Klimaschutz: So können Sie mit der richtigen Ernährung das Klima schützen

Klimaschutz: So können Sie mit der richtigen Ernährung das Klima schützen

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Wir produzieren zu viel CO2, unser Klima verändert sich, wir müssen handeln – und zwar schnell: Klimaschutz ist eines der größten Probleme unserer Zeit. Die Regierung schnürt ein Klimapaket, die Wirtschaft stellt sich um, Weltorganisationen wie die UNI beschäftigen sich mit dem Schutz des Klimas. Was aber können Sie selber tun? Wie können wir, Sie und ich unser Leben nachhaltig verändern? Kann man mit dem Klimaschutz schon zu Hause beginnen? Das sind die Fragen die uns umtreiben. Und ja – Sie können das Klima auch mit Ihrem Ernährungsverhalten schützen und gegen die Erderwärmung angehen. 

Mit einer nachhaltigen Veränderung Ihrer Lebensweise und vor allem mit einer bewussten und gezielten Ernährung – und allem, was damit zusammen hängt. Es ist sehr einfach und wenn Sie es durchhalten auch sehr nachhaltig. Dazu will ich Ihnen Tipps und Ratschläge geben, wie Sie mit der richtigen Ernährung, dem richtigen Einkauf und der richtigen Lagerung von Lebensmitteln Ihren ganz persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. In Deutschland ist die tägliche Ernährung zu etwa 20 Prozent an den klimaschädlichen Treibhausgasemissionen (vor allem Co2) beteiligt. Das ist ein gewaltiger Brocken. Die Menschen in Deutschland, ob Verbraucher im Haushalt oder Produzenten von Lebensmitteln in der Landwirtschaft können zum Klimaschutz sehr viel beitragen. Bei der Suche nach diesen Möglichkeiten spielt die Verwendung von regionalen Lebensmitteln eine große Rolle. Schon zwei Drittel der Verbraucher in Deutschland sind täglich auf der Suche nach regionalen Produkten und gehen Informationen über diese Produkte nach. Das ist der richtige Weg. Nicht nur, weil diese Ernährung gesünder ist: Lebensmittel aus der Region sind wegen der kürzeren Transportwege oft klimafreundlicher als solche, die von weit her gereist sind. Machen Sie sich selbst ein Bild, wie Sie dem Klima helfen können.

Tipps für einen nachhaltigen Ernährungsstil

  1. Ernähren Sie sich saisonal und regional. Das was unsere Landwirtschaft als Freilandware anbietet. Dazu können auch durchaus Nahrungsmittel gehören die aus Folientunneln stammt (Gemüse, Spargel usw.) Auch Produkte aus unbeheizten Gewächshäusern sind unbedenklich. Denn bei dieser Art Landwirtschaft wird Energie gespart und der Ausstoß von Co2 vermieden.
  2. Reduzieren Sie Ihren Einkauf von Lebensmitteln. Wenn es geht, dann kaufen Sie täglich Frischware. Planen Sie: Was brauche ich, was will ich auf den Tisch bringen, wie viel brauche ich." Lernen Sie, in Portionen zu denken, damit auch wirklich auf den Tisch kommt, was dann auch gegessen wird. In Deutschland werden jährlich Millionen Tonnen von Lebensmittel weggeworfen. Millionen Tonnen bei deren Produktion Millionen Tonnen Co2 entstanden sind: Völlig sinn- und nutzlos. Lassen Sie sich von Ablaufdaten nicht schrecken: In sehr viel Fällen sind solche Lebensmittel auch noch nach dem Verfallsdatum essbar.
  3. Ein Hauptfeind unseres Klimas ist unser Verpackungswahn. Plastik, Plastik, Plastik ohne Ende. Diese Verpackungen werden als Müll entsorgt, belasten unsere Umweltbilanz und bei ihrer Produktion wird unentwegt Co2 erzeugt. Müssen Tomaten, Karotten oder sogar Kartoffeln unbedingt abgewogen und in Plastiktüten verpackt gerauft werden? Sie kaufen Schinken: Muss da zwischen jede Scheibe ein Blatt Plastikfolie gelegt werden? Muss nicht. Verzichten Sie darauf, damit bekämpfen Sie den Klimawandel. Natürlich ist es bequemer, mit dem Auto mal eben schnell zum Bäcker zu fahren und frische Brötchen zu holen. Aber können Sie da nicht auch zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren?
  4. Wenn Sie noch eine Speisekammer haben, dann nutzen Sie diese zur klimafreundlichen Aufbahrung von Lebensmitteln, die nicht leicht verderblich sind. In den stromfressenden Kühlschrank kommen nur Speisen. Die wirklich kühl gelagert werden müssen. Alle Ihre Küchengeräte wie Kühl- und Gefrierschrank, Elektroherde, Geschirrspüler usw. haben das EU-Label. Sie können also die niedrigste Energieverbrauchs-Klasse leicht erkennen.
  5. Zu einem funktionierenden Klimaschutz gehört auch eine funktionierende Landwirtschaft: Kaufen Sie Ihre Lebensmittel – wenn es geht – direkt beim nächstgelegenen Landwirt ein. Immer mehr Bauern verkaufen ihre Produkte direkt vom Hof weg. Wenn Sie das dann auch noch ohne Fahrrad schaffen – dann haben Sie Energie gespart und wieder etwas für das Klima getan. Oft verkaufen die Bauern auch Obst von ihren Streuobstwiesen – kaufen Sie, denn das hilft die Streuobstwiesen zu erhalten, wichtig für das Überleben von Bienen. Lassen Sie einfach mal das Auto stehen und machen Sie eine Fahrradtour zum Bauern.
  6. Bio-Produkte, vor allem Obst und Gemüse, haben einen immer größer werdenden Anteil an unserer Ernährung. Sie sind gesund und wohlschmeckend. Und sehr oft sind sie die klimafreundlichere Variante zu konventionell angebauten Nahrungsmitteln. Beim Kauf von Bio-Fleisch lässt sich das nicht so eindeutig sagen, denn Fleisch hat ja sowieso bei der Produktion einen eher hohen Co2-Anteil.

Vermeiden Sie beim Einkauf den Verpackungsmüll

Jahr für Jahr steigt in Deutschland die Menge des Verpackungsmülls. 2018 waren es fast über 11.7 Millionen Tonnen, für 2019 wird mit einer weiteren Steigerung gerechnet. Das belastet unsere Umwelt und schadet dem Klima, weil bei der Produktion Co2 anfällt. Der Großteil wird zur Energiegewinnung genutzt, das produziert wiederum Co2. Da die Politik sich hier schwertut mit Verboten und Vorschriften müssen Sie selbst tätig werden, wenn Sie den Klimawandel aufhalten wollen. Der einfachste und sinnvollste Weg: Kaufen Sie sich eine stabile Einkaufstasche aus einem natürlichen Stoff (Hanf, Leinen usw.) oder einen geflochtenen Einkaufskorb. Oder nehmen Sie einfach das klassische Einkaufsnetz. So bremsen Sie den Klimawandel und helfen Ihrer Umwelt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät: "Mehrweg-Einkaufsbeutel regelmäßig wegen der Hygiene zu waschen. Schaffen Sie sich unbedingt Mehrwegflaschen an. Eine Mehrwegflasche aus Glas kann bis zu 50 mal problemlos neu befüllt werden. Egal welche Lebensmittel Sie aufbewahren wollen: Behälter aus Plastik setzen Kohlendioxid, Methan und andere Treibhausgase frei. Also bitte vermeiden. Denken Sie daran: In Deutschland wird pro Jahr und pro Einwohner 220 Kilo Verpackungsabfall entsorgt – so viel wie keinem anderen Land der EU. Das wird sich auch in 2019 nicht ändern. Einer der Gründe: Immer mehr Menschen nutzen bei ihrer Ernährung Artikel wie Fertiggerichte und Kleinverpackungen. Nachhaltige Änderungen in der Ernährung und in der Verpackung von Lebensmitteln kann die Politik den Menschen nicht vorschreiben, wir alle müssen selbst tätig werden. Deshalb auch dieser Artikel und die Informationen die Sie hier bekommen.

Lebensmittel deren Folgen dem Klima schaden

Da steht an erster Stelle das Rindfleisch. Die Folgen des hohen Anteils von Rindfleisch an unserer Ernährung sind für den Klimaschutz verheerend. Die Gründe: Um ein Kilo Fleisch zu erzeugen, müssen 15 Kilo Futter erzeugt werden. Dafür braucht man eine Fläche von 40 Quadratmetern. Auf dieser Fläche könnte man 120 Kilogramm Karotten und 80 Kilogramm Äpfel ernten. Auch Unmengen von Wasser "fließen" in jedes Schnitzel. Zugleich stößt jedes Rind viel Methan aus, das als Treibhausgas noch schädlicher ist als Kohlendioxid. Das gilt auch für Milch, Milchprodukte und Käse. Wenn wir weiter so viel Fleisch und Milchprodukte verzehren wie bisher, dann werden sich die klimaschädlichen Emissionen aus der Landwirtschaft bis 2070 gegenüber 2019 verdoppeln. Das haben schwedische Wissenschaftler errechnet. Hier einige Beispiele für Lebensmittel, deren Verzehr schlimme Folgen für das weltweite Klima hat:

  • Schokolade
    Ein Kilo dieser begehrten und viel gegessenen Süßigkeit hat ein Äquivalent von 3.5 Kilo Kohlendioxid. Das liegt an der verwendeten Milch und aus dem oft verwendeten Palmöl, Palmölbäume brauchen große Anbauflächen.
  • Pommes
    Ein Kilo Pommes frites aus der Tiefkühltruhe erzeugen insgesamt eine Emission von 5.7 Kilo Kohlendioxid. Das wird bei der Produktion und der Kühlung erzeugt.
  • Milchprodukte
    Es ist keineswegs umweltfreundlich, wenn Sie Fleisch- durch Milchprodukte ersetzen. Die haben nämlich eine verheerende Bilanz in Sachen Klimawandel. Ein Kilo Käse verursacht 8.5 Kilo Co2-Emission, bei einem Kilo Sahne sind es 7.6 Kilo.
  • Steak
    Wertvolles Rindfleisch ist teuer – und klimaschädlich weil es einen sehr hohen Ressourcenverbrauch hat. Für ein Kilo Rindfleisch wird das Klima mit rund 13 Kilo Kohlendioxid belastet. Die Folgen bekommen wir alle zu spüren.
  • Butter
    Sie ist beliebt, sie gibt dem Essen Geschmack – und sie hat die schlimmsten Folgen für das Klima: Unsere gute Butter. Bei der Herstellung von einem Kilo Butter werden 24 Kilo Co2-Emissionen ausgestoßen.

Das sind nur einige Beispiele für Nahrungsmittel die Sie streichen oder zumindest weitgehend meiden sollten. Klimaschutz geht uns alle an und wir können – wie in diesem Artikel beschrieben – mit der richtigen Ernährung und allem, was mit ihr zusammen hängt dabei helfen, den Klimawandel einzudämmen.