Schlafprobleme: Diese sechs Kräuter helfen

Hopfen und Melisse sind beruhigende Kräuter

© pixelot - Fotolia.com

Der Einsatz von Kräutern bei Schlafproblemen ist wohl so alt, wie es Schlafprobleme gibt. Inzwischen kommen bei diesem Problem die Arzneien aus der Natur wieder voll zu Ehren, da sie fast keine Nebenwirkungen haben. Was die wichtigsten Kräuter fürs Einschlafen sind, wie man sie verwendet und worauf man achten muss.

Viele Pflanzen haben Inhaltsstoffe, deren beruhigende und schlaffördernde Wirkung seit Jahrtausenden bekannt ist. In den letzten Jahren haben diese Naturarzneien eine Renaissance erlebt: Immer mehr Menschen behandeln ihre Schlafprobleme mit natürlichen Schlafmitteln. Worauf Sie aber unbedingt achten müssen: Greifen Sie nach Möglichkeit nur zu standardisierten Fertigprodukten. Das ist vor allem bei Baldrian und Johanniskraut wichtig, denn nur so ist sicher gestellt, dass Sie immer die richtige Dosierung haben. Hier die sechs wichtigsten Schlafmittel aus dem Kräutergarten der Natur:

Hopfen

Als Hopfen noch per Hand gezupft wurde, gab es bei den Erntearbeitern die so genannte "Hopfenkrankheit": Sie waren immer sehr schnell müde und gingen früh ins Bett. Der Grund: Die sogenannten Hopfen-Zapfen - die weiblichen Blütenstände der Hopfenpflanze - enthalten die Bitterstoffe Humulon und Lupulon. Die sollen schlaffördernd wirken. Ein wissenschaftlicher Nachweis fehlt bislang. Erfahrungen zeigen aber, dass vor allem die Kombination aus Baldrian, Hopfen und Melisse beruhigt. Hopfen gibt es als Tee oder Pulverextrakt.

Baldrian

Eine der ältesten Einschlafhilfen überhaupt. Wobei zu bemerken ist, dass Sie beim Einsatz von Baldrian eine spürbare Wirkung erst nach etwa zwei Wochen Baldriankur bemerken. Es ist daher gut, Baldrian in Kombination mit anderen beruhigenden Pflanzenstoffen einzunehmen. Die schlaffördernde Wirkung von Baldrian ist für leichte bis mittlere Schlafprobleme nachgewiesen. Als Hauptwirkstoffe gelten bestimmte chemische Verbindungen (Sesquiterpene). Sie sind im ätherischen Öl in der Wurzel des Krauts enthalten. Nicht geklärt ist bislang, wie genau die schlaffördernde Wirkung zustande kommt. Nehmen Sie Baldrian etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen ein. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Baldrianpräparate gibt es als Tee, Frischpflanzenpresssaft, Tinktur und in Tablettenform. Reiner Baldrian schmeckt sehr bitter. Bevorzugen Sie am besten Teemischungen. Den Presssaft mischen Sie vor dem Trinken mit Apfel- oder rotem Traubensaft.

Melisse

Hier sind es vor allem die wohlriechenden ätherischen Öle aus den Blättern der Melisse die uns Schlaf bringen. In diesen Blättern enthalten sind viele wirksame Bestandteile, unter anderem Citronellal und Citral. Reines Melissen-Öl ist teuer, da es in den Blättern nur in geringen Mengen vorhanden ist. Günstiger ist es, die Melisse als Tee mit Baldrian zuzubereiten.

Lavendel

Manchmal genügt schon ein Säckchen Lavendel unter dem Kopfkissen. um einen ruhigen Schlaf zu finden. Das ätherische Öl der Pflanze enthält mehrere wirksame Substanzen, zum Beispiel Rosmarinsäure. Die beruhigende Wirkung des Lavendels ist wissenschaftlich belegt. Lavendel wird als Teebestandteil oder in der Aromatherapie eingesetzt. Er wirkt am besten in Kombination mit Baldrian.

Passionsblume

Dieses Kraut ist fast schon eine "Wunderwaffe" gegen alle möglichen gesundheitlichen Probleme. Auch als Einschlafhilfe ist es von besonderer Bedeutung. Hier verwendet man das getrocknete Kraut. Darin sind unter anderem Flavonoide, Cumarine und Maltol enthalten, die für die beruhigende Wirkung verantwortlich sind. Auch die Passionsblume wirkt am besten in Kombination mit Baldrian.

Johanniskraut

Das kennen wir vor allem als Naturhilfe bei leichten Depressionen. Aber auch bei Schlafproblemen ist es gut zu gebrauchen. Die Wirkstoffe befinden sich in Blättern und Blüten des Krauts. Hypericin wirkt beruhigend auf die Nerven. In Kombination mit den zusätzlich enthaltenen Flavonoiden, Gerbstoffen und ätherischen Ölen kann es den Anstieg des Stresshormons Kortisol im Körper mindern. Johanniskraut-Präparate sind als Tee, Kapseln, Dragees, Tropfen oder Saft erhältlich. Ähnlich wie beim Baldrian kommt es erst nach zwei bis vier Wochen zu einer spürbaren Wirkung. Die Einnahme von Johanniskraut kann zudem die Lichtempfindlichkeit von Haut und Augen erhöhen. Wenn Sie Johanniskraut-Präparate einnehmen, sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt sprechen.