Jeden Morgen ist meine Nase zu: Was hilft mir?

Jeden Morgen ist meine Nase zu: Was hilft mir?

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Es ist zum aus der Haut fahren: Jeden Morgen ist meine Nase zu. Ob ich eine Erkältung habe oder nicht, das ist egal. Ich wache auf und kriege wegen meiner verstopften Nase erst einmal keine Luft mehr, sie funktioniert einfach nicht. Sie rinnt, Schleim läuft mir aus der Nase, ich muss auch etliche male niesen. Morgens bin ich erst einmal nichts wert. Und dann der ständige Kommentar vom Partner: „Du musst endlich mal was gegen Deinen Schnupfen tun.“ Leichter gesagt, als getan. Denn eine verstopfte Nase kann viele Gründe haben, es muss nicht immer ein Schnupfen sein.

Wobei ein Schnupfen der nicht auskuriert ist, die häufigste Ursache für eine rinnende und verstopfte Nase ist. Es kann aber auch eine chronische Entzündung sein, die dafür sorgt, das die Nase morgens zu ist. Bei Kindern sind es häufig Fremdkörper, die sie sich in die Nase gestopft und dort vergessen haben. Oder es sind gutartige Geschwülste wie Polypen. Ist nur ein Nasenloch verstopft, dann sollten Sie schnell Kontakt zu einem Arzt aufsuchen der Ihnen hilft. Deshalb hier das Thema verstopfte Nase.

Heuschnupfen ist die häufigste Ursache für eine verstopfte Nase

Das Ergebnis ist fast immer das gleiche: Eine ständig rinnende Nase, angeschwollene Schleimhäute, die Nase ist zu – Sie bekommen keine Luft. Das ist meist ein ganz normaler Schnupfen, der im Rahmen einer Erkältung entsteht und relativ schnell wieder vorbei ist. Es gibt aber auch andere Arten von Schnupfen, die zu einer verstopften Nase führen, Sie müssen nach Atem ringen, kriegen nur schlecht Luft, Sie sind einfach nicht gesund. Diese anderen Formen des Schnupfens sind:

  • Ein Arzneimittel-Schnupfen (Rhinitis medicamentosa) der entsteht, wenn Sie Medikamente einnehmen die diese allergische Form des Schnupfens auslösen. Das müssen Sie mit dem Arzt abklären, der hilft Ihnen dann.
  • Ein ganz wichtiges Thema zum allergischen Schnupfen ist der Heuschnupfen. Der tritt meist zu den typischen Pollenflugzeiten im Frühjahr und Sommer auf. Inzwischen aber kann er fast ganzjährig auftreten, ausgenommen sind Dezember und Januar. Dieser Schnupfen führt meist dazu, dass Ihre Nase zu ist, sie nur noch schlecht Luft holen können. Die Krankheit betrifft vor allem die Schleimhäute der Nase, des Rachens und die Augen. Typisch bei einem Heuschnupfen sind außer der rinnenden Nase die Niesanfälle, Sie kriegen keine Luft mehr durch die Nase, Ihre Augen tränen, sind rot und brennen, die Augenlider sind angeschwollen, es juckt und kitzelt im gesamten Nasen-Rachen-Bereich.
  • Meistens kommen zu rinnenden Nase noch diese Symptome: Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme. Bei etwa 40 Prozent der Betroffenen entsteht auf Dauer ein allergisches Asthma, begleitet von Husten, Luftnot oder rasselnden Atemgeräuschen. Es geht Ihnen nicht gut, Sie brauchen Hilfe.
  • Heuschnupfen mit seiner schon morgens rinnenden Nase ist ein ernst zu nehmendes Thema. Es besteht die Möglichkeit, dass er chronisch wird. Dann werden die Bronchien angegriffen, es entsteht das allergische Asthma bronchiale. Sie müssen einen Heuschnupfen von Anfang an energisch bekämpfen damit Sie wieder gesund werden. Dazu brauchen Sie Hilfe.

Medikamente können Hilfe bringen

Das Wichtigste: Wenn Sie einen allergischen Heuschnupfen entwickelt haben, dann sollten Sie den Kontakt zu den auslösenden Stoffen unbedingt meiden. Das ist aber bei einem durch Pollen ausgelösten Heuschnupfen oder einer Hausstauballergie nur schwer möglich. Bei der Therapie spielen deshalb Medikamente eine große Rolle. Die meisten dieser Medikamente blockieren das Histamin, das für die Erkältung, die Rötungen und Schwellungen der Schleimhäute und den Juckreiz verantwortlich ist. Diese Antihistaminika genannten Medikamente stoppen den Schnupfen. In vielen Medikamenten werden Kortison und Cromoglicinsäure verwendet. Die lindern zwar die akuten Schnupfen- und Hustenanfälle, sind aber auf Dauer keine Hife. Eine Pollenallergie ist ja auch etwas anderes als eine schlichte Erkältung.

Die allergenspezifische Immuntherapie wenn die Nase läuft

Die einzige Therapieform mit der Sie langfristig den Verlauf eines Heuschnupfens positiv beeinflussen können, ist die allergenspezifische Immuntherapie. Ist auch bekannt als Desensibilisierung. Die Therapie besteht darin, die körpereigene Abwehr unseres Immunsystems an das allergieauslösende Allergen zu gewöhnen, um diese so abzuschwächen. Um diese Therapie anzuwenen, muss Ihr Arzt aber genau die Stoffe gut kennen, durch welche die allergische Reaktion ausgelöste wird. Von dieser Therapie gibt es zwei Anwendungsformen:

  1. Die subkutane Immuntherapie. Bei der wird der Allergenextrakt in kleinen und langsam ansteigenden Konzentrationen unter die Haut gespritzt.
  2. Die sublinguale Immuntherapie. Bei dieser Therapie wird der Allergenextrakt unter die Zunge oder hinter die Unterlippe als Tropfen oder Tablette gegeben.

Diese Behandlung braucht aber Zeit und Geduld des Patienten. Bis Ihre rinnende Nase aufhört, ständig zu rinnen können unter Umständen bis zu drei Jahre vergehen. Die Nebenwirkungen reichen von leichten allergischen Reaktionen an der Einstichstelle bis zu einem gefährlichen allergischen Schock. Deshalb müssen Sie nach einer Injektion sicherheitshalber noch einige Zeit in der Praxis bleiben. Die erste Dosis einer sublingualen Immuntherapie muss unter Aufsicht von Ihrem Arzt statt finden. Treten keine Nebenwirkungen auf, dann können Sie die Therapie selbstständig fortführen bis Sie gesund sind.

Von dem Problem „rinnende Nase“ sind Millionen Menschen betroffen. Es ist nicht nur lästig, es ich aber auch ein Zeichen für ein eventuell vorliegendes ernsthaftes Gesundheitsproblem. Außerdem ist es einfach unmöglich, wenn Sie ständig schnäuzen müssen, weil Ihre Nase rinnt.  Das macht den Kontakt zu anderen Menschen schwierig. Wie in fast allen Fällen gibt es auch hier eine Fülle von Themen über natürliche Hausmittel und nützlichen Tipps, wie sie das „Nasenwasser“ selbst stoppen können.

  • Informieren Sie sich ständig über Radio, Telefondienst oder das Internet über den aktuellen Pollenflug.
  • Wenn die Pollen fliegen, dann sollten Sie mit der Prävention schon in der eigenen Wohnung beginnen: Leben Sie in der Stadt, dann wird am frühen Morgen gelüftet, leben Sie aber auf dem Land, dann lüften Sie am Abend.
  • Auch Ihre Freizeitaktivitäten müssen sich nach der Tageszeit richten: Auf dem Land fliegen die Pollen meistens am Morgen, in der Stadt ist das am Abend der Fall.
  • Wechseln Sie in der Pollenflugzeit Ihre Bettwäsche häufiger als sonst. Ihre Wäsche sollten Sie zu den ausgewiesenen Monaten nicht im Freien trocknen.
  • Waschen Sie jeden Abend Ihre Haare gründlich aus und bürsten Sie diese kräftig. So können die Pollen nicht in Ihr Bett gelangen und sie erwachen am Morgen nicht mit rinnender Nase.
  • Wenn Sie bei Pollenflug anfällig für einen Heuschnupfen sind, dann sollten Sie in Ihr Auto einen Pollenfilter einbauen lassen. Der muss aber regelmäßig erneuert werden, sonst verliert er seine Wirkung.
  • Wenn bei Ihnen eine rinnende Nase bereits chronisch geworden ist, dann sollten Sie Ihren Urlaub in einer möglichst pollenfreien Umgebung verbringen. Da empfiehlt sich ein Berg- oder ein Meeresurlaub.

Auch Kreuzallergien können an Ihrer rinnenden Nase schuld sein

Mehr als die Hälfte der Pollenallergiker reagieren auch auf Nahrungsmittel allergisch. Es gehört deshalb zu den wichtigen Themen, zu wissen welche Nahrungsmittel sogenannte Kreuzallergien hervorrufen können. Hier einige Beispiele:

  • Sie leiden an einer Allergie gegen Frühblüher? Dann sollten Sie besser auf Kern- und Steinobst (Apfel, Birne, Aprikose, Pfirsich, Zwetschge und Pflaume) verzichten. Auch Kiwi, Haselnuss, Mandeln, Walnuss, rohes Gemüse wie Sellerie, Karotte und Tomate müssen gestrichen werden.
  • Sie reagiert allergisch gegen die Pollen von Gräsern und Roggen? Dann verzichten Sie auf Backwaren aus Roggen- undWeizenkorn, auf Müsli und auf Frischkornbrei. Auf die Verzichtliste gehören auch Erbsen, Erdnüsse, Bananen, Linsen, Tomaten und Sojabohnen.
  • Mit zu den häufigsten Allergien gehört eine Beifuß-Allergie. Die geht einher mit einer Allergie gegen: Tomaten, Sellerie, rohen Karotten, Kiwi, Mango, Litschi, Pfefferminze, Avocado, Kamillentee, sowie Pfeffer und Paprika.

Eine Hausstauballergie lässt die Nase rinnen

Aber es sind nicht nur die Pollen, die uns eine ständig rinnende Nase bescheren. Zu den Allergieauslösern gehören auch die Hausstaubmilben. Auf die reagieren viele Menschen allergisch. Die typischen Symptome sind:

Vor allem am Morgen rinnt die Nase, sie ist verstopft, Sie können kaum durchatmen. Dazu kommen überfallartige Niesattacken. Die Augen brennen und tränen, sie sind gerötet. In seltenen Fällen kommt es zu einer allergischen Bindehautentzündung. Ist die Allergie stark, reagieren auch die unteren Atemwege gereizt (Bronchien). Sie husten, Ihre Atmung ist erschwert, es entstehenden pfeifende Atemgeräusche. Das ist besonders nach körperlichen Anstrengungen der Fall. Wenn Sie längere Zeit an einer durch Hausstaubmilben verursachten verstopften und rinnenden Nase leiden, kann sich die Bronchialschleimhaut entzünden. Das wird dann zum allergischen Asthma.
Gegen ihre verstopfte und rinnenden Nasen wenden Allergiker häufig abschwellende Nasensprays an. Das ist nicht unbedenklich, denn diese Mittel befreien die Nase nur kurzfristig. Dauerhaft angewendet verlieren sie ihre Wirkung. Die Nasenschleimhaut trocknet aus und schwillt als Gegenreaktion wieder zu. Wer dann noch öfter sprüht, kann in eine Abhängigkeit geraten.

Das hilft gegen Hausstaubmilben

  • Wechseln Sie Ihre Bettwäsche häufiger wachen Sie die Wäsche bei mindestens 60 Grad.
  • Wenn Sie Haustiere haben, dann dürfen diese auf keinen Fall ins Schlafzimmer. Gut wäre es, Sie würden völlig auf Haustiere verzichten.
  • Einmal im Jahr sollten Sie Ihre Matratzen zur Reinigung bringen.
  • Sie können auch sogenannte „Encasings“ verwenden. Das sind Überzüge, die für die Milben undurchlässig sind. Dadurch kommen diese nicht mehr an ihre Nahrungsquellen in Kissen und Matratzen ran und verhungern.
  • Entfernen Sie alle „Staubfänger“ aus Ihrem Wohn- und Schlafbereich. Glatte Bodenbeläge müssen alle zwei bis drei Tage sorgfältig feucht abgewischt werden.
  • Genauso wichtig ist regelmäßiges und gründliches Staubsaugen. Achten Sie darauf, das Ihr Staubsauger einen entsprechenden Filter besitzt.
  • Möbel mit Leder- oder Kunstlederbezügen sind gegen Hausstaubmilben besser als Polstermöbel mit textilen Bezügen.
  • Milben setzen sich gerne in Plüschtieren und Sofakissen fest. Legen Sie diese Gegenstände immer mal wieder für 24 Stunden ins Gefrierfach. Wenn es das Material verträgt, könne Sie die Sachen auch im Wäschetrockner bei höheren Temperaturen erhitzen.