Internetsucht: 600 000 Jugendliche sind verrückt nach iPhone und Computer

16.2.2018

Internetsucht: 600 000 Jugendliche sind verrückt nach iPhone und Computer . Foto:© Antonioguillem - Fotolia.com

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Eine neue Krankheit geht um in Deutschland, und sie wird immer gefährlicher: Die Internetsucht. Sie entwickelt sich so rasant, dass sich sogar die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mörtler (CSU) um sie gekümmert hat. Eine von ihr in Auftrag gegebene Studie zu den gesundheitlichen Folgen der Internetsucht und -abhängigkeit hat erschreckende Zahlen ergeben: 600 000 Jugendliche und junge Erwachsene wurden als Internetabhängig eingestuft und zwei Millionen als problematische Internetnutzer. 

Um unsere Kinder vor der Internetsucht zu bewahren gibt es eine eiserne Regel: Fernsehen bis zum sechsten Lebensjahr nur in Begleitung Erwachsener, und vor dem 12. Lebensjahr gibt es kein Handy. 70 Prozent der befragten Kinder können sich laut der Studie nur höchstens zwei Stunden ohne digitale Medien selbst beschäftigen. Erschreckende Zahlen, denn diese Sucht verändert das Leben der Kinder und Jugendlichen und greift tief in ihre Psyche ein.

Internetsucht: Viele Kinder verlernen das Spielen

Können Sie sich das vorstellen: Rund 70 Prozent aller Kinder im KITA-Alter nutzen das Handy der Eltern täglich länger als eine halbe Stunde. Wenn Kinder eine Ess- oder Einschlafstörung schon als Säuglinge aufweisen, dann hängt das mit der Nutzung von Handy und Computer durch die Eltern zusammen. Es können sogar Bindungsstörungen entstehen, weil sich die Kinder durch die ständige Hinwendung von Mutter oder Vater zu Handy und Computer abgelehnt und ausgegrenzt fühlen. Später wird der Drang zum unkontrollierten Gebrauch der digitalen Kommunikation grösser und ist kaum noch abzuwehren, denn oft kommt die Antwort auf ein Verbot: „Das machst Du doch auch, Papa“. Oder Mama. Auch hier werden klare Regeln empfohlen: Eltern sollten Geräte mit Zeitabschaltung kaufen und auf handfreie Zeiträume (Mittags- und Abendessen, eine Stunde vor dem Schlafengehen) bestehen. Der nationale Drogen- und Suchtrat fordert dringend eine verstärkte Forschung bei internetbezogenen Störungen von Kindern und Jugendlichen.

Woran erkennen Sie nun, das Sie krank und verrückt nach dem Internet sind?

  • Die Internetsucht kann jeden erwischen. Man gleitet sozusagen sanft in sie hinein - und kommt nur schwer wieder heraus. Aus der gelegentlichen Nutzung wird ein unkontrollierter Zwang, der ständige Griff zum Handy oder der sich in immer kürzer werdenden Abständen wiederholende Blick auf den Bildschirm, das Aufrufen von Nachrichten, das Suchen nach e-mails und der Blick auf Whats App. Achten Sie mal auf den Gebrauch von Handy und Computer bei Ihren Kindern: Wenn die über mehrere Tage hinweg von beiden einen exzessiven Gebrauch machen - dann herrscht Internetsucht.
  • Wenn das Internet über mehrere Stunden nicht genutzt werden kann oder darf - dann werden die Betroffenen unruhig, nervös, gereizt  und fühlen sich „abgehängt“.
  • Wenn Sie immer öfter und länger im Netz unterwegs sind um Ihr Internetbedürfnis zu befriedigen, wenn dieser Zustand bis in die Nacht anhält - dann sind Sie internetsüchtig.
  • Sie stellen einen starken Leistungsabfall in der Schule, beim Beruf oder bei der Ausbildung fest: Dann haben Handy und Computer die Herrschaft über Ihr Leben übernommen.
  • Sie merken, dass sich Ihr Kind immer mehr zurückzieht, das es Freunde vernachlässigt, das es nicht mehr raus will - kontrollieren Sie, wie es Handy und Computer nutzt.
  • Wer ständig im Internet surft, der vernachlässigt seine Ernährung. Er schlingt irgendwas hinunter, während er in den Bildschirm stiert. Es kommt so zu einer Mangelernährung.
  • Jede Stunde mit dem Handy oder dem Computer ist eine Stunde ohne Bewegung, ohne körperliche Spiele ohne menschliche Kontakte. Das ist gefährlich für den Körper und den Geist.
  • Internetsucht bedeutet auch schlechte Haltung vor dem Computer. Es kommt schon in jungen Jahren zu Haltungsschäden und zu Wirbelsäulenproblemen.
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