Rückenschmerzen verhindern und lindern

Rückenschmerzen verhindern und lindern

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Rückenschmerzen sind schon längst zu einer Volkskrankheit geworden, an der Millionen leiden. Stundenlanges Sitzen am Computer, am Schreibtisch, stehende Arbeiten, zuwenig Ausgleich durch Bewegung und Sport - da alles schädigt die Wirbelsäule und die Muskulatur des Rückens. Das Ergebnis: Quälende Rückenschmerzen. Doch gerade gegen Rückenschmerzen können Sie selbst sehr viel tun: Mit Gymnastik, mit einer Stärkung des Rückens, mit Medikamenten und Therapien. Hier zehn wichtige Fakten zum Thema Rückenschmerzen. Damit Sie die Ursachen für die Schmerzen beheben können.

Frauen leiden öfter als Männer
Beim Thema Rückenschmerzen gibt es ein Phänomen: Frauen leiden öfter an Schmerzen der Wirbelsäule und des Rückens als Männer. Das sind die Gründe: Schwangerschaften belasten Skelett und das Bindegewebe. Menstruationsbeschwerden strahlen oft auf den Rücken aus. Das Tragen von gesundheitsschädlichen Schuhen (High Heels) wirkt sich nachteilig auf Wirbelsäule und Rücken aus. Hinzu kommt, dass Frauen viel stärker am Osteoporose leiden als Männer. Es ist deshalb besonders für Frauen wichtig, regelmässig eine Rückengymnastik zu machen. Auch Schwimmen (in der Rückenlage) ist gut.

Rückenschmerzen durch seelische Belastungen
Sehr oft haben chronische Rückenschmerzen eine psychische Ursache. Depressionen, Verluste, grosses Leid und Stress erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Kreuzschmerzen. Hier muss die Therapie bei der Ergründung der Ursachen für die Rückenschmerzen einsetzen. Finden Sie selbst heraus: "Was belastet mich, was sind meine grossen Sorgen, was drückt mich seelisch nieder." Reden Sie darüber auch mit einem Arzt oder einem Psychotherapeuten.

Die Wirbelsäule nutzt sich ab
Die Wirbelsäule unterliegt - so wie jeder Körperteil - im Lauf des Lebens Veränderungen. Sie nutzt sich ab, sie wird schwächer, die stärkende Muskulatur geht zurück. Manchmal kommt es sogar zu einem Bandscheibenvorfall. Das alles müsste eigentlich zu Schmerzen im Rücken führen. Tut es aber nicht immer. Selbst wenn eine gründliche Untersuchung (MRT) einen eindeutigen Befund liefert, sind davon betroffene Patienten schmerzfrei.Dennoch muss ein solcher Zustand mit der richtigen Therapie behandelt werden. Denn auf Dauer funktioniert das nicht - und dann sind die Rückenschmerzen da.

Krankheiten verursachen Rückenprobleme
Nicht immer sind Veränderungen am Skelett oder eine Schwächung der die Wirbelsäule umgebenden Muskulatur die Urasche für andauernde Rückenschmerzen. Auch psychische Probleme scheiden aus. Etwa zwei Prozent aller Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule werden zum Beispiel durch Erkrankungen verursacht. Die Ursachen können vielfältig sein. Oft sind es gynäkologische Probleme, quälende Nierensteine, Magen- und Darmerkrankungen oder eine Lungenentzündung. Dabei empfindet der Patient Schmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlen. Auch hier muss ein Arzt zur Therapie befragt werden.

Schon Kinder leiden an Rückenschmerzen
Rückenschmerzen sind schon längst nicht mehr nur ein Problem der Erwachsenen oder gar der Alten. Schon Kinder leiden an Schmerzen im Rücken und an der Wirbelsäule. Nach einer Forsa-Umfrage trifft das auf etwa 40% der 13- bis 14jährigen zu. Der Grund dafür liegt an einem zunehmend bewegungsarmen Lebensstil, der die Ausbildung einer kräftigen Rückenmuskulatur verhindert. Wr stundenlang vor dem Computers spielt, der schadet seiner Wirbelsäule und dem Rücken. Diese Problem kann gezielt durch Gymnastik und Sport behoben werden. Kinder und Jugendliche sollten sich bis zum  16. Lebensjahr am Tag mindestens zwei Stunden intensiv bei Sport und Spiel bewegen. Generell ist Bewegung mit das beste Mittel gegen Rückenschmerzen. Ausserdem wird dadurch der Körper gekräftigt.

Bewegung ist die beste Therapie
Früher gab es bei einem Anfall von Rückenschmerzen nur eine Therapie die der Arzt verordnete: Ruhe und den Rücken schonen. Inzwischen gibt es Medikamente, auch Akupunktur wird empfohlen. Eines aber ist absolut in den Vordergrund gerückt: Schonende und kräftigende Bewegung. Man weiss inzwischen: Nichtstun ist bei Rückenschmerzen eher schädlich, Bewegung hingeben tut gut. Sie hilft nicht nur, Schmerzen im Rücken vorzubeugen, hilft auch, solche Schmerzen zum lindern. Vermeiden sollten Sie aber unbedingt das Heben und Tragen von schweren Lasten. Auch übertriebene Drehungen und Beugungen sind schädlich.

Keine Angst vor einem Bandscheibenvorfall
Der Bandscheibenvorfall - ein Schreckenswort für alle Menschen, die an Wirbelsäulen oder Rückenproblemen leiden. Viele haben dann die Vision einer Operation an der Wirbelsäule vor Augen - die ja unter Umständen zur Lähmung führen kann. Das ist ein weiterverbreiteter Irrtum: Ein tatsächlicher Vorfall hat nur einen Anteil von etwa 5% an akuten Rückenschmerzen. Sie brauchen also nicht gleich das Schlimmste zu befürchten, wenn Ihnen der Rücken schmerzt.

Schwere Diagnose, wenn der Rücken schmerzt
Ein grosses Problem gibt es, wenn Sie an Rückenschmerzen leiden: Das ist die Diagnose. Denn nur wenn der Arzt weiss, was die Ursache für Ihre Rückenschmerzen ist, kann er die richtige Therapie einleiten. Aber bei 85% aller Patienten mit Schmerzen an der Wirbelsäule und am Rücken kann der Arzt nicht ganz genau feststellen, was die Ursache ist. Deshalb sollten Sie sich immer über alle Möglichkeiten informieren: Das kann eine Akupunktur sein, eine Umstellung der Ernährung, eine Änderung des Lebensstils mit mehr Bewegung, das kann sich eine Medikamentation sein. Manchmal dauert es sehr lange, bis die richtige Diagnose fest steht und die Therapie eingeleitet werden kann. Sehr oft helfen auch Massagen und/oder eine Krankengymnastik.

Guter Trost und Hausmittel

Einen Trost gibt es für alle Menschen, denen plötzlich der Rücken schmerzt: Rund 80% aller Patienten sind nach etwa zwei Monaten ihre Schmerzen wieder los. Danach aber sollten Sie sich wirklich intensiv um eine natürliche Stärkung von Rücken und Wirbelsäule kümmern: Damit die Rückenschmerzen nicht mehr zurück kommen.

Hier noch ein paar erprobte Hausmittel bei Rückenschmerzen:

  • So vermeiden Sie Rückenschmerzen am Computer: Die Wirbelsäule gerade halten, also nicht verkantet oder schräg zum Arbeitsplatz oder Computer sitzen. Die Füße sollten fest und richtig platt auf dem Boden ruhen.
  • Geben Sie vier Kilo Kochsalz in ein Vollbad, auflösen, in der etwa 38 Grad warmen Sole 20 Minuten liegen bleiben, danach das salz auf der Haut antrocknen lassen, eine Stunde lang warm verpackt ruhen. Dann gut abwaschen.
  • Kochen Sie Pellkartoffeln, die Sie zu einem Brei zerstampfen und in ein Tuch verpacken. Dieses auf den Rücken legen, mehrmals wiederholen.o Füllen Sie ein Leinensäckchen mit einer von folgenden Getreidesorten, erwärmen Sie es und legen Sie es wie eine Wärmflasche auf den Rücken: Dinkel, Roggen oder Hirse.
  • Besorgen Sie sich ein medizinisches Sitzkissen, blasen Sie es auf. Durch die ständig wechselnde Sitzposition wird die Wirbelsäule in immer verschiedenen Positionen be- und entlastet.