Kälte jagt den Blutdruck hoch

Kälte jagt den Blutdruck hoch

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Unser Blutdruck ist ein großer Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen, wenn er aus der Balance gerät. Wobei der zu hohe Blutdruck die gefährlichere Variante ist. Mediziner nennen den Bluthochdruck auch den „schleichenden Tod“, weil es oft Jahre dauert, bis die von ihm verursachten Schäden unseren Organismus so zerstört haben, das er kapituliert. Bluthochdruck gehört zu den Krankheiten mit Langzeitwirkung.

Nun ist die medizinische Wissenschaft auf ein interessantes Phänomen gestoßen: Kälte jagt den Blutdruck hoch. In einem Experiment an 146 Patienten, deren Blutdruck völlig normal war, konnten japanische Forscher nachweisen: Eine Nacht in einem kalten Raum lässt den Blutdruck erheblich steigen. Wir Gehgen in diesem Artikel also der Frage nach: Lässt Kälte unseren Blutdruck steigen?

Ein Versuch beweist: Bei Kälte steigt der Blutdruck an

Die 146 gesunden Probanden mit einem normalen Blutdruck (der stolische Wert lag bei allen bei 120 mmHg) wurden in zwei Gruppen geteilt, die über Nacht elf Stunden in jeweils einem Zimmer verbringen mussten. Die eine Gruppe bei 25 Grad, die andere bei 14 Grad. Jede durfte so viel Bettzeug und Kleidung benutzen wie sie brauchte, um warm zu bleiben. Es musste also niemand frieren. Am nächsten Morgen wurde der stolische Blutdruck bei den beiden Versuchsgruppen bestimmt. Dabei lag er in der Gruppe mit niedriger Raumtemperatur nach zwei Stunden um 5,8 mmHg höher als bei den Teilnehmern in den warmen Zimmern. Die Folgerung der Forscher: Der Aufenthalt in der Kälte jagt den Blutdruck nach oben. Also gehört die Behauptung: „Kalt schlafen ist gesund,“ zu den vielen Mythen im Gesundheitsbereich.

Bei Kälte steigt die Zahl der durch Bluthochdruck verursachten Todesfälle an

Diese These wird durch Zahlen bestätigt. Vor allem im Winter und bei Kälte müssen Menschen mit einem bereits hohen Blutdruck vorsichtig sein. Ihr Risiko kann gewaltig steigen, wenn zum Bluthochdruck auch noch die Kälte kommt. Björn Lemmer, Direktor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie an der Uniklinik Heidelberg nimmt an, das Todesfälle durch Herz-Kreislaufversagen im Winter 20- bis 50fach höher sind als in anderen Jahreszeiten. Denn im Winter ist der Blutdruck höher als sonst - das Risiko steigt an.

35 Millionen Menschen in Deutschland haben Probleme mit ihrem Blutdruck

Wenn Ihr Blutdruck sich im normalen Bereich bewegt, wenn Sie also keinen Bluthochdruck haben, dann sind auch kalte Temperaturen für Ihre Gesundheit kein Problem. Nur, wenn Sie bereits an hohem Blutdruck leiden, dann gehört die Kälte zu den Ursachen für große gesundheitliche Probleme. Wenn aber Ihr Blutdruck öfter oder gar regelmäßig die Marke von 140/90 Millimeter Quecksilbersäule übersteigt, dann verschlimmert das Ihre Probleme mit dem Bluthochdruck. Die Zahl der Menschen, die in Deutschland von einem zu hohem Blutdruck betroffen sind ist schier unglaublich: Etwa 35 Millionen, so schätzt die Deutsche Hochdruckliga (DHL) für das Jahr 2018. Bei allen diesen Menschen kann der Blutdruck mehr oder weniger ansteigen, und das kann viele Krankheiten auslösen. 

Wenn Sie Ihren Blutdruck normal halten wollen und einen eventuellen Bluthochdruck bei Kälte vermeiden wollen, dann müssen Sie wissen: Wieso lässt Kälte meinen Blutdruck steigen? Was verschlimmert sich dadurch, wie kann ich Ursachen bekämpfen? Wie kann ich mein Herz schützen? Mit diesem Artikel will ich Ihnen eine Hilfe geben, wie Sie bei Kälte Ihren Körper und Ihren Organismus vor zu hohem Blutdruck schützen- nach Möglichkeit ohne Medikamente und ohne den Besuch beim Arzt.

  • Einer der Hauptgründe, warum es zu einem erhöhten Blutdruck kommen kann, ist die Verengung der Blutgefäße durch den Einfluß der Kälte. Dafür verantwortlich ist Endothelin. Dieses Hormon verengt die Gefäße, der Blutdruck steigt. In den kalten Wintermonaten ist sein Anteil im Blut höher als zu den anderen Jahreszeiten. Gleichzeitig aber nimmt in den Blutgefäßen der Anteil an Stickstoffmonoxid ab. Stickstoffmonoixid aber erweitert die Gefäße. Diese beiden gegenläufigen Wirkungen sorgen dafür, dass die Kälte Ihren Blutdruck nach oben jagt, Ihre Gesundheit und vor allem Ihr Herz sind gefährdet.
  • Diese beiden Komponenten sorgen dafür, das Ihre Gesundheit im Winter gefährdet ist. Nun ist es nicht so, das Sie wegen dieser Gefahr für Ihren Blutdruck im Winter nicht mehr nach draußen gehen sollen. Das wäre kontraproduktiv, denn Sie brauchen auch im Winter Bewegung, frisch Luft und Tages- und Sonnenlicht wegen der Vitamin D-Bildung. Ziehen Sie sich einfach warm an und sorgen Sie dafür, das durch Bewegung die Mitochondrien in den Zellen genügend Energie liefern. Denn auf kalte Außentemperaturen reagieren unsere Gefäße durch Engerstellung. Das vermindert den Bklutfluss und erhöhte den Blutdruck. Dadurch wir die Durchblutung im Körper generell gesenkt. Die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels nimmt ab, die Herzkranzgefäße verengen sich, das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall wächst.
  • Wenn Sie zu der großen Zahl von Hochdruckpatienten gehören, dann sollten Sie auf jeden Fall im Winter Ihren Blutdruck regelmäßig messen. Steigt er über einen Zeitraum von mehreren Tagen immer wieder über die Normalwerte, dann müssen Sie Ihren Arzt aufsuchen. Der wird seinen Patienten dann die nötigen Medikamente verschreiben.
  • Dort müssen Sie auch Hilfe suchen, wenn bei Ihnen häufiger Kopfweh und Schwindel auftreten. Das sind deutliche Symptome für einen aus der Balance geratenen Bluthochdruck.

Die richtige Nahrung senkt zu hohen Blutdruck

Natürlich spielt die Ernährung im Kampf gegen den durch die Kälte ansteigenden Blutdruck eine große Rolle. Gesund leben und eine bewusste Ernährung - diese Themen spielen im Kampf gegen einen zu hohen Blutdruck eine große Rolle. Deshalb gehören Ernährungstipps auch zu den wichtigen Themen in diesem Artikel.

  • Im Winter essen wir gerne fettreiche und gut gesalzene Speisen. Das ist die falsche Ernährung. Sie sollten pro Tag höchstens fünf Gramm Salz zu sich nehmen. Als Patient mit Bluthochdruck sollten Sie also besser auf Fertigprodukte oder stark salzhaltige Lebensmittel wie Wurst, Käse, Chips, gebratenes Fleisch, Ketchup, Geschmacksverstärker oder Senf verzichten.
  • Würzen Sie mit Knoblauch, mit Pfeffer oder mit Kräutern wie Schnittlauch, Basilikum. Liebstöckel oder Petersilie.
  • Kalium hilft, den Blutdruck zu regulieren und ihn notfalls auch zu senken. Also essen Sie diese Kalzium reichen Lebensmittel: Grünkohl, Kartoffeln, Aprikosen, Spinat, Bananen und Avocados.
  • Achten sie auf Ihr Gewicht. Vor allem in den kalten Monaten und den Festtagen nehmen wir gerne zu. Bedenken Sie: Wenn Sie fünf Kilo abnehmen, dann senken Sie Ihren Blutdruck um 10/5 mmHg. Und das ist ein schöner Erfolg.
  • Noch ein wichtiger Ratschlag für Ihre Ernährung: Fisch statt Fleisch und Olivenöl statt Butter.
  • Integrieren Sie generell Obst und Gemüse in ihren Speiseplan: das sollten Sie zu den Hauptmahlzeiten essen und immer mal wieder zwischendurch.
  • Mit dem Alkohol ist es so eine Sache. Irgendwie gehört er ja doch zu unserem Leben. Ausserdem: Alkohol erweitert die Gefäße. Aber nur in kleinen Mengen. Ein Bier, ein Glas Wein pro Tag - das ist ok. Mehr ist zu viel.