Legionärskrankheit: Kranke und Tote durch Legionellen

Legionellen verursachen die tödliche Legionärskrankheit. Die Infektion tritt immer wieder auf, vor allem in Krankenhäusern. Jetzt sind sie in Warstein zu einer akuten Seuche geworden: Die örtlichen Behörden warnen vor einem Besuch in der idyllischen Sauerlandstadt. Bisher sind rund 200 Krankheitsfälle bekannt geworden, zwei Tote hat es schon gegeben. Die Legionellenbakterien wurden auch im Abwasser der bekannten Warsteiner-Brauerei entdeckt. Wie gefährlich ist die Legionärskrankheit, wie kann ich mich an Legionellen anstecken, wie kann man die Krankheit vermeiden: Antworten auf wichtige Fragen.

Lungenentzündung durch Legionellen

Die sich immer mehr ausbreitende Legionärskrankheit (Legionellose) ist eine besonders schwere Form der Lungenentzündung, eine Infektion die tödlich enden kann. Verantwortlich dafür sind Bakterien der Gattung Legionella. Diese vermehren sich vor allem in warmem Süßwasser bei Temperaturen zwischen 20 und höchstens 65 Grad. Das höchste Risiko für eine Infektion besteht, wenn die Erreger über zerstäubtes Wasser (Duschen), durch Klimaanlagen oder in viel benutzten Whirlpools beim Einatmen in die Lunge geraten. Das geschieht immer über den Nasen-, Mund- und Rachenraum. Besonders schnell erwischt einen die Legionärskrankheit, wenn die schützenden Schleimhäute angegriffen oder zu trocken sind. Brutstätten für die Bakterien sind auch medizinische Inhalatorien oder Luftbefeuchter in Arbeits- und Wohnräumen. Die Übertragung der Legionärskrankheit durch Kontakt von Mensch zu Mensch (Tröpfcheninfektion) ist nicht nachgewiesen.

Die Legionärskrankheit gefährdet ältere Menschen

Was geschieht, wenn ich mich in einem Hotel, im Krankenhaus oder in einem Gebäude mit Klimaanlage angesteckt habe? Die Legionellen dringen tief in die Lunge ein. Dort vermehren sie sich in den weißen Blutkörperchen. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der gefährlichen Lungenentzündung vergehen zwischen zwei und zehn Tagen. Die Risikofaktoren für eine Ansteckung mit der Legionärskrankheit sind vielfältig. Vor allem aber ist es ein geschwächtes Immunsystem. Deshalb ist die Legionärskrankheit vor allem für ältere Menschen sehr gefährlich.

Das Immunsytem wird geschwächt durch die Einnahme bestimmter Medikamente (nach Organspenden oder einer Chemotherapie), während einer Kortisonbehandlung und nach Operationen. Diese Risikofaktoren sind meist verbunden mit einem Krankenhausaufenthalt. Deshalb tritt die Legionärskrankheit dort so oft auf. Dazu kommen als Risikofaktoren hohes Alter, Rauchen oder übermässiger Alkoholkonsum.

Legionellose muss früh erkannt werden

Je früher eine Legionellose vom Arzt erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Gegen eine nachgewiesene Legionärskrankheit wird für den Zeitraum von ein bis drei Wochen eine Behandlung mit Antibiotika eingesetzt. Wobei interessanterweise Penicillin gegen die Legionella-Bakterien unwirksam ist. Es gibt eine mildere Variante der Legionärskrankheit: Das Pontiac-Fieber. Das führt nicht zu einer gefährlichen Lungenentzündung. Beim Pontiac-Fieber wird Antibiotika nicht eingesetzt.

Die Symptome der Legionärskrankheit

Wenn Sie sich infiziert haben zeigen sich folgende Symptome: Allgemeines Unwohlsein, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Reizhusten. Bleibt es bei diesen grippeähnlichen Symptomen, dann haben Sie das Pontiac-Fieber und nicht die viel gefährlichere Legionärskrankheit.  Aber etwa zehn Prozent der Erkrankten bekommen durch Kontakt mit Legionellen eine schwere Lungenentzündung. Da sehen die Symptome so aus: Schüttelfrost verbunden mit starken Brustschmerzen, oft auch Bauchscherzen, Durchfall und Erbrechen. Oft sind die Betroffenen benommen, desorientiert und verwirrt.

Die Diagnose ergibt sich aus den Symptomen und Zusatzinformationen wie Aufenthalt in Hotels, Schwimmbädern, klimatisierten Räumen, Krankenhäusern. Der Erreger muss im Labortest direkt nachgewiesen werden. Das geschieht meist durch eine Urinprobe. Auch Proben aus dem Mund- und Rachenraum können getestet werden.

Die Krankheit kann geheilt werden

In den meisten Fällen ist der Verlauf der Legionärskrankheit trotz der schweren Lungenentzündung positiv - die Krankheit kann geheilt werden. Werden die Symptome schnell erkannt und die Behandlung setzt sofort ein, dann überleben neun von zehn  Patienten die Legionärskrankheit. Schlecht sieht es aus, wenn von der Legionellose befallene Menschen altersgeschwächt sind oder akut an Herz- und Lungenerkrankungen leiden. Hier versterben bis zu 80% der Betroffenen. Wichtig: Auch nach einer überstandenen Legionärskrankheit sind die Patienten nicht immun gegen eine neue Erkrankung an der Legionellose. Die Gefahr einer neuerlichen Ansteckung besteht immer.

Wie können Sie sich nun  vor dieser schleichenden und gefährlichen Krankheit schützen? Ganz wichtig ist die regelmässige Wartung und Reinigung aller Wasserversorgungssysteme mit denen Sie in Berührung kommen: Dusche, Bad, Wasser im Küchengebrauch. Sind diese Warmwassersysteme für längere Zeit nicht im Gebrauch gewesen, dann sollte das Wasser auf über 70 Grad erhitzt werden und längere Zeit laufen. Denn ab etwa 70 Grad sterben die Bakterien ab. Ausnahme: Wenn sich im Wasser Amöben befinden die auch diese Temperatur überleben, dann können sich die Bakterien dort einnisten und ebenfalls überleben. Deshalb müssen Warmwasseranlagen in regelmäßigen Abständen auch Legionellen überprüft werden. Sicheren Schutz bieten aber nur spezielle Filteranlagen.

Hotels sind Brutstätten für Legionellen

Besonders gefährlich sind Hotelaufenthalte in warmen Ländern. Dort sollten Sie die Dusche generell nur dann benutzen, wenn Sie das Wasser eine Weile lang so heiß wie möglich haben laufen lassen. In dieser Zeit sollten Sie das Zimmer verlassen, um den Wasserdampf nicht einzuatmen - denn darin lauern die Legionellen. Auch das Schwimmen in geheizten Hotelpools und der Aufenthalt in Whirlpools sollte vermieden werden.

Hier noch einige Tips um die Legionärskrankheit zu vermeiden:

  • Luftbefeuchter, Mundduschen und Inhalatoren rgelmässig mit auf über 70 Grad erhitztem Wasser reinigen. Bei Nichtbenutzung müssen die Geräte trocken bleiben.
  • Hände in öffentlichen Toiletten nie nur mit warmem Wasser abspülen. Immer einseifen. Ist keine Seife da - dann lieber bleiben lassen.
  • Stärken Sie Ihre Immunkraft durch Sport und Bewegung an frischer Luft. Essen Sie mehr Obst und Gemüse. Vermeiden Sie weitere körperliche Anstrengungen nach dem Sport. Auch ein Saunabesuch nach dem Fitness-Programm  ist nicht zu empfehlen.