Lebensmittelallergie: Essen das krank macht

Lebensmittelallergie: Essen das krank macht

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Wohin man kommt, hört man oft:" Ich bin allergisch gegen Nüsse!" oder " Mein Kind verträgt keine Milch!" oder " Mein Darm spielt verrückt, wenn ich Weintrauben esse!" Diese Aussagen beweisen: Die Nahrungsmittelallergien nehmen rasant zu. Die Auslöser einer Lebensmittelallergie sind bekannt, aber sie sind bei fast jedem Allergiker anders. Oft liegt es an den Lebensmitteln, oft aber auch an industriell veränderten Lebensmitteln.

Die Auslöser von Lebensmittelallergien

Die Lebensmittelallergie ist eine Abwehrreaktion des menschlichen Immunsystems gegen bestimmte Nahrungsmittel oder gegen einzelne Nahrungsmittelbestandteile, die grundsätzlich keine Gefahr für den betreffenden Menschen darstellen. Eine Nahrungsmittel-Allergie ist eine überschießende Reaktion des Körpers. Es soll etwas unschädlich gemacht werden, das gar nicht schädlich ist.

Lebensmittelallergien werden durch tierisches und pflanzliches Eiweiß ausgelöst. Man nennt die Stoffe Allergene. Bei Personen die zu einer Allergie neigen - man nennt sie Atopiker - kann es beim ersten Kontakt mit einem körperfremden Eiweiß zur Sensibilisierung kommen. Dieser Erst-Kontakt erfolgt über die Schleimhautoberfläche des Atemtraktes, über die Haut oder über das Verdauungssystem. Daraus entwickelt sich eine Lebensmittelallergie.  Die wird bei der Diagnose festgestellt. Danach muss die Ernährung geändert werden

Allergische Abwehrreaktionen

Das Immunsystem erkennt das artfremde Eiweiß, stuft es als gefährlich ein und leitet die Bildung von Antikörpern - Immunglobuline E, kurz IgE - ein. Der Erstkontakt bleibt ohne spürbare Folgen. Der Körper hat allerdings nun gegen dieses Eiweiß aufgerüstet. Bei jedem weiteren Kontakt kommt es zu einer allergischen Abwehr-Reaktion. Aminosäure - einzelne Eiweißbausteine - können keine Reaktion auslösen. Das können nur zusammengesetzte Bausteine - Proteine. Da liegt das Problem: Proteine werden im Darm nicht gänzlich zu Aminosäuren zerlegt. 10 Prozent etwa bleiben als Proteine vorhanden. Und die sind die Gefahr für Allergiker, sie führen zu Allergien.

Kinder leiden öfter an Lebensmittelallergien

Kinder haben viel häufiger eine Nahrungsmittel-Allergie. Bis zu 8 Prozent aller Jungen und Mädchen und bis zu 2 Prozent aller Erwachsenen leiden an einer Nahrungsmittelallergie.

Der Auslöser für das häufige Auftreten im Kindesalter hängt mit dem Verdauungs-System zusammen. Es ist noch nicht voll entwickelt. Viele Enzyme sind noch nicht voll funktionsfähig, die Darmschleimhaut ist noch besonders durchlässig. Daher gelangen bei Kinder viel mehr noch nicht gespaltene Proteine vom Darm ins Blut und können zur Allergie führen.

Das Kuhmilch-Protein ist eines der ersten artfremden Proteine, mit denen das Kleinkind in Kontakt kommt, mitunter schon der Säugling. Man muß aber wissen: Da das Verdauungs- und Immunsystemdes des Kindes heranreift, vergehen diese Allergien oft im Vorschulalter spontan. Man muß aber auch wissen: Eine Nahrungsmittelallergie kann in jedem Lebenalter auftreten. Und so äußert sich eine Nahrungsmittelallergie: Die Antikörper erkennen das Allergen und schicken Mastzellen in den Kampf, die wieder entzündungsfördernde Stoffe - wie zum Beispiel Histamine - freisetzen. Die Symptome: Unmittelbar nach dem Genuß eines bestimmten Nahrungsmittels kann es zu Juckreiz an den Lippen kommen, zu Zungenschwellungen, Atemnot, Niesen, Schluckbeschwerden, zu laufender Nase, zu einer Bindehautentzündung. Es kann aber auch zu Asthma, massiven Verdauungsbeschwerden, Hautreaktionen wie Nesselsucht bis zum anaphylatischen Schock kommen, der tödlich sein kann. Grundsätzlich kann jedes Nahrungsmittel eine allergische Reaktion auslösen. Dennoch gibt es Lebensmittel, die ein hohes Allergen-Potential haben, die häufig Lebensmittelallergien auslösen: beim Gemüse vor allem Sellerie und Möhren, Gewürze, Fisch, Hühnereier, Nüsse und Samenkörner, Fleisch in sehr seltenen Fällen.

Sie brauchen einen Allergie-Test

Wenn jemand Pollenallergiker ist und parallel dazu gegen bestimmte Nahrungsmittel allergisch ist, spricht man von einer Kreuzallergie. Zum Beispiel: Birkenpollen-Allergier vertragen keinen Apfel und keine Nüsse. Beifuss-Allergiker vertragen keine Tomaten und Paprika sowie Kürbis und Melonen. Sellerie-Allergiker vertragen kein Basilikum und Oregano.

Bei der Kreuzallergie kommt es durch Lebensmittel meist zu eher leichten Reaktionen. Zu den Lebensmitteln, die starke Reaktionen und Krankheiten hervorrufen können, gehören: Erdnüsse, Walnüsse, Haselnüsse, Soja, Fisch, Meeresfrüchte, Milch und Eier. Oft reicht das Einatmen des Geruches aus, um eine schwere Reaktion auszulösen.

Gefährlich sind auch Spuren von Allergenen: also Haselnußsplitter in der Schokolade oder Nougatcreme, die ja mit Haselnüssen hergestellt wird. Daher ist es so wichtig, daß auf Lebensmittelpackungen genau alle Inhaltsstoffe angegeben werden. Hitze kann Allergene in den Nahrungsmitten zerstören. Daher verträgt der Allergiker oft Obst und Gemüse in erhitztem Zustand bestens.

Die Diagnose für eine Lebensmittelallergie ist sehr schwer. Daher muß man einen Allergologen aufsuchen. Der kann die Diagnose stellen. Da gibt es zuerst eine genaue Befragung. Dann gibt es den Hauttest - den Prickstest-, bei dem verschiedene Extrakte in die Haut eingebracht und Reaktionen beobachtet werden. Außerdem gibt es eine Reihe von Blutuntersuchungen, mit denen Alleregien diagnostiziert werden können. Die letzte Stufe der Diagnose ist der orale Provokationstest. Dabei muß sich der Betroffene einige Zeit an eine allergenarme Diät halten. Und in einer Testphase ißt der Patient unter ärztlicher Aufsicht ein bestimmtes Nahrungsmittel, das im Verdacht steht, die Allergie auszulösen...

Was gegen Lebensmittelallergie helfen kann

Nahrungsmittellallergien und Nahrungsmittel-Unverträglichkeit sind die größten Leiden unserer Zeit. Und sie nehmen rasant zu. Was man über die Lebensmittelallergien wissen sollte, habe ich Ihnen beschrieben. Dazu: Wie sie entstehen, welche Folgen sie haben und welche Symptome man kennen muß. Was aber ist die beste Therapie gegen eine Nahrungsmittelallergie? Es ist die Vermeidung der allergieauslösenden Nahrungsmittel. Das Problem sind die in Lebensmitteln versteckten Zutaten, die Allergene enthalten. Zum Beispiel Sellerie in Suppenwürze. - das kann Krankheiten auslösen.

Schmutz trainiert das Immunsystem

Es gibt auch Medikamente gegen die Lebensmittelallergie. Sie zielen darauf ab, die Symptome zu lindern oder zu unterdrücken. Nahrungsmittel-Allergiker müssen - wie Insektenstich-Allergiker -mit einem Notfallset ausgerüstet sein. Auch eine Immuntherapie mit Hypersensibilisierung ist möglich.

Welche Schutzfaktoren gibt es gegen die Nahrungsmittel-Allergie? Frühkindliche Infekte, häufiger Kontakt mit anderen Kindern, Kontakt mit Schmutz trainieren das Immunsystem und machen stark gegen Allergien. Der wichtigste Schutz ist die Muttermilch. Das Stillen des Babys in den ersten 6 Monaten garantiert, daß das Baby kein artfremdes Eiweiß bekommt. Daher sollte vorher keine Beikost gegeben und nur schrittweise eingeführt werden. Kinder mit erhöhtem Allergierisiko sollten im ersten Lebensjahr nur mit allergenfreien Nahrungsmitteln versorgt werden: Also keine Kuhmilch und Kuhmilchprodukte, kein Fisch, keine Nüsse, kein Soja.