Karneval: So kriegen Sie keine Grippe

Karneval: So kriegen Sie keine Grippe

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"Jetzt geht sie los, die Polonaise…." Ob Karneval, Fastnacht oder Fasching: Millionen Narren und Närrinnen stürzen sich wieder ins lustige Treiben. Und holen sich eine deftige Erkältung oder gar eine Grippe. In den närrischen Tage haben Bakterien und Viren Hochsaison, die Pappnasen beginnen zu laufen. Was passiert, warum die Karnevalszeit so gefährlich ist, wie Sie sich schützen können.

 

Wenn der Aschermittwoch kommt, sind die Arztpraxen voll, und die Apotheken machen gute Umsätze mit allem, was Schnupfen, Husten, Halsweh und Fieber lindert und heilt. Denn während der närrischen Tage ist die Ansteckungsgefahr besonders gross. „Größere Menschenansammlungen steigern die Ansteckungsgefahr erheblich“, erläutert Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des BdP und praktizierender Lungenfacharzt im Lungenzentrum Ulm.

Toben sich die maskierten Faschingsnarren in Bars und geschlossenen Räumen aus, dann reichern sich die Viren und Bakterien in der Atemluft an, Wildfremde Menschen fallen sich um den Hals, es wird wild drauf los geküsst - alles ehr lustig, leider auch sehr ansteckend. Hinzu kommt, dass bei diesen Karnevalsveranstaltungen kaum gelüftet wird. So können sich Erkältung und Grippe durch Tröpfcheninfektionen leicht verbrieten - die Ansteckungsgefahr ist gross.

Aber auch die Ansteckung durch Schmierinfektionen ist sehr gross. Die Erreger befinden sich auf Türgriffen, Gläsern, Flaschen, auf den Wasserhähnen in den Toiletten und den auf den Klodeckeln.

Genau so gefährlich ist aber auch der Strassenkarneval. Luftige Kostümierung, viel Bewegung und dazu übermässiger Alkoholkonsum machen warm. In Wirklichkeit aber kühlt der Körper bei den oft noch herrschenden winterlichen Temperaturen doch schnell aus. Vor allem die Füsse werden kalt. „Dann ziehen sich unter anderem die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum zusammen und werden weniger durchblutet, so dass Krankheitserreger, die in die oberen Atemwege eindringen, schlechter abgewehrt werden können“, warnt Barczok.

Ausserdem kommen noch zwei "Verstärker" dazu: Reichlicher Alkoholgenuss, man raucht mehr als sonst und ein richtiger Karnevalsffreak schläft zuwenig: Er will ja nichts versäumen. Das alle abgeschwächt das Immunstem sehr stark, Viren und Bakterien tragen den Sieg davon.

Nun hilft es ja wahrscheinlich wenig, wenn man empfiehlt, weniger zu trinken, nicht zu rauchen und früh ins Bett zu gehen - so funktioniert Karneval eben nicht. Also: Was ist zu tun, um diese Zeit möglichst gesund zu überstehen? Einige Tipps:

  1. Die meisten Faschingsumzüge, Sitzungen, Veranstaltungen und Partys werden Ende Februar und Anfang März stattfinden. „Wer rechtzeitig geschützt sein möchte, sollte deshalb umgehend einen Impftermin mit seinem Hausarzt vereinbaren, da es nach der Impfung etwa 10 bis 14 Tage dauert, bis ein wirksamer Grippeschutz aufgebaut ist“, empfiehlt Barczok.
  2. Sie müssen Ihren Körper mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen aufpäppeln. Besonders Vitamin C, Zink, Selen und Magnesium, sind wichtig.
  3. Machen Sie einfach zwischendurch einen Ruhetag: Gründlich ausschlafen, Obst und Gemüse essen, in die Sauna gehen.
  4. Ziehen Sie warme Schuhe an, am besten Moonbooths - ist doch egal, wie Sie an den Füssen aussehen.
  5. Achten Sie peinlich auf Hygiene und waschen Sie sich die Hände öfter als sonst.
  6. Natürlich kreisen beim Strassenkarneval Schnaps- und Weinflaschen und alle trinken da einen mit - lassen Sie es einfach bleiben.