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Mein Kind hat Krebs: Wie gehe ich damit um

Mein Kind hat Krebs: Wie gehe ich damit um

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Es ist kein Tag zum Feiern, es ist ein Tag zum Nachdenken: Am 15. Februar wird jedes Jahr der „Kinderkrebstag“ begangen. „Ihr Kind hat Krebs“, das ist wohl eine der schrecklichsten Nachrichten, die Eltern bekommen können. Und diese Nachricht bekommen sehr viele Eltern Jahr für Jahr. Dabei ist die häufigste Erkrankung die Leukämie (Blutkrebs), gefolgt von Lymphknotenkrebs und Tumoren des Gehirns und des Knochenmarks. Noch vor etwa 40 Jahren war die Diagnose „Ihr Kind hat Krebs und zwar Leukämie“ ein fast sicheres Todesurteil.

Das hat sich Dank intensiver Aufklärung und großen Fortschritten in der medizinischen Wissenschaft geändert: Nach Angaben der „Deutschen Krebshilfe“ überleben heute vier von fünf der kleinen Patienten ihre Krebserkrankung. Am häufigsten werden Kinder unter 15 Jahren vom Krebs und da vor allem von Leukämie befallen. Auch wenn die Heilungschancen gut sind, für das Kind, aber auch für Vater und Mutter beginnt eine Zeit des Leidens, der Qualen und der Verzweiflung. Es ist für alle Beteiligten schwer, mit dieser Krankheit umzugehen. Deshalb ist mein Thema „Mein Kind hat Krebs: Wie gehe ich damit um“ ein Versuch, allen Menschen zu helfen die vor dieser Problematik stehen.

Leukämie ist der häufigste Krebs bei Kindern

Sie müssen wissen, was es mit den wichtigsten Krebsarten bei Kindern auf sich hat. Beginnen wir mit der Leukämie. Was ist eigentlich Leukämie, wie entsteht sie, warum kann ein Kind daran erkranken? Mit dem Begriff Leukämie werden die verschiedenen Krebserkrankungen unseres blutbildenden Systems bezeichnet. Der volkstümliche Name ist Blutkrebs. Ins Deutsche übersetzt bedeutet Leukämie „weißes Blut“. Das kommt daher, weil sich entartete weiße Blutkörperchen (das sind unsere Leukozyten) im Blut unkontrolliert vermehren. Es handelt sich hier um einen Krebs des Blutes und des Knochenmarks. Im Knochenmark werden diese Blutzellen produziert:

  • Rote Blutkörperchen (Erythrozyten), die den Sauerstoff in alle Organe und Gewebe des Körpers transportierten.
  • Weiße Blutkörperchen (Leukozyten), die Infektionen bekämpfen.
  • Blutblättchen (Thrombozyten) die für die Blutgerinnung wichtig sind.

Diese Zellen werden aus den Stammzellen im Knochenmark gebildet in genau definieren Mengen, die in Balance sein müssen. Wenn eine Leukämie auftritt produziert das Knochenmark „unreife“ funktionsunfähige weiße Blutkörperchen. Diese breiten sich im Knochenmark aus und verdrängen reife Blutkörperchen. Diese können ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen. Gleichzeitig verminderte sich die Zahl der roten Blutkörperchen und der Blutplättchen des Kindes.
Die Ursachen für eine Leukämie des Kindes sind oft unklar. Die bisherigen Informationen deuten darauf hin, das es eine Kombination von aus einer genetischen Veranlagung und Umweltfaktoren ist, die zu diesem Krebs führt. Kinder sind anfällig, wenn sie Röntgenstrahlungen ausgesetzt sind, wenn in der Familie viel geraucht und Alkohol getrunken wird. Chemische Substanzen und Medikamente können ebenfalls dafür verantwortlich sein. Diese Fragen müssen die Eltern beim Arzt klären.

Beim Hirntumor des Kindes ist schnelle Hilfe ganz wichtig

Wenn Kinder an einem Hirntumor erkranken, dann herrscht bei den Familien Angst und Panik, die Eltern fürchten um das Leben ihres Kindes. Es gibt viele Fragen, die Familie und die Kinder brauchen Hilfe und vor allem Informationen. Ein Hirntumor ist ein Krebs, der im Gehirn wuchert, in Hirnhäuten oder Hirnnerven und in Nervenwasserräumen. Es geht da zwar zum Leben und Tod, aber in vielen Fällen ist die Angst der Familie unbegründet, denn etwa zwei Drittel aller Geschwulste im Kopf sind gutartig, sie wachsen langsam und sind in vielen Fällen klar zum umliegenden Hirngewebe abgegrenzt. Steht die Diagnose fest, dann sollten Sie keine Zeit verlieren und schnell einer Operation zustimmen. Um eine schnelle Hilfe in die Wege zu leiten, benötigt der Arzt Informationen über die Symptome. Erkennbare Symptome für einen solchen Krebs sind: Schwindel oder Krampfanfälle, Kopfschmerzen und häufiges Erbrechen. Dann dürfen Sie keine Zeit mehr verstreichen lassen und müssen schnell zum Arzt.

Lymphdrüsenkrebs und die Symptome

Wenn Ihrem Kind ein Lymphdrüsenkrebs droht, dann hilft es, wenn Sie über die Symptome Bescheid wissen. Die Krankheitszeichen selbst entwickeln sich langsam über Wochen und Monate hinweg. Achten Sie auf diese Symptome:

  • Ihr Kind hat unerklärliche Fieberanfälle, bei denen die Temperatur längere Zeit auf über 38 Grad steigt.
  • Ohne irgendwelche Krankheitsanzeichen verliert es an Körpergewicht.
  • Beim Aufstehen stellen Sie fest, das der Schlafanzug und die Haare völlig verschwitzt sind, sehr oft ist das Kopfkissen nass vom Nachtschweiß.
  • Betroffene Familien stellen auch oft fest, das dem Kind einfach die Augen zufallen und es ständig müde und unlustig ist. Es hat keinen Antrieb mehr und will kaum noch spielen.
  • Es leidet an einem unerklärbaren Juckreiz der dem Kind das Leben schwer macht, eine Pflege mit Salben oder Cremes bleibt wirkungslos.

Wenn Sie diese Symptome erkannt haben, dann müssen Sie sofort den Kontakt zu einem Facharzt suchen.

Tipps für den Umgang mit Ihrem kranken Kind

Die Diagnose „Ihr Kind hat Krebs“ stürzt viele Eltern in Leid und Verzweiflung. Sie stehen vor der Frage: „Wer kann uns helfen, vor allem: Wer hilft meinem Kind?“ Es ist eine sehr ernst und schwere Erkrankung, aber es ist auch eine Krankheit bei der die richtige Behandlung und die richtige Unterstützung Ihrem Kind helfen kann. Denn das Leben geht weiter, Sie müssen den Schock überwinden. Den Kleinen, denen die Diagnose Krebs gestellt wurde, muss beigebracht werden das sich ihr Leben verändern wird und erst dann wieder normal wird, wenn die Krankheit besiegt wurde. Es gibt einige Punkte, die Sie berücksichtigen sollten:

  • Wenn Ihr Kind zur Behandlung im Krankenhaus ist, dann sollten Sie einen festen Rhythmus der Besuche einführen.
  • Wenn das Krankenhaus die Möglichkeit der Übernachtung anbietet, dann sollten Sie das tun. Am besten immer abwechselnd mit dem Partner.
  • Kürzere Besuche in regelmäßigen Abständen sind besser als lange unregelmäßige Besuche.
  • Sie müssen die Fragen Ihres Kindes offen und ehrlich beantworten. Das baut Vertrauen auf. Belasten Sie es aber nicht mit Informationen, die es nicht verstehen kann.
  • Ihr Kind darf den Zugang zur Außenwelt nicht verlieren. Es soll telefonieren können, Besuch von Geschwistern und Freunden bekommen. Das ist eine wichtige Unterstützung der Behandlung.
  • Bereiten Sie in Zusammenarbeit mit den Ärzten und den Betreuern/innen den kleinen Patienten auf medizinische Eingriffe vor, nehmen Sie ihm die Angst.
  • Viele Krankenhäuser bieten einen Schulunterricht an. Lassen Sie Ihren Krebspatienten daran teil nehmen. Der Kontakt zu anderen Kindern ist sehr wichtig.
  • Die ganze Familie macht eine extrem schwere Zeit durch. Nehmen Sie jede Unterstützung an die Ihnen angeboten wird.

Mit das Wichtigste ist die Nähe zu anderen Kindern, die in der gleichen Situation sind. Kinder können sich gegenseitig sehr helfen. Lassen Sie sich nicht vom Mitleid übermannen, gehen Sie mit Ihrem Kind mental so um wie immer. Das ist die beste Unterstützung die Sie ihm geben können.