Kinderernährung Gesunde Ernährung für Kinder

Kinderernährung Gesunde Ernährung für Kinder

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Zuviel Süßes, zu wenig Vitamine, dafür zu fett: Kinder gesund und richtig zu ernähren ist schwierig, weil man ständig gegen fette und süße Verlockungen kämpfen muss und immer wieder predigen muss: "Nein, süße Limos trinken wir nicht." Was Ihr Kind wirklich braucht., mit welchen Tricks Sie es an eine gesunde Ernährung gewöhnen können, was Sie vermeiden müssen.

Von Anfang an richtig und gesund essen

Eltern und Großeltern sind im Grunde genommen immer im Stress, was die Kinder oder Enkelkinder betrifft: Entweder ist der Junge oder das Mädchen zu dick oder zu dünn. Man macht sich immer Sorgen. Und man fragt sich: Was können wir Erwachsenen dazu beitragen, dass unsere Kinder schlank und fit durchs Leben gehen und nicht schon in der Kindheit chronische Erkrankungen erleiden müssen? Was müssen Eltern und Großeltern alles bedenken, damit die Kinder gesund groß werden? Und wie muss die Ernährung von Anfang an gestaltet werden?

Das „von Anfang an“ ist sehr wichtig. Wissenschaftler sind heute nämlich überzeugt, dass bereits in der frühen Kindheit die Ernährungs-Gewohnheiten fürs ganze Leben geprägt werden. Neugeborene haben bereits ein optimales Gefühl für Hunger und Sattsein und können die vier Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter und salzig deutlich unterscheiden. In der Kindheit haben die Familie, die Krabbelstube, Kindergarten und Schule einen entscheidenden Einfluss auf das Ernährungsverhalten. Mit etwa acht Jahren sind die Essgewohnheiten in den meisten Fällen gefestigt und können später nur schwer verändert werden. Da Kinder einen ausgeprägten Nachahmungstrieb haben, orientieren sie sich auch beim Essen stark an Vorbildern. Das können die Eltern, die Großeltern, der Lehrer, Freunde, aber auch Werbefiguren oder Fernsehstars sein. Daher ist es enorm wichtig, dass Eltern und Großeltern für sich und für die Kleinen die richtige Auswahl von Lebensmitteln treffen. Es lohnt daher, alles zu tun, um die Kinder für gesundes Essen zu begeistern.

Gesunde Möglichkeiten bieten

Dazu muss man wissen: Kleinkinder probieren gern Neues aus. Es kommt jetzt darauf an, dass man dem Jungen oder dem Mädchen gesunde Möglichkeiten zur Auswahl bietet. Wertvolle Nahrung ist schon deshalb so wichtig, weil das Kind bei seinen Wachstums-Schüben mehr Energie aber auch mehr Vitalstoffe benötigt. In diesen Phasen ist es ganz normal, dass das Kind bis zur Pubertät ein paar Monate pummelig, dann wieder einige Zeit sehr schlank ist. In dieser Zeit ist es ungeheuer wichtig, den Bedürfnissen des Kindes gesunde Ess-Varianten zu bieten.

Das heißt: Wenn es kein Gemüse mag, dann darf man nicht aufgeben, sondern muss Tricks und Möglichkeiten ersinnen, um dem Kind Gemüse über Umwege oder versteckt in raffinierten Speisen zukommen zu lassen. Die größte Gefahr für falsche Ernährung lauert in der Bequemlichkeit vieler Eltern, die das Kind ohne Frühstück aus dem Haus gehen lassen und ihm 5 Euro in die Hand drücken, damit es sich auf dem Weg zur Schule etwas kauft. Das Kind wird sich dann fast immer für gesundheitsschädliche Varianten entscheiden: für den Schoko-Riegel und für eine süße Limo.

Das richtige Getränk wählen

Apropos Limo. Das Trinken und die Auswahl des Getränkes ist für die Gesundheit des Kindes von großer Bedeutung. Kinder trinken sehr oft weniger als sie brauchen und tendieren zu sehr süßen Getränken. Das sollte die Ausnahme sein. Man muss sich vor Augen, dass in einer Flasche einer modernen Limo oft bis zu sieben Stück Zucker enthalten sind. Richtige Durstlöscher fürs Kind sind Obstsaft-Mischungen mit einem Teil Fruchtsaft und drei Teilen Wasser. Setzen Sie dem Kind früh genug ungesüsste Früchte- oder Kräutertees vor. Lehren Sie es, Wasser zu trinken.

Da Kinder reichlich Calcium benötigen, damit sie starke, stabile Knochen und Zähne aufbauen können, sind Milchprodukte wichtig. Ein Glas Milch von 200 Milliliter enthält 240 Milligramm Calcium. Das ist ein Drittel des Tagesbedarfs für ein Kind zwischen drei und zahn Jahren. Die gleiche Menge steckt in 200 Gramm Naturjoghurt oder 260 Gramm Magerquark. Fertige Milchdrinks mit Fruchtgeschmack sind keine gute Idee. Sie liefern meist viel Fett und Zucker sowie Farb- und Aromastoffe. Mixen Sie besser Fruchtstücke in Naturjoghurt oder Buttermilch. Da wissen Sie, was drinnen ist.

Vollkornprodukte für Kinder

Kinder brauchen für ihre Energie Kohlenhydrate in Form von Brot, Brötchen, Teigwaren, Haferflocken und Reis. Bringen Sie so früh wie möglich Vollkorn-Nahrung auf den Tisch. Damit versorgen Sie das Kind mit reichlich Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Auch Pellkartoffel sind wertvoll. Sie liefern viele Ballaststoffe für eine gute Verdauung, machen lange satt und fit. Interessant fürs Kind ist die Kombination von Pellkartoffeln mit Ei oder Kräuterquark. Das ist hochwertiges Eiweiß, das enorme Vitalität gibt.

Ein wichtiges Kapitel bei der Ernährung der Kinder sind Obst und Gemüse. Da können Jungen und Mädchen zugreifen, soviel sie wollen. Man muss die Früchte den Kindern allerdings „sympathisch“ präsentieren. Unsere Kleinen mögen zum Beispiel keine großen Früchte. Entweder Sie servieren kleine Äpfel, kleine Orangen, Mandarinen und Kiwis oder Sie bereiten geschälte, mundgerechte Stücke vor. Kinder mögen auch Obstsalat aus einer bunten Früchtemischung.

Dasselbe kann man mit rohem Gemüse machen. Die Kleinen sollen lernen, etwa beim Fernsehen rohe, schmale Möhrenstifte oder in Streifen geschnittene Paprika sowie Gurken zu knabbern.

Man sollte auch bedenken: Kinder lieben leicht süßliches Gemüse: Möhren, grüne Erbsen, Maiskörner. Sehr gesundheitsfördernd ist Tomatensoße, kombiniert mit Teigwaren.

Einen festen Platz im Speiseplan der Kinder sollte Fisch haben. Er liefert Jod für die Schilddrüse, Omega -Fettsäuren für Herz und Kreislauf sowie fürs Gehirn. Man sollte aber die Kinder daran gewöhnen, dass sie Fisch gegrillt essen und nicht paniert, weil da jedes Stück aus triefendem Fett kommt, ausgenommen der Backofen-Variante.

Kinder sind nicht so scharf auf viel Fleisch, Wurst und Eier. Man sollte es auch dabei belassen. Fleisch ist ein wertvoller Bestandteil der gesunden Ernährung. Man sollte es regelmäßig in den Speiseplan einbauen. Aber in Maßen.

Das Naschen nicht verbieten

Zum Thema Naschen: Verbieten Sie dem Kind niemals Süßes. Die Naschereien gewinnen sonst noch mehr an Bedeutung. Einigen Sie sich auf kleine Snacks, kleine Stücke von einer Tafel Schokolade. Machen Sie das Kind vor allem mit Schokolade vertraut, die 70 bis 80 Prozent Kakaoanteil aufweist. Freunden Sie das Kind mit Trockenfrüchten an. Die sind OK, weil sie reich an Mineralstoffen sind.

Beachten Sie aber bitte auch noch ein paar Spieleregeln:

  • Beziehen Sie die Kinder mit in die Essenszubereitung und in die Vorbereitung ein. Sie sollen bei Kochen und beim Tisch denken mithelfen. Dann werden die Speisen für die Kinder vertrauter.
  • Die ganze Familie sollte zumindest einmal am Tag gemeinsam essen.
  • Zwingen Sie das Kind niemals zum Aufessen. Es verliert sonst das Gefühl fürs Sattsein. Das kann später beim erwachsenen Übergewichtigen zu einem großen Problem werden.
  • Meiden Sie Verbote. Sie machen damit Ungesundes nur reizvoll.
  • Und bemühen Sie sich, dem Kind eine abwechslungsreiche, bunte Kost vorzusetzen, damit es frühzeitig eine Vielfalt an Lebensmitteln kennenlernt.