Jung bleiben durch richtige Ernährung

Jung bleiben durch richtige Ernährung

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Kennen Sie die Insel der Hundertjährigen? Es ist Okinawa und sie gehört zu Japan. Fast die Hälfte der Einwohner dort ist über 100 Jahre alt, mit 70 ist man dort noch ein Jungspund. Wissenschaftler haben das Phänomen erforscht. Das Resultat ihrer Studien: Relevant für die hohe Lebenserwartung sind Lebensstil, Bewegung, Klima und Schlafgewohnheiten. Am wichtigsten aber ist die Ernährung.

Unser Klima unseren Lebensstil und die Schlafgewohnheiten können wir nur schwer ändern. Aber bei der Ernährung können wir etwas tun. Die Insulaner essen zum Beispiel vor allem Fisch, Meeresalgen, Reis, Obst und Gemüse. 700 Gramm pro Tag sind die Norm. Wir Deutschen schaffen da mal ganze 200 bis 250 Gramm. Dabei haben viele Studien bewiesen, dass vor allem pflanzliche Kost am besten vor Krankheiten und dem Altwerden schützt. Dazu muss aber eine Abstinenz beim Rauchen und nur wenig Alkoholkonsum kommen. Das sollten wir doch auch schaffen. Gemeinsam.

Nahrung kann vor Altern schützen

Nahrungsmittel können wie ein Bollwerk gegen den Alterungsprozess sein: Sie können ihn hinauszögern, aufhalten können sie ihn nicht. Nortmalerweise herrscht in einem gesunden Körper ein Gleichgewicht zwischen Oxidantien (können Zellen schädigen) und Antioxidantien (Radikalenfänger, die dagegen wie ein Schutzschild wirken). Vor allem Umweltgifte, zu viel Sonne, Nikotin und Alkohol lösen den so genannten oxidativen Stress aus. Es entstehen die freien Radikalen, die für viele Degenerationsprozesse zuständig sind. Deshalb braucht Ihr Körper Anti-Oxidantien, sonst beginnt der Alterungsprozess schon sehr früh. Die Vitamine A, C, E und Beta-Karotin, dazu sekundäre Pflanzenstoffe ( Flavonoide), Aminosäuren und Selen sind da sehr wichtig. Sie stecken vor allem in Obst und Gemüse. Die Natur gibt uns da einen Tipp: Je kräftiger die Farbe, desto stärker die Schutzwirkung. Das müssen Sie einfach in den täglichen Speiseplan verstärkt einbauen. Nicht nur jetzt, wo alles erntefrisch auf den Tisch kommt. .

Übergewicht macht alt

Lange jung und gesund bleiben - das ist unser aller Traum. Für die Bewohner des Insel-Archipels Okinawa scheint er in Erfüllung gegangen zu sein. Das hat Gründe. Einer davon: Weniger als drei Prozent der Japanerinnen sind übergewichtig! Zum Vergleich: In den USA sind es mehr als 30% der Frauen. Bei uns ist die Tendenz leider steigend. Das hat sehr viel mit der richtigen Ernähtung zu tun. Aber es gibt auch noch andere Faktoren, die das Altern beeinflussen. Die Münchner Gynäkologin und Anti-Aging-Spezialistin Dr. Liselotte Kuch nennt sie: „Schädlich sind Oxidation, Überzuckerung, eine unausgeglichene Hormonproduktion und Entzündungen.“ Um diese Übel zu vermeiden, oder ihnen entgegen zu treten, müssen wir ein ausgeglicheneres Leben führen. Hören Sie auf Ihren Körper. Beenden Sie das ständige Aufputschen durch Kaffee, Nikotin und Alkohol. Wir erzwingen ständig Höchstleistungen, sind immer bereit und wagen es nicht, zu sagen: „Nein. Ich kann nicht mehr, ich will eine Pause haben.“ Aber nur so können wir der vorzeitigen Alterung entgegen treten.

Das Beste kommt aus dem Meer

In der asiatischen Küche herrscht bei den Zutaten und Gemüsen die Farbe Grün vor. Und sehr viele dieser Gesund- und Jungmacher kommen aus deem Meer. Die wichtigsten sind Algen, Seetang und die Meeresgemüse wie Kombu, Wakame und Nori (sind in Asia-Läden erhältlich). Dort erfahren Sie such, wie sie am Besten zubereitet werden. Alle diese Gemüse enthalten extrem viel Vitamin C, Kalium und Jod. Wenn Sie diese Gesundheitsbomben zusammen mit ungeschältem oder Wildreis und rohem Fisch als Shushi essen, dann haben Sie ein echtes Anti-Aging-Essen. Das Ihnen - richtig zubereitet - auch noch gut schmeckt. Ausserdem sollten Sie wirklich konsequent dazu übergehen, Grünen Tee zu trinken. Zwei Tassen frisch gebrühter grüner Tee sind so gesund wie eine Portion Gemüse.

Reis - so macht er nicht dick

Reis - so macht er nicht dickOhne ihn geht gar nichts in der asiatischen Küche: der Reis. Er wird normalerweise pur und ohne Zutaten serviert, man würzt selbst. Er hat einen sehr hohen Kaliumgehalt, das stärkt das Herz und den Kreislauf. Vor allem aber schwemmt er Schlacken aus dem Körper und kräftigt so das Immunsystem. Diese Ausschwemmung erzielt einen angenehmen Abnehm-Effekt. Denn im überflüssigen Körperfett werden nicht nur Schadstoffe, sonder auch überflüssiges Wasser gespeichert. Ausserdem enthält Reis sehr viele Ballaststoffe, die unsere Darmwände sanft massieren und ihnen Giftstoffe entziehen. Und: Reis macht nicht dick: 1000 Gramm gekochter Reise enthalten nur 100 Kalorien und 0,5 Gramm Fett. Die gleiche Menge Nudeln hat doppelt soviele Kalortien und viermal so viel Fett. Noch etwas spricht für mehr Reis auf Ihrem Speiseplan: Die B-Vitamine der Körnerfrucht kurbeln den Stoffwechsel und die Fettverbrennung im Körper an.

Qi und Yintang - die Geheimnisse des Ostens

Müde und kraftlos, trübe Augen und stärker werdende Tränensäcke? Ihnen fehlt das Qi, die Lebensenergie. Asiaten gönnen sich fast jeden Tag eine Gesichtsmassage, die das Qi mobilisiert und bis in die letzte Körperzelle schickt. In einer Studie haben Japaner herausgefunden, dass eine tägliche Massage die Elastizität der Haut um etwa acht bis zehn Jahre verlängern kann. Deshalb sollten Sie morgens und abends im Bad beim Einkremen je dreimal drei Sekunden lang einen gleichmässigen - nicht zu starken Druck - auf bestimmte Tsubos ausüben. Tsubos sind Energiepunkte wie zum Beispiel der Yintang-Punkt in der Mitte der Stirn. Wenn Sie Ihr Gesicht mit Pflegemitteln behandeln, dann verteilen Sie die Creme immer von der Gesichtsmitte nach aussen: Das strafft die Haut zusätzlich.

Der Fisch machts

Unweigerlich landet man bei dieser Thematik beim Kapitel „Fett“. Asien isst Fisch. Es gibt eigentlich jeden Tag ein Fischgericht, manchmal sogar schon zum Frühstück. Wir wissen, dass die wichtigen Omega 3-Fettsäuren in Meeresfisch enthalten sind. Und die sind hervorragende Entzündungshemmer. Nach dem Erreichen des 30. Lebnensjahrs nehmen die Entzündungen im Körper ständig zu. Das betrifft vor allem die Gelenke, den ganzen Körper, das Verdauungssystem und das Zahnfleisch. Diese Entzündungen sind die Auslöser von Alzheimer, Herz-Kreislauf-Problemen und Arthrose. Wenn Sie Fisch auf den Tisch bringen wollen, dann bevorzugen Sie die Sorten Lachs, Thunfisch, Hering, Makrele, Tintenfisch, Sardinen und Kabeljau. Auch Muscheln sind gut. Ausserdem müssen Sie bei der Wahl Ihres Speiseöls wählerisch sein. Am meisten Omega 3-Fettsäuren enthalten Lein-, Raps- und Sojaöl. Durch seinen hohen Selen- und Jodanteil reduziert Fisch das Krebs- und Infektionsrisiko.

Soja - Schutzschild für die Haut

Auch Soja gehört täglich auf den asiatischen Esstisch. Japanerinnen essen etwa 50 Gramm Sojaproteine pro Tag, Europäerinnen gerade mal fünf Gramm. Das ist falsch. Denn ab dem 20. Lebensjahr nimmt die Hormonproduktion im Körper ab. Mit Soja können Sie diesen Prozess gezielt verlangsamen. Soja kommt in vielen Formen auf den Teller: Als Tofu, Miso, Edamame und Nattobohnen. Soja ist Eiweiss, enthält aber sehr viele ungesättigte Fettsäuren. US-Studien haben bewiesen, dass Sojaprotein den schädlichen LDL-Cholesterinwert senken kann. Ausserdem enthält Soja sehr viele pflanzliche Östrogene, die für die Produktion von Collagen wichtig sind. Dieses wiederum strafft die Haut. Pflanzenwirkstoffe (Isoflavone) im Soja füllen die Feuchtugkeitsdepots der Haut wieder auf und verbessern die Durchblutung. Sie enthalten ausserdem antiallergische und entzündungshemmende Wirkstoffe. Zusätzlich halten Sie ein Enzym zurück, das die Elastinfasern in der Haut zerstört. Der Wirkstoff Soylast stellt sich wie ein Schutzschild zwischen das schädliche Enzym und die Elastinfasern. Ich kann Ihnen wirklich nur empfehlen, den Sojaanteil an Ihrer Ernährung zu erhöhen.

Wok und Tofu verjagen das Alter

Wok und Tofu verjagen das AlterEine ganz grosse Rolle spielt in Asien die Frage, wann man was isst. Rohes Obst und Gemüse wird niemals am Abend gereicht, denn jede asiatische Hausfrau weiss von ihrer Mutter, dass diese Speisen Magen und Darm belasten, weil sie am Abend und in der Nacht nicht mehr verdaut werden. Sie beginnen zu gären, scheiden Giftstoffe aus: Aus gesund wird krank, die Balance ist gestört.

Ausserdem gilt bei Obst, Gemüse, Fisch und allen anderen Zutaten: gekauft wird, was die Jareszeit frisch auf den Tisch bringt. Man muss am Gemüse die Erde noch riechen, in der es gewachsen ist. Und es darf nicht lange gelagert sein. Deshalb kommen die geernten Gemüse und Obssorten frisch vom Erzeuger auf die Märkte in den Städten.

Beim Zubereiten gilt: So leicht wie möglich. Japaner kennen gebackene, gebratene oder frittierte Speisen kaum, denn das macht das Essen schwer und fett. Sie bevorzugen dünsten, grillen oder dämpfen.

Wichtigste Regel:

Weniger ist oft mehr! Es gibt in Asiens Küche so gut wie keinen Zucker und kaum ausgemahlenes Weissmehl. Denn das sind echte Altmacher. Und sie verkleben die Collagenfalten in der Haut, es entstehen die Knitterfalten und sogar Altersflecken. So gut es auch schmeckt: Verzichten Sie lieber auf eine Portion der geliebten Pasta und setzen Sie statt dessen auf Wok-Germüse mit Kräutern und frischem Tofu.

Zum Thema Schmecken: Vieles kommt Ihnen am Anfang fremd vor, vielleicht sogar nicht unbedingt wohlschmeckend. Aber die asiatische Küche ist eine Würz-Küche. Sie bestimmen selbst, wie es schmecken soll.

 

Bild Reis: © Dariusz Sas - 123rf.com

Bild Topu: © Radu Razvan - 123rf.com