Kühl bleiben bei großer Hitze: Die besten Tipps

Kühl bleiben bei großer Hitze: Die besten Tipps

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28, 29, 30 Grad und mehr - wie bleiben wir da kühl? Wie verhindern wir, dass wir im Schweiß ertrinken, dass wir kollabieren, dass der Kreislauf zusammen bricht, das wir keine Energie für gar nichts mehr haben? Da gibt es eine Menge von Ratschlägen, viele sind Unsinn, aber einige sind richtig und helfen uns, die wirklich heissen Tage zu überstehen. Die besten Tipps bei grosser Hitze habe ich für Sie zusammengestellt - damit Sie kühl bleiben. Auch bei großer Hitze.

Das hält Sie kühl: Luftige Kleidung und luftige Zimmer.

Wenn die Sonne brennt, die Luft heiß und vielleicht auch noch feucht ist - dann ist es wichtig, das die Haut Hitze abgeben kann. Das heißt: Ihre Kleidung darf Feuchtigkeit nicht speichern und einen Luftaustausch nicht verhindern. Ganz schlecht ist ein schweißnasses Kleidungsstück, das dann langsam am Körper trocknet. Da ist eine Sommererkältung vorprogrammiert. Und die kann sehr ärgerlich sein - vor allem im Urlaub. Also ist es wichtig, das Sie locker sitzende Kleidung tragen, welche die frische Luft an den Körper lässt. Die besten Materialien für eine luftige Sommerkleidung sind Baumwolle, Seide und vor allem Leinen. Solche Kleidungsstücke verhindern einen Hitzestau, Schweiß kann so schnell verdunsten. Das ist gut, denn die Verdunstung erzeugt Kühlung. Inzwischen gibt es auch spezielle Mischgewebe (Naturmaterial mit synthetischen Stoffen gemischt), welche den Schweiß nach außen abführen, so dass die Haut schnell wieder abtrocknen kann.
Wenn sich die Hitze in den Strassen unserer Städte staut und die Wohnung immer heißer wird, dann müssen wir für Kühlung sorgen. Lüften ist wichtig, aber sinnvoll ist es nur in den frühen Morgen- oder den späten Abendstunden. Aber achten Sie darauf, das kein Durchzug entsteht, denn auch da droht eine Erkältung. Halten Sie die Hitze besser durch Abschottung draußen: Rollos runter und Vorhänge zu. Vorsicht im Umgang mit der Klimaanlage. Wenn es draußen über 30 Grad hat, dann ist es falsch, die Klimaautomatik auf 20 Grad zu stellen. Der Unterschied sollte nicht mehr als sechs Grad betragen.

Wie viel muss ich trinken, wenn es richtig heiß ist - und was soll ich trinken?

Der Körper hat eine eigene Automatik um sich bei sehr hohen Temperaturen vor der Hitze zu schützen und sich abzukühlen: Er sondert mehr Schweiß ab als bei normalen Temperaturen. Um das aber zu können braucht er Flüssigkeit. Und zwar deutlich mehr Flüssigkeit als sonst. Gilt normalerweise die Faustregel, das ein erwachsener Mensch zwischen zwei und drei Liter Flüssigkeit pro Tag aufnehmen soll, dann sollten Sie an extrem heissen Tagen mindestens einen Liter drauflegen. Denn nur dann kann der Körper den zur Kühlung nötigen Schweiß produzieren. Was aber sind denn nun die richtigen Flüssigkeiten, die wir an den heißen Tagen zu uns nehmen sollen? Eines vorab: Alkoholische Getränke gehören auf keinen Fall dazu. Wenn Sie auf Ihr geliebtes Bier nicht verzichten können, dann greifen Sie zu einem leichten oder alkoholfreien Weißbier, das ist ein wunderbares elektrolytisches Getränk. Aber wie gesagt: Nur zu EINEM. Alles andere ist absolut kontraproduktiv. Durch das starke Schwitzen verliert der Körper auch mehr lebenswichtige Mineralien als sonst. Die ersetzen Sie natürlich sehr schnell durch die richtigen Flüssigkeiten. Das sind vor allem Mineralasser und Obstsäfte, die aber nicht zuckerhaltig sein dürfen. Sehr gut sind auch kühle - nicht kalte - Früchtetees. Würzen Sie diese Flüssigkeiten ruhig mit einer Prise Salz. Sehr gut sind auch gewürzte kalte Gemüsesuppen. Ganz wichtig ist, das Ihr Magnesium- und Kaliumhaushalt gut versorgt bleibt. Da können Sie auch mit Tabletten nachhelfen.

Bei einer Hitzewelle kein Sport treiben, den Schatten suchen, isotonisch essen

Während einer Hitzewelle sollten Sie sich tagsüber körperlich zurückhalten. Der Kreislauf hat schon genug Arbeit, die Hitze zu bewältigen, da braucht er nicht auch noch anstrengende Bewegungen. Aber Sie sollten die kühlen Morgen- oder Abendstunden nutzen um fit zu bleiben. Hüten Sie sich vor allem vor einem Hitzekollaps. Das sind die Anzeichen, auf die Sie achten müssen: Schwindel- und Schwächegefühl, Übelkeit, Erbrechen, erhöhter Puls, Trockenheit im Mund und Krämpfe in Armen und Beinen. Wenn diese Symptome auftreten, dann müssen Sie schnell raus aus der Sonne, sich flach hinlegen, schnell viel trinken (nicht eiskalt) und notfalls einen Arzt rufen. Diese gefährliche Situation tritt ein, wenn Ihr Körper mehr Hitze aufnehmen muss als er abgeben kann. Es kommt dann zu einem so genannten Hitzestau, der sogar zu einem Hitzschlag führen kann. Besonders für ältere Menschen ist es wichtig, das sie mehr trinken als sonst. Sie können übrigens Ihren Flüssigkeitsvorrat auch essen. Besonders gut geeignet sind stark wasserhaltige Früchte wie Gurken, Tomaten, Melonen. Die bestehen meist zu fast 90% aus Wasser. Mit dieser Flüssigkeit nehmen Sie auch wichtige Mineralstoffe auf. Die Flüssigkeit aus solchen Früchten hat eine starke isotonische Wirkung.

Sie haben zu viel Hitze erwischt - schnell runterkühlen

Sie haben in der prallen Sonne gelegen oder gesessen, beim Aufstehen wird Ihnen schwindelig. Sofort rein ihn den Schatten, den Körper schnell abkühlen. Füllen Sie das Waschbecken mit kaltem Wasser und baden Sie Handgelenke und Unterarme darin. Lassen Sie kaltes Wasser über Ihren Nacken, die Arme und die Unterschenkel bis zu den Fußgelenken laufen. Legen Sie sich ein  feuchtes und kühles Tuch aufs Gesicht und den Nacken. Wenn Sie einen Ventilator haben, dann genießen Sie den kühlen Luftstrom - nicht zu nahe, sonst erkälten Sie sich. Sehr hilfreich ist auch ein kühlender Fußbalsam. An heißen Tagen ist die gefährliche UV-Strahlung besonders hoch. Am meisten gefährdet ist der Kopf. Das Gewebe des Hirns schwillt an, Sie bekommen starke Kopfschmerzen, Ihr Nacken versteift sich, das Licht tut Ihnen weh. Ihnen wird übel. Die Hirnhäute können sich sogar entzünden. Da hilft immer ein Hut oder eine Mütze, die Sie rechtzeitig aufsetzen müssen. Vor allem bei Kindern - die oft stundenlang im und am Wasser spielen - ist das wichtig. Ob breitkrempiger Sonnenhut, Kopftuch oder Baseballkappe - wichtig ist, das sich unter der Kopfbedeckung kein Hitzestau bilden kann. Wenn Sie sich unter der Dusche runterkühlen wollen, dann auf keine Fall unter einer eiskalten Dusche. Das führt zu einem Kälteschock: Die Poren ziehen sich zusammen, die Blutgefäße verengen sich und das Herz fängt schneller an zu schlagen. Das aber regt wiederum den Kreislauf an und steigert die Wärmeproduktion des Körpers. Deshalb: lauwarm statt kalt duschen