Heiserkeit Hausmittel

Gegen Heiserkeit sind viele alte Hausmittel bekannt.

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Wir sitzen mit Freunden zusammen, es wird getrunken, es wird geraucht. Unsere Bewegung ist gleich Null, frische Luft eben so. Diese Art von Zusammensein schwächt die Immunkraft enorm. Und da meist einer in der Runde erkältet ist, werden die anderen schnell angesteckt. Die ersten Symptome nach dem Beisammensein vieler Menschen sind Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit. Wir kennen das alle: Da ist ein trockenes Kratzen im Hals, oft verbunden mit häufigem Räuspern. Die Stimme ist heiser. Man hat ein leicht entzündetes Gefühl im Rachen. Da müssen Sie dagegen ankämpfen.

Heiserkeit: Es kann eine Kehlkopfentzündung sein

In vielen Fällen ist sie der Vorbote oder die Begleiterscheinung von anderen Erkrankungen, etwa einer Erkältung, einer Hals-, Mandel- und Kehlkopfentzündung. Oft ist es nur die Folge, wenn jemand im Winter bei offenem Fenster geschlafen hat, vielleicht sogar mit offenem Mund. Es kann sich aber auch um eine Überbeanspruchung handeln. Wenn jemand zu lange und zu laut gesungen hat, zu viel gesprochen hat- dann leidet die Stimme. Man kann aber auch nach übermäßigem Alkohol-Genuss heiser werden, weil da die Stimmbänder in rascher Folge an- und abschwellen. Dasselbe trifft auf schlechte Luft im Raum zu, wenn geraucht wurde.

Es gibt für Heiserkeit allerdings auch seelische Ursachen. Unsere Stimmband-Muskeln erhalten die Befehle vom Nervensystem. Wenn jemand unter Stress steht, großen seelischen Belastungen ausgesetzt ist, dann wird die Durchblutung der Bänder schlechter. Die Sprache wird brüchig. Daher kommt auch das Sprichwort: Da ist mir die Stimme weggeblieben.

Sehr schädlich ist es auch, wenn die Schleimhäute zu trocken sind. Dann verlieren sie die Fähigkeit, eindringende Bakterien und Viren abzuwehren, aus der Heiserkeit wird eine böse Entzündung im Rachenraum oder im Bereich des Kehlkopfs.

Wir müssen uns bewusst sein: Speziell in der Übergangszeit von der kalten zur warmen Jahreszeit sind unsere Stimmorgane einer besonderen Härteprobe ausgesetzt. Die Folge: Es kommt verstärkt zu Problemen mit der Stimme. Die gute Nachricht: Heiserkeit ist keine Krankheit. Sie ist ein Symptom.

Wenn Naturrezepte und Hausmittel helfen, so ist es gut. Dauern die Beschwerden jedoch länger als zwei Wochen an, dann muss der Arzt untersuchen, wo die Ursachen für die lädierten Stimmbänder zu finden sind. Ohne Panik zu machen, muss man bedenken: Außer einer harmlosen Erkältung können auch Entzündungen, Halsschmerzen undverschiedene organische Erkrankungen bis hin zu einem Tumor schuld an der Heiserkeit sein.

Gerade im Frühling wird die Heiserkeit meist durch eine harmlose Virus-Infektion mit Schnupfen, Halsschmerzen, einer Kehlkopf-Entzündung oder einer Bronchitis ausgelöst. Gefährlich ist die Wetterlage, wenn es nach kalten Tagen plötzlich wärmer und regnerisch wird.

Was Sie gegen Heiserkeit tun können

Hier die wichtigsten Hausmittel und Maßnahmen:

  • Man muss ein, zwei Tage absolut schweigen. Teilen Sie alles schriftlich mit, auf Zetteln.
  • Ganz schlecht ist es, leise zu sprechen. Das kann jeder HNO-Mediziner bestätigen: Beim Flüstern werden die Stimmbänder noch mehr beansprucht. Die Heiserkeit verstärkt sich.
  • Trinken Sie nichts Kaltes, aber auch nichts Heißes. Nur lauwarmen Tee oder zimmerwarmes, stilles Mineralwasser.
  • Das ist jetzt die beste Gelegenheit, mit dem Rauchen aufzuhören.
  • Bereiten Sie eine milde Salzlösung zu: Verrühren Sie 1 Esslöffel Salz in 1 Liter kochendem Wasser und atmen Sie die aufsteigenden Dämpfe ein. In alten Medizin-Büchern liest man den Rat, man sollte die Dämpfe von Kamillentee einatmen. Das ist ganz schlecht. Kamillentee trocknet die Schleimhäute und die Stimmbänder aus.
  • Für unterwegs: Setzen Sie Lutschtabletten mit einer Kombination aus Zink mit Vitamin C ( Apotheke) ein. Das bringt in den meisten Fällen eine schnelle Wirkung.
  • Trinken Sie einen speziellen Heilkräutertee gegen Heiserkeit: Lassen Sie sich in der Apotheke 2 Teile Löwenzahnwurzel, 2 Teile Wegwarte, 1 Teil Waldmeister und 3 Teile Ehrenpreis mischen. Ein gehäufter Teelöffel dieser Mischung wird mit 1 Tasse kochendem Wasser überbrüht, 10 Minuten ziehen lassen, durchseihen und lauwarm mit ganz wenig Honig langsam in kleinen Schlucken trinken.
  • Viele Ärzte für Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen, die Schauspieler und Sänger betreuen, empfehlen Spiköl-Kapseln. Das sind Kapseln mit einem speziellen, intensivem Öl vom französischen Lavendel. Man nimmt 2 mal täglich 2 Stück ein. Die Wirkstoffe der Lavendelblüten gelangen über den Magen- und Darm-Trakt sowie über die Atemwege von innen her an die Stimmbänder.
  • Trinken Sie reichlich nicht zu kaltes Wasser. Ihre Stimmebänder braucht Flüssigkeit. Grundsätzlich dürfen Sie bei Heiserkeit nicht zu kalt und nicht zu heiß essen und trinken. Mahlzeiten und Getränke sollten immer lauwarm sein. Auch das Lutschen von Isländisch Moos-Tabletten hilft oft.

Ja, und dann gibt es auch natürliche Hausrezepte, die man mit Erfolg gegen Heiserkeit und Husten einsetzen kann.

Der Quark-Wickel: Tragen Sie auf ein feuchtes Tuch ganz dick zimmerwarmen oder kalten Quark auf, was für Sie als angenehmer empfunden wird. Dann drücken Sie mit dem Tuch den Quark an den Hals,wickeln ein weiteres trockenes Leinentuch angenehmer empfunden wird. Dann drücken Sie mit dem Tuch den Quark an den Hals,wickeln ein weiteres trockenes Leinentuch und extra noch ein Wolltuch darüber. Über Nacht einwirken lassen.

Der Zwiebel-Wickel ist wohl das älteste Hausmittel gegen die Heiserkeit: Drei im Backrohr erwärmte Zwiebel werden geschält und klein gehackt. Jetzt werden sie fingerdick auf einem Leinentuch verteilt. Schlagen Sie das Tuch ein und legen es nun um den Hals. Darüber kommt wieder ein zweites Tuch. Sie sollten den Zwiebel-Wickel so lange tragen, bis die Zwiebelstückchen kalt geworden sind. Man kann das 3 Mal täglich machen.

Der Kartoffel-Wickel: Er schenkt den Stimmbändern erholsame, lang anhaltende Wärme. 3 bis 5 gekochte Kartoffel werden zerdrückt, auf ein Leinentuch aufgetragen und dann in das Tuch eingeschlagen. Nun trägt man das Tuch auf den Hals auf, darüber kommt ein zweites Tuch. Auch dieser Wickel wird solange getragen, bis er keine Wärme mehr ausstrahlt.

Früher haben unsere Großmütter ihren Kindern bei Heiserkeit ein Glas heiße Milch mit Honig zu trinken gegeben. Davon ist dringend abzuraten. Erstens darf man bei Heiserkeit nichts Heißes trinken, nur Lauwarmes. Und zweitens wird der Rachenraum durch die Milch total verschleimt. Das behindert den Heilungsprozess. Heiserkeit und Halsschmerzen dauern dann länger.

Ja, und dann gibt es noch ein köstliches und kurioses Rezept gegen Heiserkeit, das jeder kennt und das draußen im bäuerlichem Raum auch heute noch von Hausärzten empfohlen wird.

Bratapfelrezept: Man bereitet 3 Bratäpfel zu - mit Honig bestrichen -und verspeist sie - lauwarm - ganz langsam. Niemand weiß, warum es wirkt. Aber es wirkt.Vermutlich werden Enzyme frei, welche die Selbstheilkräfte der bei Erkältung aktivieren.

Man kann auch mit Gurgeln und Spülen etwas gegen die Beschwerden unternehmen. Da eignen sich fünf Elixiere optimal:

  • Australisches Teebaumöl : 5 bis 10 Tropfen in ein Glas warmes Wasser geben, gut umrühren, gurgeln. Dann wieder ausspucken.
  • 3 Esslöffel Aloe vera Saft aus dem Reformhaus aus biologischem Anbau.
  • Salbei-Tee: 2 Esslöffel Salbeiblätter mit 1/2 Liter Wasser zum Kochen bringen, 3 Minuten kochen, danach Minuten zugedeckt ziehen lassen, durchseihen. Gurgeln, aber auch etwas davon trinken.
  • Eibischwurzel-Tee: 1 Esslöffel Eibischwurzel ( Apotheke) in 1/4 Liter kaltes Wasser geben, eine Stunde ziehen lassen, abseihen, erwärmen. Damit gurgeln.
  • Brombeersaft: Trinken Sie einige Zeit jeden Tag 1/8 Liter leicht erwärmten Brombeersaft. Und gurgeln Sie mit einem Teil davon. Brombeersaft ist das Naturarznei-Geheimnis von vielen prominenten Sängern.

Man kann auch Inhalationen durchführen: Da eignet sich Salzwasser am besten. Man kann in sehr warmes Wasser eine Handvoll Salz geben und die aufsteigenden Dämpfe einatmen . Besser aber ist, man kauft in der Apotheke einen Inhalations-Spray mit Salzwasser.Und sprüht mehrmals am Tag damit in den Mund. Das ist vor allem praktisch für unterwegs.

Wann Sie zum Arzt müssen

Vorsicht ist immer geboten, wenn die Heiserkeit über mehrere Tage trotz natürlichen Behandlungs-Methoden anhält. Dann muss man in jedem Fall zum Hals-, Nasen-Ohrenarzt. Es könnte sein, dass die Stimmbänder bereits lädiert sind, dass sich Knoten daran gebildet haben. Wenn da nicht der Arzt eingreift, kann man Schäden an der Stimme erleiden, die nie wieder gut zu machen sind. Von vielen Ärzten verordnet werden immer wieder mit großem Erfolg Lavendelöl-Kapseln. Man nimmt 3 mal täglich 2 bis 3 Kapseln ein. Man nennt das eine Inhalation von innen.