotherapie. Dabei lindern die Stromstöße die Schmerzen in der Sehnenscheide.
  • Wenn Sie anfällig für eine Sehnenscheidenentzündung sind, dann können Sie diese auch durch Tapen vermeiden. Das wird auch angewendet, wenn eine Entzündung vorbei ist, Sie wieder Belastungen ausgesetzt sind. Das Tapen soll die betroffenen Gelenke schützen und stärken.

Diese Hausmittel helfen bei der Sehnenscheidenentzündung

Es gibt natürlich auch Hausmittel, die sich bei einer Sehnenscheidenentzündung bewährt haben.

  • Kälte lindert eine akute Entzündung und die Schmerzen. Kühlen Sie mit feuchtkalten Umschlägen oder einer Eispackung am Gelenk. Bitte beachten: Niemals Eis direkt auf die betroffene Stelle legen, das Kühlmittel immer mit einem dünnen Handtuch umwickeln. Hilfreich sind auch Umschläge mit Heilerde oder Essigwasser.
  • Wärme hilft eigentlich nur dann, wenn Ihre Sehne chronisch entzündet ist. Testen Sie, was Ihnen besser bekommt: Wärme oder Kälte. Um Wärme bei einer Sehnenscheidensntzündung einzusetzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Salbe, Creme, Gel oder warme Bäder.
  • Setzen Sie Pferdesalbe ein. Die gilt als altbewährtes Heilmittel bei Entzündungen von Sehnen, Muskeln und Bändern. Können Sie als Gel in Drogerien oder Apotheken bekommen.

Letztes Mittel bei einer Sehnenscheidenentzündung: Die OP

Erst wenn gar nicht mehr hilft, dann ist eine OP die letzte Möglichkeit einer Sehnenscheidenentzündung beizukommen. Dabei entfernt der Arzt bei der Operation entzündetes Gewebe und schneidet es. So wird wieder mehr Platz für die Sehne geschaffen, weil sie entlastet wird. Fast immer kann diese OP ambulant durchgeführt werden. Das bedeutet, dass es keinen Krankenhausaufenthalt gibt. Bevor Sie sich jedoch zur OP entschließen sollten Sie bedenken, das diese immer mit Risiken verbunden ist. Es kann zu Infektionen kommen, zu Störungen der Wundheilung und zu einer hässlichen Narbenbildung.