Schlaganfall: Soforthilfe durch Stroke Units

Schlaganfall: Soforthilfe durch Stroke Units

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Schlaganfall - ein Schreckenswort, eine schreckliche Erkrankung: Fast 70 000 Menschen sterben daran jährlich in Deutschland, hunderttausende Betroffene überleben ihn mit zum Teil schwersten Behinderungen durch einen dauerhaften Ausfall von Funktionen des Zentralnervensystems. Das Wichtigste beim Schlaganfall: Soforthilfe in kürzester Zeit durch eine Stroke Unit, schnelle und konsequente Rehabilitation und die richtige und gesunde Lebens- und Ernährungsweise. Die ist vor allem schon für die Prävention sehr wichtig. Was Sie unbedingt wissen müssen.

Soforthilfe rettet Leben

Wenn ein Schlaganfall eintritt geht es wirklich um Minuten, ja sogar Sekunden. Denn schon nach kürzester beginnt im Gehirn wegen der unterbrochenen Blutzufuhr die Zerstörung lebenswichtiger Gehirnzellen.

In den USA haben Fachärzte einen Test entwickelt, mit dem selbst Laien erkennen können, ob ein Schlaganfall vorliegt:

  • Bitten Sie die Person, zu lächeln. (Das Gesicht wird bei Lähmung einseitig verzogen.)
  • Bitten Sie die Person, gleichzeitig beide Arme nach vorne zu heben, Handflächen nach oben. (Bei einer Lähmung kann ein Arm nicht gehoben werden bzw. sinkt oder dreht sich, vor allem bei geschlossenen Augen, ab.)
  • Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen, zum Beispiel: „Ich benötige keine Hilfe.“ (Der Satz muss korrekt wiederholt werden, die Sprache darf nicht verwaschen sein.)
  • Ist mindestens einer der beschriebenen Tests positiv, dann geht es um jedes Sekunde: Rufen Sie so schnell wie möglich einen Notarzt (Stroke Unit) und sagen Sie, dass Verdacht auf Schlaganfall besteht.

Was Sie bei einem Schlaganfall sofort selbst tun müssen

  • Lagern Sie den Betroffenen mit erhöhtem Oberkörper
  • Er darf keinerlei körperlichen Belastungen mehr ausgesetzt werden.
  • Geben Sie ihm auf keinen Fall zu trinken (das berühmte Glas Wasser) oder zu essen.
  • Sprechen Sie ihn an, versuchen Sie einen verbalen Kontakt aufrecht zu erhalten
  • Verlangen Sie, dass der Patient in eine Klinik mit einer "Stroke Unit" (spezialisierte Abteilung für Schlaganfall-Behandlung, nicht unbedingt immer Bestandteil einer neurologischen Klinik) gebracht wird.

Übersicht der "Stroke Units" in Deutschland mit gültiger Zertifizierung nach dem gemeinsamen Verfahren der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Mehr Infos: www.schlaganfall-hilfe.de, www.dsg-info.de

Dem Schlaganfall vorbeugen

  • Bei Übergewicht sollten Sie versuchen ca. zehn bis 15 Prozent abzunehmen
  • Erhöhen Sie Ihre sportliche Betätigung: Mindestens drei mal pro Woche mindesten 30 Minuten intensive Bewegung. Am besten sind Dauerbelastungen: Laufen, schwimmen, radfahren, Nordic walking oder schnelles Gehen.
  • Kontrollieren Sie regelmässig Ihren Blutdruck. Stellt sich Bluthochdruck heraus, dann muss der behandelt werden, das senkt das Schlaganfallrisiko um 40%.
  • Geben Sie unbedingt das Rauchen auf. Nikotinmissbrauch erhöht das Risiko um das zwei- bis dreifache.
  • Wenn Sie täglich etwa 300 bis 400 Gramm Obst oder Gemüse zu sich nehmen, senken Sie das Risiko für einen Schlaganfall bei Männern um 35 und bei Frauen um 25 Prozent.
  • Reduzieren Sie den Salzkonsum: Etwa fünf Gramm pro Tag genügen.
  • Wenn Sie Dauerschnarcher mit Atemaussetzern sind, dann müssen Sie das Problem mit Hilfe eines Arztes in den Griff bekommen.
  • Ihre tägliche Energiezufuhr sollte höchstens zu 30 Prozent aus Fett betragen.
  • Kontrollieren Sie regelmässig Ihren Blutzuckerspigel.
  • Das gilt auch für Ihren Cholesterinspiegel. Ist der zu hoch müssen Sie das ändern (Ernährung, Medikamente).