Schwindel: Ursachen und Tipps gegen Gleichgewichtsstörungen

Schwindel: Ursachen und Tipps gegen Gleichgewichtsstörungen

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Der Boden schwankt, die Welt dreht sich um Sie herum, Innen ist als würden Sie taumeln, Übelkeit kommt auf - Ihnen ist schwindelig. Schwindel ist nach Kopfschmerzen das zweit häufigste Gesundheitsproblem in den Hausarzt-Praxen. Was sind die Ursachen und was kann man dagegen tun?

Mit dem Arzt die Ursachen der Gleichgewichtsstörungen finden

Ursachen für Schwindelgefühle gibt es sehr viele. Sind es Herzrhythmusstörungen oder Medikamente? Ist das Gleichgewichtsorgan gestört oder schwankt der Blutdruck? Leiden Sie an Depressionen oder Diabetes? Das alles kann Schwindel auslösen. Und mit dem ist nicht zu spassen. Sie müssen also gemeinsam mit Ihrem Arzt die Gründe finden.

Was ist Schwindel, wie entsteht er? Schwindel entsteht immer dann, wenn das Orientierungssystem des Körpers gestört ist. An diesem System sind die Augen, der Gleichgewichtssinn und die so genannte Tiefenwahrnehmung beteiligt. Das Sehen und die Verarbeitung optischer Reize sind dabei ein wichtiger Faktor. Wenn man von einem hohen Turm in die Tiefe blickt, finden die Augen keinen Fixpunkt, an dem sie sich orientieren können. Auf diese Weise kann der Höhenschwindel auftreten.

Wir alle haben ein sehr kompliziertes Orientierungssystem. Werden von den einzelnen Bestandteilen des Orientierungssystems widersprüchliche Informationen übermittelt, kann Schwindel auftreten. Beispielsweise in einem Fahrstuhl, wenn die Augen zwar keine Ortsveränderung feststellen, die Tiefenwahrnehmung des Körpers jedoch eine Druckveränderung und damit Bewegung signalisiert. Schwindel kann häufig von einer Störung der Reizaufnahme im Gleichgewichtsorgan ausgehen - oder aber von fehlerhafter Übermittlung der Signale im Gehirn.

Medizinische Ursachen für Schwindel

  • Sehstörungen
  • Psychische Ursachen und Veränderungen bei den Gehirnbotenstoffen
  • Depressionen, Angststörungen oder Phobien
  • Durchblutungsstörungen, Unterzuckerung bei Diabetes und Herz-Kreislauferkankungen
  • Medikamente

Sehr oft ist Schwindel ein deutlicher Hinweis auf solche Erkrankungen. Bei bestimmten Schwindelerkrankungen kann ein Schwindeltraining gemacht werden. Ungefähr 90 Prozent der Betroffenen können damit während weniger Wochen frei von Beschwerden werden. Bei den psychisch bedingten Schwindelkrankheiten werden Medikamente wie Antidepressiva oder Arzneimittel, die den Gehirnstoffwechsel regulieren, eingesetzt. In schwersten Fällen können Operationen erforderlich werden.

Übungen gegen den Schwindel

Es gibt aber auch Übungen, mit denen Sie den Schwindel ausschalten können. Das funktioniert vor allem dann, wenn der Gleichgewichtssinn gestört ist:

  1. Setzen Sie sich auf einen Bürostuhl und fixieren Sie mit den Augen einen bestimmten Punkt, der nicht weiter als 50 Zentimeter entfernt sein sollte – zum Beispiel eine Tasse. Nun behalten Sie die Tasse im Auge und drehen sich langsam um 90 Grad nach rechts, danach nach links. Die Übung regt das Gleichgewichtssystem an.
  2. Befestigen Sie an einer Schnur einen Tennisball in Augenhöhe. Ihre Augen sind 30 bis 50 Zentimeter vom Ball entfernt. Bringen Sie den Ball von rechts nach links zum Pendeln. Verfolgen Sie mit den Augen zehn Schwingungen des Tennisballs, ohne dabei Ihren Kopf zu bewegen. Danach wird die Übung wiederholt. Diesmal folgen Sie mit dem Kopf und den Augen den Bewegungen des Balls. Diese Übung trainiert die vom Gleichgewichtssinn abhängige Fähigkeit, Blickzielen zu folgen.