Rauchen: So werden Sie die Sucht los

Rauchen: So werden Sie die Sucht los

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Es kratzt im Hals, Sie haben einen unangenehmen Mundgeruch, beim Treppensteigen geht Ihnen ziemlich schnell die Luft aus, Ihre Haut wird grau und faltig, Ihr Immunsystem ist im Keller. Der Arzt betrachtet sorgenvoll Ihre gelb gerauchten Fingerspitzen und sagt: "Sie müssen mit dem Rauchen aufhören. Der ununterbrochene Nikotinmissbrauch ist Gift für Ihren Körper. Sie verlieren Lebenszeit, Sie altern schneller, für Ihren Blutdruck und den Zustand Ihrer Blutgefäße ist es auch ganz schlecht."

Im Grunde genommen wissen Sie selbst, wie sehr das Rauchen und das Nikotin Ihnen schadet. Aber der oft jahrelange Nikotinmissbrauch hat Sie süchtig gemacht. Man kann das gar nicht anders ausdrücken: Sie sind süchtig nach der Droge Nikotin. Und diese Sucht müssen Sie bekämpfen: Nachhaltig und vor allem schnell. Dafür brauchen Sie aber die richtigen Strategien und Hilfen. Denn mit dem Rauchen aufhören – das ist gar nicht so einfach. Damit aus einem Raucher oder einer Raucherin ein Nichtraucher wird bedarf es eines starken Willens, guter Ratschläge und viel Verständnis vom Partner und von Freunden. Denn wen das Nikotin in seinen Krallen hat, den lässt es so leicht nicht los.

Diese Krankheiten drohen bei Nikotinsucht

Millionen Menschen brauchen täglich ihre Zigaretten. Und erhöhen täglich von Zigarette zu Zigarette das Risiko für ihre Gesundheit. Die größte Gefahr besteht natürlich für Ihre Atemwege und die Lunge. Rauchen erhöht nachgewiesen das Risiko für Lungenkrebs. Aber das ist nicht alles. Über die sehr feinen Blutgefäße der Lunge gelangen alle gefährlichen Chemikalien ins Blut und werden so im ganzen Körper und Organen verteilt. Mit jeder Zigarette steigern Sie das Risiko für folgende Krankheiten:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Krebs
  • Erkrankungen im Mund-Rachenraum
  • Ihre Potenz
  • Absinken Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Weil die Leistung Ihrer Lunge abnimmt, geht die Sauerstoffzufuhr für Ihr Herz und Ihre Muskeln zurück. Die werden dadurch schwächer.
  • Die natürliche Abwehrfunktion Ihrer Atemwege leiden unter Nikotingenuss. Raucher haben anfällige Atemwege.
  • Die klassische Raucherkrankheit ist COPD: Raucherhusten, starke Auswurf, Atemnot, das Ausatmen wird immer schwerer. Die feinen Lungenbläschen werden nach und nach zerstört, der lebensnotwendige Gasaustausch geht zurück. Für Raucher beginnt eine große Leidenszeit, die meist tödlich endet. Wenn bei Ihnen COPD festgestellt wird, dann müssen Sie sofort aufhören, dann darf keine Zigarette mehr geraucht werden. Absoluter Rauchstopp.
  • Die Chemikalien des Tabakrauchs greifen die Wände Ihrer Blutgefäße an, das führt zu Entzündungen. Dabei entstehen Ablagerungen, die Gefäße verengen sich, Herz, Hirn oder Beine werden schlechter durchblutet. Zusätzlich wird der Blutdruck erhöht. Nach Schätzungen entsteht jeder dritte Herzinfarkt durch Rauchen von Zigaretten. Rauchen ist eines der größten Risiken für einen Herzinfarkt. Beste Abhilfe: Sofortiger Rauschtopp der Gesundheit zuliebe.

So stoppe Sie das Rauchen: Der Entzug

Nikotin ist ein sehr starkes Suchtmittel. Wer von den Zigaretten loskommen will und einen totalen Rauchstopp anstrebt, der muss einen starken Willen haben. Wer die Entzugserscheinungen kennt und sich darauf vorbereitet, der verbessert seine Chancen das Verlangen zu besiegen und mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn Sie aber ein starker Raucher sind, dann kann das bis zu einem Monat dauern. Dabei treten zwei Arten von Entzugserscheinungen auf:

1. Die körperlichen Entzugserscheinungen

Sie werden am Anfang an starken Schlafstörungen leiden, das führt tagsüber zu großer Müdigkeit und einem Abfall der Leistungsfähigkeit. Es kommt zum Konzentrationsmangel und dadurch bedingt zu Problemen mit Ihrer Verkehrstüchtigkeit. Sie werden durch den Entzug von Nikotin nervös und sind sehr unruhig. Der Entzug greift auch Ihre Gesundheit an, Sie leiden an Verstopfung. Dagegen haben Sie immer wieder Heißhungerattacken.

2. Die psychischen Entzugssymptome

Sie werden unleidlich, sind für Ihre Umgebung nur schwer zu ertragen. Selbst kleine Probleme sind für Sie manchmal nur schwer zu lösen. Es kommen Selbstzweifel auf: "Schaffe ich das? Ist es eigentlich sinnvoll, das ich mich so quäle?" Immer wieder haben Sie Anfälle von heftiger Rauchlust. In bestimmten Situationen können Sie den Rauchzwang nicht beherrschen. Es siegt der Gedanke: "Nur eine Zigarette. Das kann doch nicht schaden." Sehr viele Raucher versuchen, spontan und mit einem Ruck vom Nikotin loszukommen. Das gelingt aber nur sehr wenigen, meistens siegt der Drang zur Zigarette – sie werden wieder rückfällig.

Das größte Problem beim Rauchstopp: Die Macht der Gewohnheit

Das sind Verhaltensmuster, Stresskompensation und Gruppendynamiken. Zum Beispiel: "Wenn ich Alkohol trink, dann muss ich rauen." Oder: "Ich bin eben ein typischer Gewohnheitsraucher." Sie müssen Ihre gewohnten Lebens- und Freizeitverhaltensweisen ändern. Sie müssen den Zwang "Jetzt brauche ich unbedingt eine Zigarette" auflösen. Um mit dem Rauchen aufzuhören brauchen Sie Menschen, die Ihnen helfen, die Sie vor Versuchungen schützen. Wenn bei Ihnen der sofortige Rauchstopp nicht klappt, wenn Sie immer wieder rückfällig werden, dann müssen Sie Ihren Konsum an Nikotin schrittweise zurückführen. Dafür brauchen Sie Teilziele und Selbstkontrolle. Nehmen Sie sich vor: "In dieser Woche rauche ich eine Zigarette am Tag weniger. In der nächsten Woche dann schon zwei." Und so weiter. Beziehen Sie Ihre Partner, Freunde und Kollegen in Ihren Entzug mit ein, halten Sie Kontakt mit Ihnen. Auch wenn Sie schon ein Ex-Raucher sind, sollten Sie in kritischen Situationen (Kneipenabend mit Freunden) vorsichtig sein. Machen Sie eine Entwöhnungstherapie in der Sie das Verhalten in solchen Situationen trainieren. Sehr hilfreich beim Versuch mit dem Nikotin Schluss zu machen ist auch eine Verhaltenstherapie, kombiniert mit einer Nikotinersatztherapie. Die sollten starke Raucher unbedingt machen. Suchen Sie den Kontakt mit Menschen, die das Rauchen aufgegeben haben, die vom Nikotin losgekommen sind. Profitieren Sie von deren Wissen um einen erfolgreichen Entzug. Generell gilt: Das Rauchen von Zigaretten ist eine Sucht die das Risiko für viele schwere Krankheiten sehr stark erhöht. Und die Ihr Leben nachweislich verkürzt. Das Positive an einer Entwöhnung ist: Die durch das Rauchen von Zigaretten verursachten Schäden sind in den meisten Fällen langfristig reparabel.