Rauchen und Alkohol, die tödlichen Laster

Rauchen und Alkohol, die tödlichen Laster

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Vorsorge kann man dadurch betreiben, dass man zusätzlich etwas Gutes für den Körper oder für die Seele tut. Das haben wir schon miteinander gelernt. Vorsorge kann aber auch bedeuten, dass Sie etwas unterlassen. Dass Sie etwas nicht mehr tun, was Sie viele Jahre lang getan haben. Wie zum Beispiel das Rauchen. Oder das Trinken von Alkohol im Übermass. Oder das Essen von Nahrungsmitteln, von denen Sie zwar wussten, dass es falsch ist - bei denen Sie aber einfach immer wieder schwach geworden sind. Deshalb wollen wir uns hier mit der Vorsorge durch Unterlassung, durch die Aufgabe von Lastern beschäftigen. Denn das kann oft genau so hilfreich sein, wie zusätzliche Maßnahmen für unsere Vorsorge gegenüber dem Körper. Aber es ist manchmal auch schwerer. Denn oft beschwichtigen wir uns selbst: „Ach, das bisschen Rauchen kann nicht so schlimm sein. Schließlich treibe ich ja Sport zum Ausgleich.“ Glauben Sie mir: Es gibt da keinen Ausgleich.

 

Das Beste: Sofort aufhören zu rauchen

Fangen wir an mit dem wohl bösesten Angriff auf unsere Gesundheit an: Dem Rauchen. Wissen Sie eigentlich noch, wann und warum Sie mit dem Rauchen angefangen haben? Warscheinlich so mit 14 bis 16 Jahren. Es hat gekratzt, Sie haben gehustet, geschmeckt hat es nicht. Aber es war ein Erwachsenen-Ritual, wer rauchte, der war wer, der gehörte dazu. Und so ganz schön langsam sind Sie in die Sucht geschliddert. Denn Rauchen ist eine Sucht. Zuerst haben Sie sich noch eingeredet: „Ich rauche, weil es mir schmeckt.“ Dann haben Sie geraucht um sich zu beruhigen, um Stress-Situationen gewachsen zu sein. Und schließlich haben Sie die erste Zigarette schon vor dem Frühstück geraucht und wenn Sie mehr als zwei/drei Stunden Ihrem Körper kein Nikotin mehr zugeführt haben, dann wurden Sie nervös, fahrig, unkonzentriert und reizbar. Un d so haben Sie sich über die Jahrzehnte hinweg Ihre Gesundheit ruiniert. Haben im Körper bleibende Schäden erzeugt, bis hin zum Lungen-Krebs. Hören Sie auf. Jetzt, sofort. Etwas Besseres können Sie Ihrem Körper nicht antun.

Rauchen kostet Sie zehn Lebensjahre

Wissen Sie eigentlich wovor Sie sich selbst bewahren, wenn Sie das Rauchen gar nicht erst anfangen, oder endlich damit aufhören? Wenn Sie Rauchen, dann dringen Teerpartikel und Feinstaub aus der Asche tief in Ihre Lungen ein - bis in die allerfeinsten Lungenbläschen. Von dort gelangen Sie in die Blutbahn, vergiften Ihr Blut. Oder sie kapseln sich ab und werden zu einem sehr grossen Krebs-Risiko: Raucher erkranken dreimal häufiger an Lungenkrebs als Nichtraucher. Nikotin ist ein Gift, das die Blutgefässe verengt. Es kommt zu Stauungen und zu Ablagerungen bis hin zum Verschluss. Das bedeutet: Das Infarktrisiko für Raucher ist ungleich höher als für Nichtraucher. Die schlechte Durchblutung - vor allem an den Beinen - führt zum sogenannten „Raucherbein“: Pilze siedeln sich an, Wunden heilen nicht ab, die Haut wird krank, das Gewebe verfault regelrecht. Das führt in vielen Fällen zur Amputation. Rauchen verringert Ihr Lungenvolumen, schwächt Ihre Immunkraft, Teer und Nikotin schädigen Ihre Stimmbänder.

Alkohol zerstört das Gehirn

Kommen wir nach dem Rauchen zum Alkohol. Da ist ein deutlicher Unterschied festzustellen: Nikotin schädigt immer und schon in der kleinsten Dosis. Alkohol - in geringen Mengen genossen - hat auch positive Wirkungen. Aber da liegt das Problem: Denn auch Alkohol hat ein großes Suchtpotential, die getrunkenen Mengen werden immer grösser und damit die Gefahr für unseren Körper. Alkohol erweitert die Gefäße - das ist ja manchmal gut. Aber er schädigt die Leber, zerstört im Gehirn wichtige Zellen, er führt zu Gleichgewichtsstörungen, zu Bewusstseinsstörungen und zu schweren Schäden im Sprachzentrum. Alkohol verändert die Menschen, macht sie unberechenbar. Das wissen Sie doch selbst: Es gibt Menschen, wenn die ein Glas zuviel getrunken haben, dann werden sie zänkisch und aggressiv. Das alles tritt ein, wenn man Alkohol missbraucht, ihn in großen und nicht in kleinen Mengen zu sich nimmt. Aber wo beginnt der Missbrauch, ab wann ist Alkohol schädlich?

Ein Liter Bier am Tag macht schon süchtig

Das teuflische am Aklkohol ist, dass er praktisch zu unserem Leben gehört. Bier oder Wein zum Essen, danach ein Verdauungsschnäpschen, ein kleiner Kognak zum Kaffee - so geht es durch den Tag. Am Anfang einer Trinkerkarriere wird Alkohol in fröhlicher Gesellschaft genossen, an ihrem Ende allein in stiller Verzweiflung. Und die Grenzwerte von denen an man von Sucht sprechen muss, sind wesentlich niedriger, als allgemein angenommen wird. Wer täglich einen Liter Bier trinkt, der ist in Gefahr süchtig zu werden. Und an dieser Sucht sterben in Deutschland jährlich 42 000 Menschen. Alkoholismus ist ungleich verteilt: 70% der Süchtigen sind Männer, nur 30% Frauen. Dabei sind die wesentlich gefährdeter. Männer müssen ca. 30 bis 40 Gramm reinen Alkohol pro Tag trinken um ihre Gesundheit ernsthaft zu gefährden, bei Frauen reichen bereits 20 Gramm. Es ist übrigens ein Märchen, wenn gesagt wird Bier oder Wein seien nicht so schädlich wie hochprozentiger Schnaps: Es kommt nur auf die getrunkene Menge des reinen Alkohols an: Egal ob aus Bier, Wein, Likör oder harten Schnäpsen.

Immer wieder ein alkoholfreier Tag

Wie also sollen wir mit Alkohol umgehen, ohne uns selbst Schaden zu zufügen? Wir müssen uns ganz einfach daran gewöhnen, kleine Mengen zu trinken. Lassen Sie in Ihr Weinglas nie ein Viertel einschenken, ein Zehntelliter genügt - und selbst wenn Sie dann noch ein Glas trinken, haben Sie einen frischen Wein vor sich. Stellen Sie immer Mineralwasser auf den Tisch - dann hat der Alkohol keine Durstlöscher-Funktion, Sie trinken automatisch weniger. Trinken Sie langsam und in kleinen Schlucken: Das vergrößert den Genuss und verkleinert die Gefahr des Vieltrinkens. Trinken Sie nur e i n e n Schnaps, und stellen Sie dann Ihr Glas weg. Machen Sie immer wieder einen alkoholfreien Tag. Stellen Sie Wein oder Bier nur zu e i n e r Hauptmahlzeit auf den Tisch, am besten Abends, denn da dürfen Sie abschalten. Wein mit kohlensäurehaltigem Wasser zu mischen ist nicht ungefährlich: Durch die Kohlensäure wird der Alkohol schneller ins Blut gedrückt. Deshalb bekommt man auch vom Sekt schneller einen Schwips. Sie sind allein - dann trinken Sie einfach keinen Alkohol.

Mit dem BMI leben hilft vorsorgen

Gehören Sie auch zu den Menschen, denen es unmöglich ist, auf dem Teller Essen zurück zu lassen? Dann haben Sie sicher auch Gewichtsprobleme. Und ständiges Übergewicht - oder gar Fettleibigkeit - führen zu massiven gesundheitlichen Problemen: Arteriosklerose, Diabetes, Blutdruckprobleme, Immunschwäche, Gelenke die der Belastung nicht mehr stand halten und Gicht. Ganz zu schweigen von der sozialen Ausgrenzung unter der dicke Menschen - vor allem Kinder - leiden müssen. Es ist also ein hervorragendes Vorsorgeprogramm, wenn Sie schlank bleiben und mit Normalgewicht durchs Leben gehen. Ihr Normalgewicht können Sie durch den Body-Mass-Index herauskriegen .

Verbessern Sie Ihr Essverhalten

Ich will Ihnen gar keine neue Diät vorstellen, da gibt es schon genug. Aber ich möchte Ihnen dabei helfen, Ihre Lebenseinstellung und Ihr Essverhalten zu verbessern. Beachten Sie bitte Folgendes:

  • Nur eine große Hauptmahlzeit am Tag und dazu drei kleine Mahlzeiten.
  • Die Essenspausen nicht so groß werden lassen, dass Sie nagender Hunger befällt.
  • Langsam und bedächtig essen. So können Magen und Darm rechtzeitig melden: „Ok, es reicht, wir haben genug.“
  • Bitte nicht im Stehen essen, Sie bekommen keine Satt-Meldung.
  • Nicht das Fleisch sollte der Hauptbestandteil Ihrer Mahlzeit sein, sondern die Beilagen.
  • Essen Sie Vollwertprodukte, die machen schneller satt.
  • Trinken Sie vor dem Essen ein Glas Mineralwasser oder essen Sie einen Apfel.
  • Halbieren Sie Ihren Verbrauch an tierischem Fett (Butter, Schmalz, Speck).
  • Milchprodukte nur in der fettarmen Version verzehren.