Schnupfen und Erkältung: Diese Kräuter helfen

Schnupfen und Erkältung: Diese Kräuter helfen

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Wenn die Jahreszeiten wechseln, dann haben Schnupfen, Erkältung und Co. Hochsaison. Besonders übel, wenn auch noch eine Mandelentzündung oder Bronchitis dazu kommen. Bei diesen Problemen setzen immer mehr Menschen auf die Kraft der Natur - und das sind meistens die Kräuter. Die Rezepte sind hunderte, mache sicherlich tausende von Jahren alt- und sie wirken. Diese Heilpflanzen helfen Ihnen gegen Schnupfen & Co.

Schwitzen mit Kräutern vertreibt die Erkältung

Rund um die Welt, bei den Schamanen, den Medizinmännern, den Kräuterweibern und den Naturheilern, weiss man: Richtig Schwitzen kann eine Erkältung schon im Keim ersticken. Schwitzen steigert die Abwehrkräfte und senkt das Fieber. Im Anfangsstadium einer Erkältung kann eine von den richtigen Kräutern unterstützte Schwitzkur genügen, um die Erkältung zu vertreiben. Man muss natürlich nach dem Schwitzen sofort ins Bett und ruhen. Die besten Heilpflanzen und -kräuter sind Kamillenblüten, Enzian, Engelwurz und Ingwer. Vor allem aber Holunder- und Lindenblüten sind mit die besten schweisstreibenden Naturmittel. Die werden meistens als Tees eingenommen. Sie können sich die Kräuter selber mischen, es sind aber fertige Packungen aus der Apotheke zu empfehlen.

Heilpflanzen gegen Entzündungen im Mund-Rachenraum

Sehr viele Erkältungen gehen mit Entzündungen im Mund-Rachenraum und einem Schnupfen einher. Es brennt, man verliert den Geschmack, es entsteht ein übler Mundgeruch und die Abwehrkräfte schwinden, wenn man den Entzündungen nicht zu Leibe rückt. Gegen dieses typische Erkältungs-Problem gibt es viele sehr gute und altbewährte Kräuter zur Heilung. Dabei kommen  pflanzliche Antiphlogistika wie Arnika, Kamille und Ringelblume häufig bei Entzündungen zum Einsatz. Auch Kräuter und Heilpflanzen  wie Salbei, Thymian, Zistrose und Schwarze Johannisbeere bekämpfen durch Erkältungen hervorgerufene Entzündungen. Das bringt vor allem dann Linderung und hilft bei der Heilung, wenn Halsschmerzen, Heiserkeit . Schnupfen und eine Mandelentzündung zum Krankheitsbild gehören.

Bei Erkältung und Schnupfen das Immunsystem stärken

Wenn Viren und Bakterien eingedrungen sind, wenn der Körper gegen Erkältung, Schnupfen oder gar gegen eine Grippe kämpft, dann brauchen wir ein starkes Immunsystem. Dem können wir durch abwehrstärkende Kräuter und pflanzliche Heilmittel helfen. Abwehrstärkende Pflanzendrogen können auch bei einer beginnenden Erkrankung sinnvoll sein, um den Verlauf zu lindern oder zu verkürzen. Zu den Pflanzen, die unser Immunsystem anregen gehören der Sonnenhut (Echinacea), Sanddorn, Schwarze Johannisbeere, Wasserdost und Hundsrose. Hoch gepriesen, aber auch in Zweifelgezogen ist die südafrikanische Kaplandpelargonie ( Umckaloabo). Da gibt es allerdings Hinweise, dass Umckaloabo die Leber schädigen könne.

Trockener Husten: Diese Kräuter und Pflanzen helfen

Viele Erkältungen haben einen äusserst unangenehmen Befleiter: Einen Busen trockenen Reizhusten. Der raut Rachen und Kehle auf, bereitet Schmerzen und öffnet weiteren Entzündungen Tür und Tor. Dagegen helfen die Hustenhemmer, die aber nur bei trockenem Husten ohne Schleimbildung eingesetzt werden dürfen.  Sie helfen vor allem in der Nacht denn nicht enden wollenden Husten zu unterdrücken - und sorgen so für eine einigermassen ruhige Nacht. Als pflanzliche Hustenhemmer werden vor allem die so genannten Schleimdrogen eingesetzt. Die Pflanzenschleime legen sich wie ein Schutzfilm über die gereizte und entzündete Schleimhaut in den Atemwegen.  Das lindert die Entzündung und unterdrückt den Hustenreiz, was der irritierten Schleimhaut Zeit zur Regeneration gibt. In der Natur- und Erfahrungsmedizin haben sich folgende Kräuter und Heilpflanzen bewährt: Isländisch Moos, Spitzwegerich, Malve, Königskerze. Weibisch und Huflattich.

Ätherische Öle und Saponine gegen den "feuchten" Husten

Genaus so lästig wie der trockene ist der "feuchte" Husten. Er ist der gefährlichere. Denn aus dem festsitzenden Bronchialschleim kann sehr leicht eine chronische Bronchitis werden. Also müssen wir das Abhusten herbeiführen und erleichtern. Dazu brauchen wir auswurffördernde Mittel, um den Bronchialschleim aus dem Körper zu befördern. Dafür gibt es Kräuter und Heilpflanzen, die in den Bronchien die Flimmerhärchen aktivieren, welche dann den Hustenschleim abtransportieren können. Die Wirksubstanzen sind hier ätherische Öle und Saponine. Gute und bewährte Mittel bei denen Saponine wirken sind: Efeu, Seifenkraut, Schlüsselblume und die Süßholzwurzel. Hilfreiche Öle kommen aus Kräutern und Heilpflanze  wie: Fenchel, Anis, Thymian, Eukalyptus und Fichtennadeln.

Natürliche Antibiotika aus Kräutern und Heilpflanzen

Das ist jetzt ganz besonders wichtig: Kampf gegen Erkältung und Schnupfen mit pflanzlicher Antibiotika. Die können - genau wie die synthetische hergestellten Antibiotika - Bakterien abtöten oder zumindest deren Wachstum hemmen. Pflanzliche Antibiotika haben ein sehr breites Spektrum, können gleichzeitig gegen Bakterien und Viren eingesetzt werden. Und manche stärken zusätzlich das Immunsystem. Während wir gegen synthetische Antibiotika resistent werden können, ist das bei Kräutern und Heilpflanzen so gut wie unmöglich. Sehr gut haben sich folgende Kräuter und Heilpflanzen mit antibiotisch wirkenden Inhaltsstoffen bewährt: Thymian mit seinem ätherischen Öl, Knoblauch (das Alicen), Isländisch Moos (die Wirkstoffe der Flechtensäuren), Efeu (Saponine), Bärentraube ( Wirkstoff Arbutin) und das Johanniskraut ( Wirkstoff Hyperforin). Es muss aber gesagt werden: Pflanzliche Wirkstoffe mit antibiotische Wirkung stellen keinen Ersatz für ein vom Arzt verschriebenes Antibiotikum dar.

Krampflösende Mittel aus der Natur

Sehr oft führen eine Erkältung oder ein langanhaltender Schnupfen zu einer starken Belastung der Muskulatur des Atemtraktes. Dagegen helfen Krampflösend (Bronchospasmolytika). Auch hier können Sie auf Kräuter und Heilpflanzen zugreifen. Vor allem bei bei spastischer Bronchitis, Keuchhusten, Krupp und begleitend auch bei Asthma. Zu den Naturmittel, die da hilfreich sind gehören: Zwiebeln, Pestwurz, Sonnentau, Efeu, Quengle und Thymian.

Alle diese Mittel gibt es als Tee, Tinktur, Tabletten, Lutschpastillen, Extrakte und Kapseln auch in der Apotheke. Der Kauf der Heilpflanzen in der Apotheke ist ratsamer, als die Pflanzen selbst zu sammeln. So erhalten Sie kontrollierte Qualität und können sicher sein, dass Sie richtig dosieren. Denn bedenken Sie: Kräutermedizin ist nicht immer eine sanfte Medizin. Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten sind möglich. Das müssen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker besprechen. Manche ätherischen Öl-Drogen wie Eukalyptus, Minze oder Latschenkiefer eignen sich zudem für Inhalationen, Bäder und Einreibungen. Ein beliebtes Hausmittel sind außerdem wohltuende Brustwickel, etwa aus Senfsamen, Kartoffeln oder Thymian.