Nachhaltige Ernährung: Das Beste für Ihren Darm

Nachhaltige Ernährung: Das Beste für Ihren Darm

© Adobe Stock

Das Thema nachhaltige Ernährung rückt immer mehr in den Mittelpunkt, wenn es um den gesunden Darm geht. Denn der Darm – eines unserer wichtigsten Organe – muss wegen unserer wenig nachhaltigen Lebenshaltung und Ernährung immer größere Belastungen aushalten. Umweltschadstoffe, eine grundlegend falsche Ernährung und eine ungesunde Lebensführung schwächen ihn immer stärker. Die Folge: Immer mehr Menschen leiden unter einem schwachen oder sogar kranken Darm. 

Und die Zahl der Fälle von Darmkrebs steigt unentwegt. Der Hauptgrund für diese schreckliche Entwicklung ist bekannt: Unsere Ernährung wird für den Darm immer mehr zur Belastung. Es gibt drei Hauptfaktoren, die dem Darm zu schaffen machen: Zu viel tierisches Fett, zu viel Zucker, zu viel Fleisch. Und in den meisten Fällen zu wenig Ballaststoffe. Das alle schwächt unsere Darmflora, unsere Verdauung funktioniert nicht mehr richtig, der Darm kann nicht so arbeiten, wie er sollte. Die beste Hilfe für den Darm: Wir müssen unsere Ernährung nachhaltig gestalten. Denn Du bist, was Du isst.

So wichtig ist eine gesunde Darmflora

Unsere Darmtrakt ist von Milliarden Bakterien besiedelt, welche die Darmflora bilden. Die sind verantwortlich dafür, dass im Darm die aufgenommene Nahrung verdaut und die Inhaltsstoffe verarbeitet werden und unser Organismus mit Energie, Nährstoffen, Vitaminen usw. versorgt wird. Ist die Darmflora gesund und arbeitet positiv, dann setzt sie sich aus vielen hundert verschiedenen Bakterienstämmen zusammen. Die wiederum bestehen aus Millionen Mikroorganismen. Die alle ihre bestimmten Aufgaben haben. Steht es um die Darmflora gut, dann steht es auch um unsere Gesundheit gut. Wird aber das Gleichgewicht innerhalb der Darmflora gestört, dann haben wir gesundheitliche Probleme, dann müssen wir unsere Ernährung umstellen und nachhaltige Lebensmittel kaufen, anders kochen und vor allem anders einkaufen. Damit unser Leben also gesund und problemlos verläuft, müssen zwei Faktoren funktionieren:

  1. Die genau abgestimmte Zusammenarbeit der Bakterienstämme im Darm muss reibungslos sein.
  2. Die Darmbewegungen müssen stark und regelmäßig sein.

Das können wir erreichen, wenn wir unser Essen darmfreundlich und nachhaltig gestalten und wir durch Sport und regelmäßige Bewegung den Darm in Schwung halten.

Das Beste für den Darm ist eine nachhaltige Ernährung

Der erste Schritt ist einfach: Essen Sie nicht dreimal am Tag, sondern fünfmal. Wobei Sie natürlich die Menge der Lebensmittel die Sie essen nicht vergrößern sollen. Aber die Zusammensetzung der Lebensmittel sollten Sie verändern: Weniger Fleisch, weniger Fett, weniger Zucker, weniger Fertigprodukte, weniger Backwaren aus weißem, ausgemahlenem Mehl. Dafür mehr Obst, mehr Gemüse, mehr Fisch. Sie können Ihrem Darm auch ganz gezielt durch ausgewählte Lebensmittel helfen. Dazu gebe ich Ihnen in diesem Artikel einige Tipps:

  • Zum Obst gehören unsere heimischen Beeren. Die gibt es vom Frühsommer bis in den Herbst frisch auf dem Markt. Je dunkler, desto mehr Antioxidantien enthalten sie. Ihr hoher Anteil an Farb- und Ballaststoffen ist besonders gut für den Darm.
  • Nehmen Sie vor dem Frühstück einen Schluck naturtrüben Apfelessig – verdünnt mit Wasser – zu sich. Der regt die Darmflora an, beseitigt Schadstoffe und hilft im Darm verbliebene Schlacken loszuwerden.
  • Naturjoghurt, möglichst in der fettarmen Stufe, ist Balsam für Ihre Darmbakterien. Er repariert die angeschlagene Darmflora, durch seine probiotisch wirkenden Milchsäurebakterien, die im Darm viel für Ihre Gesundheit tun. Zusätzlich verdrängen sie Krankheitskeime aus dem Darm.
  • Ganz wichtig für Ihren Darm: Essen Sie zwei bis dreimal in der Woche fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut oder Kimchi. Das verstärkt die Darmflora und enthält gesunde Ballaststoffe.
  • Reichern Sie Ihr Müsli mit Chia-, Floh-oder Leinsamen an. Das bringt reichlich Ballaststoffe in den Darm, reinigt vor allem den Dünndarm von Schlacken. Leinsamen hat außerdem einen hohen Anteil an den gesunden Omega 3-Fettsäuren.
  • Unsere Darmzellen brauchen Vitamin A um zu wachsen und zu regenerieren. Deshalb sollten Sie einmal in der Woche Leber essen. Denn die ist eine sehr gute Quelle für Vitamin A.
  • Lassen Sie Rinder- und/oder Kalbsknochen lange köcheln. Dieser Sud enthält Kollagen, das kann beschädigte Darmwände reparieren. Dazu kommen Omega 3-Fettsäuren die im Darm eine antientzündliche Wirkung haben. Weitere Stoffe stärken die Schleimschicht, welche die Darmwand vor Krankheitserregern schützt.
  • Sie haben Darmprobleme oder einen Reizdarm? Dann ist es wichtig, das Sie in Ihrer Ernährung einen ausreichenden Anteil an Protein aus tierischen Quellen haben. Das brauchen die Darmzellen um sich zu erneuern und zu wachsen. Dieses Protein finden Sie vor allem in Fisch aus Wildfang, in Bio-Fleisch und Bio-Eiern.

In einem Artikel zum Thema "Das Beste für Ihren Darm" darf natürlich dieser Hinweis nicht fehlen: Ihre Ernährung darf nicht einseitig sein. Sie muss ganz einfach eine gesunde Mischkost sein, die immer wieder die oben genannten Bestandteile enthält.

Sport hilft bei Darmproblemen

Sport sollte in Ihrem Leben immer eine große Rolle spielen. Das gilt auch im Hinblick auf Ihre Verdauung. Denn viele Darmprobleme entstehen aus einem Mangel an Bewegung. Es genügen schon 30 Minuten Sport am Tag an denen Sie Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Wenn sich das auf eine halbe Stunde summiert, dann sind Sie schon auf der sicheren Seite. Denn durch die Bewegung beim Sport wird der gesamte Verdauungstrakt gut durchblutet und die Nahrung wird schnell weitertransportiert. Hilfreich sind auch Darmmassagen. Die fördern nicht nur die Verdauung und den Transport, sondern wirken auch ausgleichen auf Ihr Nervensystem. Ideals wäre ein sanftes Ausdauertraining. Dabei sollten Sie diese Punkte beachten:

  • Verzichten Sie vor, bei und nach dem Training auf zuckerhaltige Getränke. Die haben meist eine hohe Konzentration an Kohlenhydraten und können einen Durchfall auslösen. Viele Sportgetränke haben auch einen hohen Anteil an Fruchtzucker, dass kann zum Darmproblemen führen.
  • Wenn Sie eine längeres oder schwereres Training planen, dann sollten Sie bereits einen Tag vorher auf blähende und ballaststoffreiche Nahrung verzichten.
  • Etwa zwei Stunden vor Ihrem Training sollten Sie weder etwas essen noch trinken. Das belastet Ihren Darmtrakt.
  • Im Training den Flüssigkeitsverlust durch häufige kleine Schlucke ersetzen und große Flüssigkeitsmengen vermeiden.

Eine darmpflegende Massage können Sie selbst durchführen. Legen Sie sich mit angewinkelten Beinen auf den Rücken. Dann mit der flachen Hand mit festem Druck im Uhrzeigersinn über den Bauch streichen. Rechts unten mit großen Kreisen spiralförmig beginnen, diese immer kleiner machen und am Nabel enden. Anschließend Massage in die umgekehrte Richtung wiederholen. Zum Abschluss Hand unter der Brust auf den Bauch legen und fest in Richtung Schambein streichen.

Was schadet Ihrem Darm?

In einem Artikel über Darmgesundheit muss natürlich auch stehen, was schadet. Ein Hinweis vorab: Kochen Sie Ihre Speisen nicht zu Tode. Vor allem das Gemüse soll durch zu langes kochen nicht matschig und labberig werden. Nun zu den Nahrungsmitteln die Sie meiden sollten:

  • Meiden Sie so weit wie möglich alle Formen von Fast Food oder Junk Food. Das ist industriell verarbeitete Essen, das meist viele ungesunde Stoffe enthält. Wie zum Beispiel Transite, chemische Zusatzstoffe, Omg 6-Fettsäuren, zu viel Salz und zu viel Zucker. Finger weg.
  • Industriell hergestellt Speiseöle. Die enthalten ebenfalls einen hohen Anteil an Omega 6-Fettsäuren die Entzündungen im Körper fördern.
  • Da ist vor allem der Fruchtzucker bedenklich. Die im Obst und in Beeren enthaltenen Mengen sind unbedenklich. Süßigkeiten, gezuckerten Limonaden dagegen enthalten zu viel Fruktose. Die löste Entzündungen im Darmbereich aus.
  • Nahrungsmittel, die aus der Massentierhaltung stammen: Fleisch, Wurst, Käse, Eier und Butter enthalten dann meist zu viel Omega 6-Fettsäuren, weil die Tiere überwiegend mit Mais und Soja gefüttert werden. Deshalb können sie auch einen hohen Anteil an Pestiziden und Antibiotika enthalten.
  • Getreide enthält bis auf wenige Sorten viel Gluten. Das greift direkt die Darmwand an und löst Zöliakie und das Reizdarmsyndrom aus. Keine Probleme gibt es, wenn Sie nur Sauerteigprodukte konsumieren.
  • Milchprodukte sollten nur vergoren genossen werden: Naturjoghurt, probiotische Buttermilch, Quark.
  • Alkohol in jeder Form löst im Dünndarm Entzündungsreaktionen aus.