Grippeimpfung oft unwirksam - immer mehr Grippekranke

16.2.2018

Grippeimpfung oft unwirksam - immer mehr Grippekranke. Foto:© guerrieroale - Fotolia.com

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Die Grippe wird in diesem Jahr zu einer immer grösseren Gefahr. Die Zahl der gemeldeten Grippeerkrankungen hat sich innerhalb weniger Tage fast verdoppelt. Zwischen dem 5. Und dem 11. Februar wurden laut Robert Koch-Institut über 18 300 gesicherte Erkrankungen gemeldet. Die Dunkelziffer liegt weit höher.

Arztpraxen und Krankenhäuser sind überfüllt, einige Krankenhäuser mussten bereits einen Aufnahmestopp verhängen. Der Grund für diesen katastrophalen Anstieg der Grippewelle: In vielen Fällen versagt die Grippeimpfung, sie ist ganz einfach unwirksam. Denn der für die diesjährige Grippesaison entwickelte Impfstoff ist gegen die jetzt auftretenden Grippe-Viren nicht wirksam.

Der Grippeimpfstoff für dieses Jahr versagt oft

Der Grippeimpfstoff muss jedes Jahr nach den Erkenntnisse des Vorjahres neu entwickelt werden, da sich die Grippeviren schnell verändern. Für diese Jahr wurde eine Dreifachimpfung gegen zwei Subtypen des Influenza-A- und eine Linie des Influenza -B-Virus entwickelt. In diesem Jahr haben wir es aber mit einem Virus der Yamagata-Linie zu tun. Und gegen diesen Virus ist die Schutzimpfung nicht wirksam. Und der Virus der Yamagata-Linie ist laut Robert Koch-Institut für die meisten Grippeerkrankungen verantwortlich.
Es gibt einen Vierfachimpfstoff der auch gegen die Yamagata-Viren hilft. Der ist jetzt sogar verfügbar, ist aber wesentlich teurer als der übliche Dreifachimpfstoff, der oft wirkungslos bleibt. Die Ständige Impkommission beim Robert Koch-Institut empfiehlt seit dem 11. Januar dringend die Impfung mit dem Vierfachimpfstoff. Bisher ist jedoch noch nicht klar, ob die Kassen die Kosten für den teureren Impfstoff übernehmen. Das muss im Einzelfall geklärt werden. Eine Impfung mit dem Vierfachimpfstoff ist auch jetzt noch sinnvoll. Die Grippewelle hat inzwischen Deutschland von Schleswig-Holstein bis in den Südosten Bayerns erfasst. Es ist also unbedingt nötig, sich vor einer Ansteckung selbst zu schützen, denn der Schutz nach einer Impfung tritt ja nicht sofort ein.

Hier Ratschläge, wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen können:

  • Waschen Sie sich mindestens sechs bis achtmal täglich die Hände. Gründlich, mit Seife und jeweils mindesten 30 Sekunden lang. Am besten verwenden Sie eine medizinische Seife.
  • Während der Grippezeit bitte strikt einhalten: Kein freundliches Händeschütteln und schon gar keine Begrüssungsküsse auf die Wangen. Wenn sich das Händeschütteln nicht vermeiden lässt, das eigene Gesicht erst nach einer Waschung wieder berühren. Die Grippeerreger werden vor allem über die Schleimhäute in Mund und Nase übertragen.
  • Senken Sie die Virenkonzentration in Büro- und Wohnräumen: Alle zwei bis drei Stunden eine Stoßlüftung von von etwa fünf Minuten durchführen. Sie selbst sollten auch im gleichen Abstand immer wieder raus und frische Luft schnappen.
  • Sorgen Sie für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit (55 bis 60%) in Wohn- und Schlafräumen. Ist diese zu niedrig, dann trocknen die Schleimhäute aus, ihre Virenabwehr versagt.
  • Erhöhen Sie jetzt den Anteil von frischem Obst und Gemüse an Ihrer Ernährung. Dei Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich fünf Portionen Obst und Gemüse.
  • Eine grosse Rolle spielen Vitamine und Zink bei der Vorbeugung. Da ist eine Hühnersuppe gegen die Grippe sehr wirksam: Ein Liter Wasser, ein halbes Kilo Hühnerklein, eine Zwiebel, eine große Karotte, eine halbe Stange Sellerie, ein Zweig Thymian, Chili, drei Zweige Petersilie und Zitronengras kochen. Je Teller heißer Suppe den Saft einer halben Zitrone dazu geben.
  • Wenn Sie niesen müssen, dann bitte nicht in die offene Hand, sondern in die Ellenbogenbeuge.
  • Meiden Sie möglichst öffentliche Verkehrsmittel. Wenn das nicht geht, dann halten Sie sich nicht an Griffen fest, an denen sich jeder festhält. Denn dort lauern die Viren.
  • Reinigen Sie täglich die Tastatur Ihres Computers mit einem keimtötendem Mittel. Denn dort setzen sich die Keime fest.
  • Trinken Sie viel. Gut ist heisses Ingwerwasser, denn das Gingerol im Ingwer wirkt antibakteriell. Pürieren Sie drei Zentimeter Ingwerwurzel in 100 ml Wasser, das Sie mit einem Liter heißem Wasser aufgiessen. Eine halb Stunde ziehen lassen, abseihen und mit Honig und Zitronensaft schmackhaft machen. Über den Tag verteilt trinken.

Tun Sie in dieser Zeit alles, um Ihr Immunsystem zu stärken und vermeiden Sie alles, was es schwächt. Verzichten Sie auf Alkohol und grosse körperliche Anstrengungen. Halten Sie Hände, Kopf und Füsse warm. Erhöhen Sie die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen. Und verstärken Sie Ihre Hygiene. Vor allem durch tägliche mehrmalige Spülungen und Gurgeln im Mund- und Rachenraum.

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