Klimawandel und Gesundheit: So stärken sie die Nerven

Das Rauf-runter-Wetter zehrt am Nervenkostüm. Wir reagieren gereizt, sind abgespannt. Nervosität kann der Vorbote schwerer Krankheiten sein. Menschen mit Bluthochdruck, mit Herzrhythmus-Störungen oder mit einer Schilddrüsen-Überfunktion neigen zu Nervosität. Was Sie dagegen tun können, warum wir unbedingt Lecithin brauchen, wo das herkommt.

 

Ständig wechselnde und teilweise extremen Wetterverhältnisse durch den Klimawandel, aber auch Streß und Ärger führen dazu, daß viele Menschen mit schwachen Nerven durch den Tag gehen. Sie fühlen sich überfordert, sehen Probleme wie riesige Berge vor sich und wirken entweder wie unter Strom stehend oder ängstlich. Oft hört man dann aus dem Mund der Betroffenen den Satz:" Ich bin heute wieder so nervös!" Man sollte so etwas nicht als gegeben hinnehmen. Anhaltende Nervosität schwächt die Immunkraft und stört ganz gewältig das vegetative Nervensystem. Daher die berechtigten Fragen: Wie kriegt man Nervosität schnell wieder in der Griff? Mit welchen natürlichen Mitteln kann man schwache Nerven wieder stark machen?

Nervosität ist eine Krankheit

Was ist Nervosität überhaupt? Um die Jahrhundertwende - so um 1900 - galt Nervosität noch als " eingebildete Krankheit", als Leiden von Hypochodern. Man nannte die Nervosität auch die " Krankheit der vornehmen Leute" und dachte, schwache Nerven wären eine Folge von Langeweile. Später vermutete man, daß Nervosität die Folge der Überforderung durch die modernen Technik ist. Heute wird Nervosität in der Medizin als psychovegetative Störung definiert. Meist ist die Nervosität die Reaktion des Nervensystems auf eine Situation, die Streß auslöst. Eine Situation, die uns negativ stimmt.

Und das sind die typischen Symptome, die auf schwache Nerven hindeuten: Das Herz schlägt schneller, die Hände sind in vielen Fällen schweißnaß. Im Magen kommt ein flaues Gefühl auf. Aber auch Schweißausbrüche, Zittern, hektisches Hin- und Herlaufen, schnelle Augenbewegungen, eine veränderte, gehobene Stimmlage, Zuckungen im Gesicht, Lider-Flattern, Nägelkauen, durch die Haare fahren, an der Kleidung zerren.

Kann Nervosität auch das Alarmzeichen für eine Krankheit sein? Auch das ist möglich. Menschen mit Bluthochdruck, mit Herzrhythmus-Störungen oder mit einer Schilddrüsen-Überfunktion neigen zu Nervosität. Auch Depressionen manifestiere sich oft als ständige Nervosität.

Es gibt aber auch viele, gefährliche Auslöser für Nervosität, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen: Probleme im Beruf oder in der Familie, Angst vor schwierigen Gesprächen, Prüfungen und Entscheidungen, aber auch Reizüberflutung durch berufliche Überforderung oder durch falsche Freizeitgestaltung: zu langes Fernsehen, zeitaufwendige Computer- Spielen. Auch Lärm, Biorhythmus-Störungen durch Nachtdienst, falsche Ernährung, zuviel Alkohol, Nebenwirkungen von Medikamenten können zu Nervosität führen.

Das Gehirn leidet unter Mangelerscheinungen

Was steckt genau dahinter ,wenn man nervös ist ? Was geschieht da im Organismus, wenn jemand schwache Nerven hat? Dafür sind zwei Vorgänge verantwortlich:

  • Das vegetative Nervensystem ist gestört und geschwächt: durch äußere Einflüsse wie Streß, Ärger, Hektik, Lärm, Erschöpfung, Angstzustände, Überarbeitung. Es kann in der Folge zu Herz-Kreislauf-Magenbeschwerden kommen, zu Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen kommen.
  • Parallel dazu aber entsteht im Bereich des Gehirns ein Mangel an lebenswichtigen Substanzen, die man als Nervennahrung bezeichnen kann.

Man kann in der Biochemie von einem eigenen Nerven-Stoffwechsel sprechen. Dafür wird eine ganze Palette von Substanzen benötigt. Wer genügend Vorräte hat, der hat dann - wie man im Volksmund sagt - gute Nerven. Wer zu wenig davon hat, der hat schlechte oder schwache Nerven.

Wir brauchen dringend Vitamine

Daher kann man sagen: Wir können uns Ruhe und Gelassenheit durch ganz bestimmtes Essen zurückholen. Zum Aufbau und zur Leistung unserer Nerven brauchen wir:

  • Vitamin B 1 , Vitamin B 2, B 5 , B 6, B 12, Niacin, Pantothensäure zur besseren Funktion der Nerven.
  • Biotin für das Wachstum und die Erhaltung des Nerven-Gewebes.
  • Folsäure für die Neubildung von gesunden Nervenzellen.
  • Wir brauchen den Mineralstoff Magnesium zur Beruhigung.
  • Wichtig ist auch der Fettstoff Lecithin. Dieses Lecithin gerantiert, daß im Gehirn Acetylcholin gebildet werden kann. Und das wieder ist ein wichtiger Neurotransmitter. Ist dieser Stoff zuwenig im Gehirn vorhanden, dann kann es zu schweren nervlichen Störungen kommen. Und die geistige Arbeit wird geschwächt.

Und so kann man all die wichtigen Substanzen zur Stärkung der Nerven zuführen:

  • Das Nerven-Vitamin B 1 finden wir besonders im Naturreis und in Bohnen.
  • Vitamin B 2 ist in Milch, Milchprodukten, Forelle und Hering enthalten.
  • Vitamin B 5 finden wir in Champignons
  • Vitamin B 6 in Nüssen, Hefeflocken , Erdäpfeln, Bananen.
  • Vitamin B 12 in Makrelen , Topfen, Sauerkraut.
  • Niacin ist im Vollkornbrot enthalten.
  • Pantothensäurefinden wir in Milchprodukten und in Linsen.
  • Folsäure liefert uns das Grün- und Wurzelgemüse.
  • Magnesium finden wir ebenfalls in Naturreis, Nüssen, in Trockenfrüchten wie Datteln, Feigen und Rosinen. Alle diese Substanzen gemeinsam finden wir zum Beispiel in fast allen Vollkornprodukten und vor allem in den Weizenkeimen.

Lecithin aus Sojabohnben

Ganz besonders wichtig für starke Nerven ist das Lecithin aus der täglichen Nahrung. Lecithin , das fast in all unseren Körperzellen vertreten ist, aber vom Menschen nicht selbst produziert werden kann, finden wir in Milch und Milchprodukten, in Maiskeimen, Sonnenblumenkernen, Leinsamen, Linsen, Erbsen und vor allem in bester Qualität in den Sojabohnen, die biologisch gezüchtet und angebaut werden. Daher bekommt man ja auch Naturlecithin aus der Sojabohne als Granulat in der Apotheke. Man rührt einfach 2 Eßlöffel davon beimm Frühstück ins Joghurt.

Es gibt auch Nahrung, die unsere Nerven schwächt, die man meiden sollte, wenn man zu Nervosität neigt. Man sollte nichts zu sich nehmen,was den Körper übersäuert: also nicht zu große Mengen an Fleisch, nicht Unmengen an Süßigkeiten. Gegen die Übersäuerung des Körpers helfen: Pellkartoffel, viel Obst und Gemüse, Nüsse und Vollkornteigwaren.

Allein mit der täglichen Nahrung kann man die Nerven oft nicht stärken. Da muß man noch andere wichtige Maßnahmen setzen: Streß abbauen, Pause machen, das Wochenende zum Erholen nützen, Urlaub machen, wenn man sich kraftlos fühlt. Mehr Schlaf. Weniger rauchen, weniger Alkohol, weniger Kaffee. Lärm meiden. Termine absagen, sich nicht zuviel zumuten. Man muß etwas Wichtiges lernen: Einmal „Nein!“ sagen können.

Ganz wichtig ist auch, daß man sich auf große Aufgaben gut vorbereitet, sich Mut macht und sagt: "Ich schaffe das!" Man sollte am Abend vor einem anstrengenden Tag ein beruhigendes Wannenbad nehmen, 8 Stunden schlafen. Ideal: ein Zitronen-Bad. Man schneidet 8 Zitronen mit Schale in Stücke, weicht diese ein paar Stunden in kaltem Wasser ein und drückt sie dann durch ein Sieb ins Badewasser. Eine weitere Möglichkeit: spezielle Kräutertees trinken. Nerven beruhigend wirken Tees aus Melisse, Baldrian, Lavendel, Hopfen oder Passionsblume.