Krebs bei Männern: So können Sie sich selbst checken

Krebs bei Männern: So können Sie sich selbst checken

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Jedes Jahr sterben in Deutschland hunderttausende Menschen an Krebs. Nur Herz-Kreislauferkrankungen fordern noch mehr Todesopfer. Dabei ist der Anteil der Männer an den Todesfällen höher als der Frauen. Jedes Jahr bekommen über 250 000 Männer die niederschmetternde Diagnose: "Sie haben Krebs." Im Kampf gegen den Krebstod hat die medizinische Forschung schon große Fortschritte gemacht. 

Die Informationen, die Diagnose, die Heilungschancen sind 2020 schon viel besser als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Die größte Hilfe im Kampf gegen den Krebs ist die Früherkennung. Je früher Krebs bei einer Untersuchung durch den Arzt erkannt wird, desto größer ist die Chance einer Heilung. Und da setzen wir an: Denn Sie können selbst viele Symptome für einen eventuellen Krebs selbst erkennen, wenn Sie sich selbst checken. Das sollten Sie einmal im Monat machen – und wenn Sie dabei den Verdacht bekommen: "Ich könnte Krebs haben", dann sollten Sie schleunigst den Arzt aufsuchen. Welche Früherkennungsmerkmale und Symptome Sie beachten müssen – das können Sie jetzt lesen.

Verdächtige Flecken im Mund und Rachenraum

Sie sind Raucher und einem Gläschen auch nicht abgeneigt – dann sind Ihr Mund und der Rachenraum anfällig für Krebs. Wenn Sie am Zungenunterrand oder an den Wangeninnenseiten weißliche Flecken an den Schleimhäuten entdecken, dann sollten Sie mit diesen Symptomen sofort zum Arzt gehen, denn das könnte eine Leukoplakie sein - und das ist eine Vorstufe von Krebs. Auch, wenn Wunden im Mund nicht innerhalb von zwei Wochen verheilen ist eine Untersuchung beim Arzt erforderlich. Denn das könnte auf einen Mundhöhlenkrebs hinweisen.

Überprüfen Sie Ihre Hoden

Hodenkrebs – für Männer ein Schreckenswort. Deshalb sollten Sie die Hoden immer wieder überprüfen. Im Normalzustand sind sie rund, behaart und weich. Nur beim Sex werden sie härter. Tasten Sie die Hoden ab, wenn Sie eine Veränderung der Größe, harte Knoten feststellen oder sie ein Schweregefühl bemerken – dann ist schnell eine Untersuchung beim Arzt fällig. Denn das könnte auf einen Hodenkrebs hindeuten. Dieser Selbstcheck ist unabhängig von Ihrem Alter.

Auch Männer können Brustkrebs bekommen

Eigentlich ist die Diagnose "Sie haben Brustkrebs" eine Domäne der Frauen. Aber auch bei Männern kann es zu Brustkrebs kommen. Deshalb sollten Sie auch Ihrer Brust hin und wieder Aufmerksamkeit widmen. Dabei sollten Sie beachten: Zieht sich die Brustwarze ein, sondert sie eine Flüssigkeit ab, ist die Haut im Brustbereich gerötet oder schuppt sie, nimmt Ihre Brustmasse stark zu – dann müssen Sie mit diesen Informationen zum Arzt gehen. Denn das gehört zur Früherkennung. Brustkrebs kommt zwar bei Männern sehr selten vor, aber dennoch können Sie ihn bekommen. Von 100 Patienten, bei denen ein Brustkrebs diagnostiziert wurde, ist einer ein Mann.

Sie sind depressiv und ständig müde: Das weist auf einen Prostatakrebs hin

Sie fühlen sich seit einiger Zeit ständig müde und abgeschlagen, Sie sind depressiv und missmutig, das Leben macht Ihnen keinen Spaß mehr – dann stimmt mit Ihnen etwas nicht. Und das könnte ein Krebs sein. Der Medizinforschung ist bekannt, dass zwischen Prostatakrebs und Depressionen ein Zusammenhang besteht. Wenn Sie zur miesen Stimmung auch noch Schmerzen im Unterleib bekommen, dann sollten Sie sich einer Früherkennung für einen Prostatakrebs unterziehen. Das gilt auch für eine längere Zeit anhaltende Müdigkeit ohne eine erkennbare Ursache, die nicht besser werden will.
Besonders bei Prostatakrebs ist die Früherkennung wichtig. Können Sie nur noch tropfenweise Wasser lassen, oder geht Ihr Urin gelegentlich unkontrolliert ab und landet in der Unterhose statt im Klobecken? Dann kann das ein deutlicher Hinweis auf einen Prostatakrebs sein. Prostatakrebs ist der häufigste Krebs bei den Männern, deshalb ist hier die Krebsfrüherkennung besonders wichtig. Aber hinter den hier aufgeführten Symptomen kann auch ein Blasenkrebs stecken. Deshalb sollten Sie sich ab 45, wenn Sie so langsam in die Jahre kommen, regelmäßig bei einem Urologen untersuchen lassen.

Krebs tasten für die Früherkennung

Sehr hilfreich für die Krebsfrüherkennung ist das Tasten und die Suche nach Knoten. Wenn sich bei Ihnen ein Tumor bildet, dann entstehen sehr oft Knoten im Gewebe. Auch Ihre Lymphknoten können anschwellen. Das sind Informationen des Körpers, dass eventuell ein Krebs im Entstehen ist, gegen den das Immunsystem ankämpft. Es kann eine einfache Infektion sein – aber auch ein bösartiger Krebs. Wenn Sie solche Knoten bei sich feststellen, dann müssen Sie unbedingt sofort Kontakt zu Ihrem Arzt aufnehmen. Der stellt dann fest, ob der Knoten harmlos ist – oder auf einen bösartigen Krebs hindeutet.

Sie werden ein Fieber nicht los – es könnte Krebs sein

Fieber ist eigentlich ein Anzeichen, das Ihr Immunsystem aktuell gegen eine Infektion ankämpft. Das ist noch kein Grund zur Besorgnis. Wenn Sie aber keine Infektion entdecken können, dann sollten Sie den Arzt fragen: "Könnte sich bei mir ein Krebs entwickeln?" Das kann durchaus sein, denn anhaltendes Fieber ist für Männer oft ein Zeichen für eine Krebserkrankung, dient also der Früherkennung. Ein Fieber ohne erkennbare Anzeichen kann oft durch Tumoren des Immunsystems (Non-Hodgkin-Lymphome) verursacht werden. Da hilft oft ein Test weiter.

So können Sie einen Darmkrebs erkennen

Ein nicht erkannter oder unbehandelter Darmkrebs ist unter allen Krebserkrankungen eine der häufigsten. Wenn sich Ihr Verdaungsverhalten grundlegend ändert, dann müssen Sie sich fragen: "Ist ein Darmkrebs die Ursache?" Ob Sie bis zu dreimal am Tag Stuhlgang haben oder nur einmal am Tag oder sogar nur einmal alle zwei bis drei Tage – das ist noch nicht bedenklich, das ist normal, wenn Sie es so seit Jahren gewohnt sind. Wenn sich dieses Verhalten jedoch plötzlich verändert, wenn Sie ständig unter Durchfall oder lang anhaltenden Verstopfungen leiden – dann müssen Sie im Sinne einer Früherkennung zum Arzt gehen. Denn das kann ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Die besten Informationen über einen Darmkrebs liefert dem Arzt die Darmspiegelung. Die sollten Sie ab einem Alter von etwa 45 Jahren regelmäßig machen lassen und im Abstand von drei bis vier Jahren dann auch immer wiederholen. Diese Untersuchung kann Sie vor einem Darmkrebs retten.

Ihr Blut kann Informationen für einen Krebs liefern

Wenn Sie Blutschlieren aushusten oder immer wieder an Nasenbluten leiden oder sogar Blut im Stuhl finden, dann sollten Sie unbedingt den Kontakt zu Ihrem Arzt suchen, denn dann ist eine Untersuchung auf Krebs nötig. Wenn Sie öfter bluten, dann kann das die Information für einen Blutkrebs (Leukämie) sein. Wenn sich in Ihren Atemwegen Tumoren gebildet haben, dann kann das zu Blutungen beim Husten führen. Und das Blut aus dem Enddarm ist ein deutlicher Hinweis auf einen Darmkrebs. Da hilft für die Früherkennung die Darmspiegelung oder es wird ein Test gemacht.

Ihr Check für einen Hautkrebs

Ein Hautkrebs hat viele Ursachen, die häufigste ist eine zu starke Sonneneinstrahlung und dadurch ein zu hohe Belastung durch UV-Strahlen. Beim Hautkrebs ist die Krebsfrüherkennung relativ einfach. Vor allem Farbveränderungen, dunkle unregelmäßige Leberflecken, Blutungen Schuppen an der Hautoberfläche und Knötchen können Hinweise auf einen Hautkrebs sein. Wenn Sie feststellen das sich Ihre Haut verändert, dann müssen Sie das unbedingt von einem Hautarzt untersuchen lassen. Das ist vor allem nach einem Badeurlaub wichtig, wenn Sie sehr viel Sonnenbestrahlung bekommen haben. Untersuchen Sie die Hautveränderungen selbst im Spiegel. Wenn Sie Ihnen verdächtig vorkommen, dann nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Hautarzt auf. Übrigens: Weißer Hautkrebs ist häufiger als schwarzer – der aber ist viel aggressiver.