Mundhygiene: So pflegen sie die Zunge

Mundhygiene: So pflegen sie die Zunge

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Unsere Zunge ist ein echtes Gesundheitsbarometer: Sie zeigt Erkrankungen an, sie warnt vor Magen- und Leberleiden - und vor angegammelten Lebensmitteln. Wir können an ihrem Zustand Entzündungen erkennen. Deshalb sollten wir sie jeden Morgen kontrollieren und jeden Tag pflegen. Was uns die Zunge alles verrät, wie wir sie pflegen können, warum die Zungen-Diagnose so wichtig ist.

 

 

Beispiele für die Zungen-Diagnose

Wir brauchen sie, wenn wir sprechen. Wir brauchen sie, wenn wir essen und die Speiseteilchen schlucken. Wir brauchen sie aber auch, wenn wir Süßes, Salziges, Pikantes oder Bitteres wahrnehmen wollen. Es ist unsere Zunge mit ihren fast 10.000 Geschmacksknospen. Doch jeder von uns erlebt es fast jeden Morgen im Badezimmer vor dem Spiegel: Die Zunge kann noch viel mehr. Wenn wir unsere Zunge weit herausstrecken, dann erkennen wir, ob sie rosarot leuchtet, ob sie stark oder wenig belegt ist, ob sie Risse hat oder angeschwollen ist. Das ist ja auch der Grund, warum der Hausarzt den Patienten meistens als erstes bittet: " Zeigen Sie mir bitte Ihre Zunge!"

Die Zunge ist ein wichtiges Instrument, das uns enorm viel über unseren gesundheitlichen Zustand verraten kann. Die Hinweis auf etwaige gesundheitiche Störungen sollte man durchaus ernst nehmen und sollte sofort mit dem Arzt darüber sprechen. Hier einige Beispiele für die "Zungen-Diagnose":

Rote Zungenspitze: Sie haben Herzprobleme

  • Wenn die Zungenspitze brennt, gerötet ist und vielleicht sogar kleine Verletzungen aufweist, dann ist es höchste Zeit, den Zahnarzt aufzusuchen. Sie haben einen Schaden wie zum Beispiel ein abgebrochenes Zahnstück oder eine herausgefallene Zahnfüllung. Im Unterbewußtsein, vor allem auch in der Nacht, tastet die Zungenspitze immer wieder das Problemstück ab und bekommt dabei leichte Verletzungen ab.
  • Ist die Zungenspitze intensiv gerötet, aber nicht verletzt, und tut sie auch nicht weh, dann kann sich - nach der Traditionellen Chinesischen Medizin - ein Herzproblem ankündigen.
  • Sind hingegen die Seiten der Zunge ständig gerötet, dann kann das ein Leberproblem andeuten.
  • Wenn Sie am Morgen im Spiegel sehen, daß die Zunge mit einem dicken, weißen Belag versehen ist, der sich leicht abschaben läßt, dann ist das sehr oft ein erstes Anzeichen für eine Erkältung oder eine Halsentzündung. Dieser Belag verschwindet relativ bald wieder.
  • Hält er aber hartnäckig längere Zeit an, dann kann das ein Hinweis auf Verdauungsprobleme sein.
  • Man kann an der Zunge auch den Beginn einer Magenscheimhaut-Entzündung - auch als Gastritis bekannt - feststellen. In diesem Fall ist die Zungenmitte mit einem weißlich-gelblichen Belag belegt.
  • Wenn hingegen die Zunge sehr trocken wirkt und im hinteren Bereich einen deutlichen roten Streifen aufweist, dann kann das der erste Hinweis auf eine Darm-Entzündung sein.
  • Sehr ernst muß man die Betrachtung der Zunge nehmen, wenn man den Eindruck hat, ihre Oberfläche sieht aus wie eine Landkarte. Dahinter können Probleme mit der Leber stecken, die noch gar nicht meßbar sind. Auch da ist der Weg zum Arzt wichtig.

Zungenbrennen: Sie brauchen Eisen

Parallel dazu aber macht es Sinn, Lecithin-Granulat, Artischockensaft oder Mariendisteltee einzusetzen. Vom Lecithin-Granulat ( Reformhaus) rührt man einige Zeit jeden Morgen 2 Eßlöffel in einen Becher Naturjoghurt. Vom Artischockensaft nimmt man 3 mal täglich 2 Eßlöffel in etwas Wasser. Und vom Mariendisteltee trinkt man 3 mal täglich eine Tasse, lauwarm und ungesüßt. Alle drei - Lecithin, Artischockensaft und Mariendisteltee - haben einen überaus positiven Einfluß auf die Leber.

  • Wenn bei Kindern und Erwachsenen die Zunge himbeerrot ist und von Pusteln übersäht ist, dann ist das der erste Hinweis auf die Kinderkrankheit Scharlach.
  • Leiden Sie ständig unter Zungenbrennen, dann kann das der Hilferuf des Körpers nach dem Spurenelement Eisen sein. Dieser Verdacht erhärtet sich vor allem dann, wenn man ständig müde und energielos ist. Am besten, man läßt vom Arzt die Eisenwerte im Blut überprüfen. Es kann sich auch um einen Mangel an den Vitaminen A und jenen der Gruppe B handeln.
  • Wenn die Zunge einen weißlichen Belag zeigt, der haarig wirkt, so kann das ein Vitaminmangel sein. Es kann sich aber auch um einen Pilzbefall handeln.

Die Traditionelle Chinesische Medizin hat die Zunge als Spiegelbild der Gesundheit schon vor vielen tausenden Jahren anerkannt. Und auch die indische Ayurveda-Medizin hat neben der Pulsdiagnostik immer auch die Inspektion der Zunge wichtig genommen.

Daraus ergibt sich die Erkenntnis: Wenn Ärzte und Wissenschaftler der Zunge eine so große Bedeutung zuerkennen, sollte jeder von uns viel mehr für die Zunge tun. Das heißt: Wir alle sollten Zungen-Hygiene betreiben. Und zwar genau in dem Ausmaß und mit jener Intensität, wie es sich für die Zähne gehört.

Die Zunge täglich bürsten

Warum macht es denn Sinn, die Zunge zu reinigen? Ganz einfach: Fast zwei Drittel der Bakterien in der Mundhöhle nisten sich in der Zunge ein, weil sie dort ein ideales Klima vorfinden. Bakterien lieben feuchtes, warmes Milieu. Und sie freuen sich über zahllose Nahrungsreste und über abgestorbene Mundschleimhautzellen. Dazu kommt noch: Auf der Zunge vermehren sich Krankheitserreger besonders schnell.

Wie sollte man die tägliche Säuberung der Zunge durchführen? Da gibt es ganz einfache Maßnahmen:

  • Es gibt spezielle flache Bürsten oder aber auch Schaber für die Zungen-Hygiene. Damit läßt sich Zungenbelag leicht entfernen.
  • Das Bürsten der Zunge sollte man abends durchführen. Viele Menschen bekommen dabei nämlich am Morgen einen unangenehmen Würgereiz.
  • Es macht aber auch Sinn, morgens und abends den Mund mit einer speziellen Lösung auszuspülen, welche zugleich auch die Bakterien auf der Zunge bekämpft: 15 Tropfen Propolus-Tinktur (Apotheke) in ¼ Liter lauwarmes Wasser verrührt.