Klimawandel: Pollenflug schon im Dezember

Klimawandel: Pollenflug schon im Dezember

© Adobe Stock

Wen der Heuschnupfen jedes Jahr im Frühjahr plagt, der hat dieses Jahr nichts zu lachen: Denn der Pollenflug beginnt 2019 schon im Dezember. Damit gibt es keinen Monat mehr, in dem die lästigen Pollen nicht fliegen. Keine Pause mehr für alle Menschen, die vom Heuschnupfen geplagt werden – hervorgerufen durch Pollen. Schuld daran ist ganz offensichtlich der Klimawandel, der den früher pollenfreien Dezember von einem Wintermonat zu einem Spätherbstmonat verwandelt. Bisher konnten Allergiker und vom Heuschnupfen geplagte Menschen vom Dezember bis zum März unbeschwert durchatmen und die frische Luft genießen.

Damit scheint es vorbei zu sein. Die Stiftung "Deutscher Pollenfluginformationsdienst warnt: "An temperaturbegünstigten Orten sind erste lokale Pollenbelastungen durch Haselpollen möglich. Meiden Sie daher bei trockenem und windigem Wetter möglichst die Nähe zu großen Haselbüschen, die bereits ihre leuchtenden, deutlich langgestreckten gelben Kätzchen zeigen.“ Vor allem diese Pollen fliegen jetzt schon: Hasel und Purpurerle, die verstärkt in Siedlungsgebieten zu finden ist. Die blüht bereits mehrere Wochen vor unseren heimischen Erlen.

Wie gefährlich sind Pollen für die Gesundheit

Pollenflug ist doch eigentlich eine ganz natürliche Sache. Warum ist er dann so gefährlich? Und warum wird die Gefahr die von fliegenden Pollen ausgeht sehr oft so gering und damit falsch eingeschätzt? Das ist ein Thema, mit dem wir uns beschäftigen müssen. Vor allem Allergiker haben große Probleme, wenn Milliarden Pollen bei uns durch die Luft schwirren. Denn für die können die Folgen des Pollenflugs verheerend sein. Meist nimmt man die typischen Symptome für einen Heuschnupfen wie Niesen, Schnupfen, tränende Augen nicht sehr ernst. Ist zwar lästig, aber doch nicht so schlimm glauben viele der Betroffenen. Das ist grundfalsch. Denn wer ständig unter Heuschnupfen leidet, wenn unsere Pflanzen ihre Pollen durch die Luft segeln lassen, der hat es bald mit dem sogenannten "Etagenwechsel" zu tun: Das Problem verlagert sich von den oberen in die unteren Atemwege. Und da wird es ernst: Es entsteht das Pollenasthma. Das ist ein bronchiales Asthma, das sich bei bis zu 40 % der Heuschnupfenpatienten entwickelt. Und es gibt noch weitere Folgen für Ihre Gesundheit. Zusätzlich zu den ohnehin schon vorhandenen entzündlichen Prozessen in Nase, Hals und Rachen kommt es bei Pollenasthma zu einer Gewebeschädigung in der Lunge, wodurch sich die Beschwerden meist erheblich verschlechtern. Der Deutsche Allergiker- und Asthmabund schätzt: Nur etwa zehn Prozent der Allergiker werden in Deutschland richtig behandelt. Und fast die Hälfte der unter durch Pollen hervorgerufenen Allergien leidenden Allergiker unternimmt nicht, weil sie die Erkrankung nicht erkennen oder sie nicht ernst nehmen. Viele gehen erst dann zum Arzt, wenn die Lunge bereits stark geschädigt ist.

Sie sollten die Symptome beim Arzt abklären lassen

Der durch den Klimawandel auch im Dezember akute Pollenflug ist für Allergiker eine Katastrophe. Denn jetzt haben sie in Deutschland keine Pause mehr vor den zu Milliarden durch die Luft schwebenden Pollen. Die Pflanzen haben keine Winterruhe mehr, der Dezember ist von einem Winter- zu einem Herbstmonat geworden Hasel und Erlen lassen Pollen fliegen. Und der Kontakt mit den Pollen löst dann die Allergien aus. Wenn Sie also diese Probleme bekommen, dann sollten Sie durch einen Allergologen abklären lassen, welche Allergien Ihnen der Flug der Pollen beschert hat. Denn die Gefahr für Ihre Gesundheit besteht nicht nur aus einem lästigen Dauerschnupfen. Durch den Kontakt mit den Pollen entstehen weitere Krankheiten, die Ihre Gesundheit gefährden. Es kann zu einer chronischen Entzündung der Nebenhöhlen kommen. Die Entstehung von Kreuzallergien wird begünstigt. Das verstärkt die Unverträglichkeit auf biologisch Verwandte Nahrungsmittel. Wie zum Beispiel Sellerie, Beifuß, Nüsse, Äpfel, Tomaten, Paprika und Karotten.

Diese Pollen sind besonders aggressiv

Nachdem sich nun wegen des Klimawandels auch das pollenfreie Fenster Dezember geschlossen hat, ist es wichtig zu wissen: Welche Pollen sind denn besonders aggressiv?

  • Es gibt ungefährliche und gefährlich Pflanzen. Besonders gefährlich sind Laubbäume.
  • Das sind an erster Stelle zu nennen: Birke, Hasel, Erle, Buche, Esche, Linde, Ulme und Weide.
  • Pollenallergien durch die Pollen von Nadelbäumen sind selten. Ausnahme sind die von Kiefern.
  • Sehr aktiv als Pollenaussender sind Pflanzen die auf unseren Wiesen wachsen. Da sind zu nennen: Rispengras, Wiesenlieschengras und Ruchgras.
  • Aber es gibt auch Getreidearten. deren Pollenflug allergieauslösend sein kann. Zum Beispiel: Gerste, Weizen, Flughafer und Roggen.
  • Auch Kräuter sind ein Thema wenn um Pollenallergien begünstigt durch den Klimawandel geht: Hüten Sie sich vor Ambrosia (sehr gefährlich), Beifuß, Gänsefuß oder Sauerampfer.

Was können die Menschen in Deutschland tun?

Wir müssen den Klimawandel akzeptieren und versuchen, mit ihm auszukommen. Wenn Sie also für Allergien hervorgerufen durch den Pollenflug anfällig sind, dann sollten Sie diese Tipps befolgen:

  • Besorgen Sie sich einen Pollenflugkalender. Dem können Sie entnehmen, wann in Deutschland Pollenflugzeit ist.
  • Im Internet bekommen Sie Informationen wo es wann gefährlich ist.
  • Sie selbst können Ihr Verhalten der durch den Klimawandel geschaffenen Pollengefahr anpassen: Meiden Sie unnötigen Aufenthalt im Freien.
  • Halten Sie Fenster und Autofenster geschlossen.
  • Wäsche und Kleidung öfter wechseln.
  • Machen Sie am Abend eine Nasenspülung.
  • Fahren Sie in die Berge oder ans Meer.

Alle Welt bemüht sich, den Klimawandel aufzuhalten. Aber wir müssen jetzt mit ihm leben. Hoffentlich hat Ihnen dieser Artikel Hilfen und Anregungen gegeben.